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Analyse

Sehr hohe Preise für Hartweizen in Kanada

von , am
02.02.2015

Die kanadischen Farmer wollen den Anbau von Weizen im kommenden Frühjahr ausweiten. Dabei sollen die Weizenfläche und die erwartete Erntemenge im Jahr 2015 größer sein als 2014.

© Mafied/aboutpixel.de
Vor allem der Anbau von Durum (Hartweizen) soll wegen der sehr hohen Preise 2015 kräftig wachsen. Dagegen ist die Aussaatfläche von Winterweizen für die Ernte 2015 witterungsbedingt kleiner als im vorigen Jahr. Allerdings spielt der Winterweizen aus klimatischen Gründen in der kanadischen Weizenproduktion nur eine untergeordnete Rolle. Er steuert lediglich etwas mehr als 10 Prozent zur Weizenernte bei. Zu diesen Ergebnissen kommt das kanadische Landwirtschaftsministerium Agri Food Canada in seiner ersten Ernteprognose für 2015. Auch die kanadischen Weizenexporte sollen im neuen Wirtschaftsjahr hoch bleiben. Bei Weizen gehört das nordamerikanische Land zu den weltweiten Top-Exporteuren und liegt im aktuellen Wirtschaftsjahr nach der EU (30,0 Mio. t) und den USA (25,5 Mio. t) auf Rang drei (23,5 Mio. t).

Kräftige Ausweitung des Hartweizenanbaus

Trotz der witterungsbedingt kleineren Anbaufläche bei Winterweizen werden die kanadischen Farmer die Gesamtanbaufläche von Weizen für die Ernte 2015 ausweiten. In Kanada werden aus klimatischen Gründen überwiegend Sommerweizen und Sommerraps (Canola) angebaut. Sommerweizen wird etwa im Mai gesät und im September geerntet. Die Erntefläche bei Weizen insgesamt (Sommer, Winter und Durum) für die Ernte im Spätsommer und Herbst 2015 soll um 4,2 Prozent beziehungsweise rund 0,4 Mio. ha auf 9,9 Mio. ha zulegen.
 
Dabei liegt die erwartete Erntefläche von Weichweizen (Sommer und Winter) relativ stabil bei 7,9 Mio. ha (Vj. 7,9 Mio. ha). Dagegen schätzen die kanadischen Experten, dass die Erntefläche bei Durum (Hartweizen) wegen der sehr hohen Prämien in diesem Jahr von 1,9 Mio. ha (2014) auf 2,2 Mio. ha (2015) ausgeweitet wird und damit die Ursache für die Flächenexpansion bei Weizen ist.

Stabile Exporte

Im vorigen Jahr hatten die Farmer den Weizenanbau noch um fast 1,0 Mio. ha auf 9,5 Mio. ha eingeschränkt. Die Rekordernte aus dem Wirtschaftsjahr 2013/14 war auf 10,4 Mio. ha gewachsen. Im aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 liegt die Produktionsmenge bei 29,3 Mio. t und die Exporte sollen bis zum Ende des Wirtschaftsjahres einen Umfang von etwa 23,1 Mio. t erreichen.
 
Für die Saison 2015/16 rechnet Agri Food Canada mit einer Produktion von 30,0 Mio. t und mit Exporten von immerhin 22,5 Mio. t Weizen. Etwa 24,2 Mio. t der Produktion sind Weichweizen, davon etwa 14 Prozent beziehungsweise 3,5 Mio. t Winterweizen. Mit einer Ernte von etwa 5,8 Mio. t (Vj: 5,2 Mio. t) rechnet man wegen der größeren Anbaufläche bei Durum. Der Inlandsverbrauch von Weizen wird auf 9,0 Mio. t (Vj. 9,8 Mio. t) geschätzt und die kanadischen Endbestände sollen wegen der anhaltend starken Exporte auf 4,8 Mio. t schrumpfen (Vj. 6,2 Mio. t). Im Jahr der Rekordernte 2013/14 waren die Bestände allerdings auf 9,8 Mio. t angewachsen.

Qualitätsweizen mit hohen Prämien

An den kanadischen Exporthäfen der Westküste kostete Weizen mit 13,5 Prozent Protein (CWRS) Ende Januar fob rund 339 CAD/t (235 Euro) und Weizen mit 11 Prozent Protein (CPSR) wurde für 287 CAD/t (196 Euro) verladen. Im vorigen Jahr (Ende Januar 2014) lagen die fob-Preise für proteinreichen Weizen bei 330 CAD/t (229 Euro) und für den 11-Prozent-Weizen ebenfalls bei 330 CAD/t (229 Euro). Die aktuelle Prämie für den proteinreichen Weizen gegenüber dem normalen Brotweizen liegt an den Exporthäfen bei 52 CAD (36 Euro), während es im letzten Jahr zu diesem Termin zwischen beiden Qualitäten nur marginale Preisunterschiede gab.

Hartweizenpreise 50 Prozent höher als 2014

Die Preise für Hartweizen (Durum/CWAD) mit 12 Prozent Protein lagen Ende Januar 2015 bei 587 CAD/t (408 Euro/t). Für Durum sind die Prämien gegenüber normalem Brotweizen etwa fünfmal so hoch wie im letzten Jahr. Im Vergleich zum Januar 2014 (388 CAD/t) kostet Durum an den kanadischen Exporthäfen damit 300 CAD beziehungsweise rund 51 Prozent mehr. Die Exportpreise für den 13,5-Prozent-Weizen (CWRS) sind mit 339 CAD/t rund 9 CAD höher als vor einem Jahr und der Brotweizen mit 11 Prozent Protein kostete mit 287 CAD rund 43 CAD weniger als im Januar 2014 (330 CAD).
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