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Analyse

US-Farmer bauen 5 % weniger Winterweizen an

von , am
13.01.2015

Mit den Daten zur Aussaatfläche von Winterweizen für die Ernte 2015 hat das USDA die Märkte überrascht und damit gleichzeitig zur Konsolidierung der Weizenpreise beigetragen.

© agrar-press
 
Mit den Daten zur Aussaatfläche von Winterweizen für die Ernte 2015 hat das USDA die Märkte überrascht und damit gleichzeitig zur Konsolidierung der Weizenpreise beigetragen. Insgesamt liegt Aussaatfläche von Winterweizen für Ernte 2015 in den USA nur bei 16,4 Mio. ha (40,5 Mio. Acres) und bleibt damit rund 5 % bzw. 0,86 Mio. ha unter den Analystenerwartungen von 17,26 Mio. ha (42,6 Mio. Acres) und fast ebenso deutlich unter der Aussaatfläche aus dem Vorjahr von 17,17 Mio. ha. Im Jahr 2014 wurde haben die US-Farmer auf rund 75 Prozent (2013: 77 %) der gesamten Weizenfläche von 23,0 Mio. ha Winterweizen angebaut. Der Anteil des Winterweizens an der Weizenproduktion der USA lag im Jahr 2014 wegen der witterungsbedingt sehr schwachen Erträge allerdings nur bei 68 Prozent (2013: 72 %).
 
Knapp 5 Prozent weniger Brotweizen (HRW)
Beim der für die Produktion von Brot- und Qualitätsweizen wichtigsten Weizen-Sorte Hard Red Winter (HRW), ermittelte das USDA für die Ernte 2015 eine Aussaatfläche von 11,94 Mio. ha (29,5 Mio. Acres). Die wichtigsten US-Analysten waren im Vorfeld des USDA-Reports von einer Aussaatfläche von 12,54 Mio. ha (42,63 Mio. Acres) ausgegangen und im letzten Jahr wurde HRW auf 12,34 Mio. ha (30,47 Mio. Acres) ausgesät. Die nun vom USDA ermittelte Aussaatfläche ist knapp 4,8 % oder 0,6 Mio. ha kleiner als die Schätzungen der Analysten. Insgesamt wächst der HRW damit auf knapp 73 % der Aussaatfläche von Winterweizen in den USA. Die Erntemenge von HRW lag 2014 bei 20,1 Mio. t, im Jahr 2013 bei 20,3 Mio. t und im sehr guten Jahr Jahr 2012 bei 27,2 Mio. t.
 
Rund 8 % weniger Chicago-Weizen (SRW)
Der am Terminmarkt in Chicago gehandelte Weizen der Sorte Soft Red Winter (SRW), wurde nach den aktuellen Daten des USDA auf 3,04 Mio. ha (7,5 Mio. Acres) ausgesät. Die wichtigsten US-Analysten waren im Vorfeld des USDA-Reports noch von einer Aussaatfläche von 3,3 Mio. ha (8,17 Mio. Acres) ausgegangen und im letzten Jahr wurde SRW auf 3,44 Mio. ha (8,5 Mio. Acres) ausgesät. Die nun vom USDA ermittelte Aussaatfläche ist gut 8 % oder 0,26 Mio. ha kleiner als die Schätzungen der Analysten. Die Erntemenge von SRW lag 2014 bei 12,4 Mio. t, im Jahr 2013 sogar bei 15,5 Mio. t und im Jahr 2012 bei 11,4 Mio. t. Der Winterweizen der Sorte White Wheat wächst nach Einschätzung des USDA auf 1,40 Mio. ha und damit auf einer ähnlich großen Fläche wie im letzten Jahr (1,39 Mio. ha) und wie die Analysten geschätzt haben.
 
Rückgang im Süden (HRW) relativ moderat
Einbußen bei den Aussaatflächen verzeichnen nach den Daten des USDA die meisten wichtigen Anbaustaaten von Winterweizen. Allerdings ist der Flächenrückgang in den nördlichen, auf den Chicago-Weizen (SRW) spezialisierten Bundesstaaten, größer als im Süden, wo der Hard Red Winter (HRW) dominiert. In den vier wichtigsten Anbaustaaten ist der Rückgang der Aussaatfläche sogar relativ moderat. So meldet das USDA aus Kansas eine Aussaatfläche von 3,8 Mio. ha (23 % der Aussaatfläche) und damit einen Rückgang von rund 2 %. Aus Texas (14 % der Aussaatfläche) meldet man eine Aussaatfläche von 2,39 Mio. ha und damit einen Rückgang von knapp 2 %, in Oklahoma (13 % der Aussaatfläche) wurde auf 2,06 Mio. ha Winterweizen gesät und damit auf einer knapp 4 % kleineren Fläche und in Colorado schrumpft die Aussaatfläche hingegen stärker um 9 % auf 1,0 Mio. ha. Einen der wenigen Zuwächse der Aussaatfläche von Winterweizen um fast 10 % auf 0,7 Mio. ha meldet das USDA aus Nebraska.
 
Einbruch im Norden (SRW) am stärksten
Weitaus kräftiger waren die Einbußen der Aussaatfläche im Norden des Landes wo die Weizensorte Soft Red Winter dominiert. So ging die Aussaatfläche im Bundesstaat Illinois um 27 % auf 0,22 Mio. ha zurück. In Norddakota schrumpfte die Aussaatfläche sogar um 54 % auf 0,16 Mio. ha und in Ohio um 13 % auf 0,22 Mio. ha. Sehr deutlich nach unten, um 27 % auf 2,47 Mio. ha, ging es mit der Winterweizenfläche auch in Missouri. In Montana ( auch zweitwichtigster Anbaustaat von Sommerweizen) blieb der Anbau von Winterweizen mit 0,93 Mio. ha rund 8 % hinter dem Vorjahr zurück.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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