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Analyse

Schwarzmeerländer mit dem billigsten Weizen

von , am
03.07.2015

Der billigste Weizen (einschließlich Fracht) kommt am Weltmarkt derzeit vom Schwarzmeer-Anrainer Rumänien.

© B. Schweiger
 
Der billigste Weizen (einschließlich Fracht) kommt am Weltmarkt derzeit vom Schwarzmeer-Anrainer Rumänien. Das zeigt die erste Auktion des größten Weizenimporteurs Ägypten in diesem Wirtschaftsjahr. Zur Lieferung im August kauften die Ägypter 60.000 t Weizen zu einem fob-Preis von nur 202,82 USD (182,8 Euro) in Rumänien. Einschließlich der Frachtkosten vom Schwarzmeerhafen Constanta von 9,65 USD/t, lag der Gesamtpreis (cif) für den rumänischen Weizen bei 212,47 USD/t (191,5 Euro).
 
Russland etwas zu teuer, Frankreich kann nicht mithalten
Damit kamen die reichlich vorliegenden russischen Angebote jedoch nicht zum Zuge, denn diese lagen sowohl bei den fob-Preisen als auch bei den Transportkosten mehr oder weniger höher als die rumänische Offerte. Der günstigste Weizen aus Russland kostete fob 204,74 USD/t (184,5 Euro). Einen noch niedrigeren fob-Preis als aus Rumänien forderte zwar Ukraine (200 USD/ 180,2 Euro). Für den ukrainischen Weizen waren jedoch die Transportkosten zu hoch.
 
Deutlich zu teuer war diesmal der Weizen aus Frankreich, wo allein die fob-Preise zwischen 24 USD und 27 USD höher waren als die Preise aus Rumänien und der der günstigste Preis bei 226,74 USD/t (204,36 Euro) lag. Allerdings waren auch die anderen Anbieter zwischen 10 USD/t (Ukraine) und 13 USD (Russland) teurer als bei der vorigen Auktion Mitte Juni.
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Russland mit den meisten Angeboten
Die Preise für den am Donnerstag angeboten russischen Weizen lagen fob-Schwarzmeerhafen zwischen 204,75 USD/t und 227 USD/t. Die Preise für die meisten russischen Angebote lagen bei etwa 210 USD (189 Euro). Bei der vorigen Auktion Mitte Juni lagen die fob-Preise für den russischen Weizen zwischen 191,98 USD/t (173 Euro) und 198 USD/t (178 Euro) und damit 13 USD bis 35 USD/t niedriger. Die russischen Transportkosten werden je nach Handelsunternehmen und Hafen mit 7 USD bis 11,69 USD angegeben. Insgesamt kamen bei der Auktion 9 Angebote (also zwei Drittel) von insgesamt 14 Offerten aus Russland.
 
Rumänien gewinnt wegen niedriger Frachtkosten
Zwei Angebote kamen am Donnerstag aus Rumänien. Hier lagen die Fob-Preise zwischen 202,95 USD/t (182,9 Euro) und 205,92 USD/t (185,6 Euro). Bei der vorigen Auktion Mitte Juni lagen die fob-Preise für den rumänischen Weizen zwischen 192,66 USD (173,6 euro) und 193,21 USD/t und damit 10 USD bis 13 USD niedriger. Die rumänischen Transportkosten werden je nach Handelsunternehmen mit 9,24 USD bis 10,18 USD angegeben.
 
Ukraine mit dem niedrigsten fob-Preis
Den niedrigsten fob-Preis hatte Anfng Juli das Angebot aus der Ukraine mit 200 USD/t (180,2 Euro). Bei der vorigen Auktion Mitte Juni lagen die fob-Preise für den ukrainischen Weizen bei 190,01 USD (171,2 Euro) und damit 10 USD/T niedriger. Die ukrainischen Transportkosten werden je nach Handelsunternehmen und Hafen mit 13,38 USD bis 15,15 USD angegeben.
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Frankreich jetzt deutlich zu teuer
Mit Abstand am teuersten war bei der aktuellen Auktion der Weizen aus Frankreich. Hier lagen die Fob-Preise für die beiden Angebote bei 226,74 USD/t (204,3 Euro)und 229,85 USD/t (207,1 Euro) und damit 27 USD höhe als für den günstigsten Weizen aus Rumänien. Bei der vorigen Auktion Mitte Juni lagen die fob-Preise für den französischen bei 209,67 USD/t (188,9 Euro) und damit rund 17 USD niedriger. Die Transportkosten für französischen Weizen werden je nach Handelsunternehmen mit 12,95 USD bis 15,85 USD angegeben.
 
US-Weizen im Export nicht konkurrenzfähig
Aus den USA meldete man am gleichen Tag (2ter Juli) Exportpreise fob-US-Golf für den Weizen der Sorte Soft Red Winter (Chicago-Weizen) von 242,70 USD/t (218,7 Euro) und damit deutlich höhere Preise als bei der aktuellen Export-Auktion Ägyptens. Die fob-Preise für den proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter (Kansas Weizen) lagen zu diesem Termin sogar bei 261,5 USD/t (235,6 Euro). Vor zwei Wochen am 15. Juni lagen die Exportpreise der Amerikaner noch bei 202,55 USD/t (182,5 Euro) für den Chicago-Weizen und bei 232,13 USD (209 Euro) für den Kansas-Weizen und damit 30 bis 40 USD (!!) niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke
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