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Analyse

US-Experten sehen kleinere EU-Getreideernte

von , am
24.07.2015

Ein trockenes Frühjahr und ein überdurchschnittlich warmer Frühsommer haben die Getreidebestände in weiten Teilen Europas beeinträchtigt. Daher rechnen Beobachter des US-Landwirtschaftsministeriums für die EU-28 mit einer Ernte von 305 Millionen Tonnen Getreide, fast 21 Millionen Tonnen weniger als im Rekordjahr 2014/15.

Die Weizenpreise fallen weiter. Momentan liegen sie 12 Prozent unter dem Vorjahr. © Rebecca Kopf/agrarheute.com
Die US-Agrarattachés weisen darauf hin, dass das Wetter in den kommenden Wochen die endgültige Höhe und Qualität der EU-Getreideernte noch spürbar beeinflussen kann. Sollte ihre Schätzung aber zutreffen, würde die Getreideproduktion 2015/16 immerhin noch fast 2 Millionen Tonnen größer ausfallen als 2013/14 und wäre die drittgrößte Ernte überhaupt. Wärme und Trockenheit waren in diesem Jahr bisher besonders ausgeprägt in Spanien, Frankreich und Großbritannien. Während die Winterkulturen das Wetter weitgehend unbeschadet überstanden, hätten die Sommerkulturen mehr Niederschläge nötig. Besonders besorgniserregend sind die Aussichten für die französische Maisernte.
 
Die europäische Weizenernte sehen die US-Fachleute jetzt bei 148,5 Millionen Tonnen und damit um 8,3 Millionen Tonnen unter dem Vorjahresniveau. Die Gerstenerzeugung wird voraussichtlich um 3 Millionen Tonnen auf 57,7 Millionen Tonnen fallen. Die größten Einbußen sind jedoch beim Mais zu erwarten. Die Ernte 2015 dürfte mit 66 Millionen Tonnen um 9,5 Millionen Tonnen oder fast 13 Prozent schrumpfen. Allein in Frankreich fehlen im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich 3,5 Millionen Tonnen Mais.
 
Kleineres Angebot
Das Getreideangebot wird in der EU 2015/16 - trotz hoher Bestände aus dem Vorjahr und größeren Maisimporten - mit 354,4 Millionen Tonnen um 12 Millionen Tonnen niedriger ausfallen als im vorangegangenen Wirtschaftsjahr. Bei einem unveränderten Verbrauch und lebhaften Weizenausfuhren von erneut über 30 Millionen Tonnen dürfte die Versorgungsbilanz 2015/16 folglich mit einem kleineren Endbestand abschließen.
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