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Analyse

Ukraine 2014: Weizenernte wird wieder so groß wie 2013

von , am
25.02.2014

Die neue Weizenernte in der Ukraine wird wohl ähnlich groß werden wie 2013. Die Meinungen zur Maisernte gehen jedoch auseinander.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die neue Weizenernte in der Ukraine wird wohl ähnlich groß werden wie 2013. Dabei hatte sich Aussaat von Winterweizen im letzten Herbst witterungsbedingt (Dauerregen) zunächst deutlich verzögert und die bestellten Flächen blieben zunächst weit hinter den ursprünglichen Planungen zurück. Eine warme und relativ trockene Periode von Oktober bis November ermöglichte den ukrainischen Landwirten dann jedoch einen großen Teil der Flächen noch zu bestellen. Zuletzt war die mit Winterweizen bestellte Fläche etwa 0,3 bis 0,4 Mio. ha kleiner als 2013 (6,5 Mio. ha).
 
Wintersaaten in sehr guten Zustand
Positiv wirkt auf die Wintersaaten wirkt die gute Feuchtigkeitsversorgung der Böden durch die Regenfälle im Herbst und eine überwiegend gute Schneebedeckung bis in den Januar hinein.. Der gute Zustand der Pflanzen kommt in dem aktuellen Crop-Monitoring des ukrainischen Landwirtschaftsministeriums zum Ausdruck. Auf 93 % (Januar: 96 %) der bestellen Wintergetreidefläche oder 7,3 Mio. ha (von 7,8 Mio. ha) befinden sich die Wintersaaten in gutem oder zufriedenstellendem Zustand. Nennenswerte Auswinterungsschäden meldete man lediglich aus der Region Poltawa, wo zwischen 15 % und 23 % der Weizenfläche im Januar und Februar nach Starkfrösten und fehlender Schneebedeckung geschädigt wurden.
 
Weizenernte ähnlich groß wie 2013
Die ukrainischen Analysten von UkrAgroConsult haben die ukrainische Weizenernte Mitte Februar auf 21,4 Mio. t geschätzt. Davon sind etwa 0,4 Mio. t Sommerweizen. Im Januar lag die Produktionsprognose allerdings noch bei 21,64 Mio. t Winterweizen und 0,44 Mio. t Sommerweizen also insgesamt bei 22,08 Mio. t. Grund für den Rückgang sind offenbar die Auswinterungsschäden in der Zentralukraine. Im Jahr 2013 ernteten die ukrainischen Landwirte nach den Angaben von UkrAgroConsult 21 Mio. t Weizen und vor zwei Jahren waren es 15,8 Mio. t.
 
Deutlich mehr Gerste, sehr gute Maisernte
Die von UkrAgroConsult für 2014 erwartete Gerstenproduktion liegt bei 8,5 Mio. t nach 7,2 im Jahr 2013. Rund 3,5 Mio. t (40 %) der neuen Ernte soll die Wintergerste beisteuern, der weitaus größte Teil der Ernte ist mit 5,0 Mio. t allerdings Sommergerste. Die Anbaufläche für Geste lag im Jahr 2013 bei 3,2 Mio. ha. Auch die Maisproduktion erwarten die ukrainischen Analysten 2014 größer als 2013. Mit geschätzten 27,5 Mio. t wäre die Produktion 0,5 Mio. t größer als UkrAgroConsult für 2013 (27 Mio. t ) angibt. Die Anbaufläche war im Jahr 2013 auf den neuen Rekordwert von 4,8 Mio. ha gestiegen.
 
Informa erwartet Maisernte deutlich kleiner
Die Angaben der ukrainischen Analysten zur alten Ernte 2013 liegen allerdings durchweg unter denen des USDA. So haben die US-Analysten die Weizenernte 2013 auf 22,3 Mio. t veranschlagt, die Gersten-Ernte auf 7,6 Mio. t und die Maisernte auf 30,9 Mio. t. Zur Ernte 2014 hat das USDA jedoch noch keine Angaben gemacht. Die privaten Analysten von Informa Economics haben die neue ukrainische Weizenernte aber mit 20,5 Mio. t (auf 6,1 Mio. ha) ähnlich groß wie UkrAgroConsult geschätzt und die Ernte 2013 (wie das USDA) auf 22 Mio. t. Die neue ukrainische Maisernte schätzt Informa allerdings nur auf 20 Mio. t (von nur noch 3,7 Mio. ha) und damit deutlich kleiner als UkrAgroConsult (27,5 Mio. t) und mehr als 10 Mio.t kleiner als  2013 (31 Mio. t).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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