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Analyse

US-Farmer ernten mehr Winterweizen, Qualitätsprobleme

von , am
16.06.2015

In den USA hat die Winterweizen-Ernte in den südlichen Hauptanbaugebieten begonnen

© Mühlhausen/landpixel
 
In den USA hat die Winterweizen-Ernte in den südlichen Hauptanbaugebieten begonnen. Dabei werden aus der laufenden Ernte höhere Erträge, jedoch deutlich schwächere Eiweißgehalte gemeldet als in den Vorjahren. Grund sind die extremen Regenfälle, die seit Mai in den wichtigsten Anbaustaaten für Winterweizen zu beobachten waren und die zu Einbußen bei der Qualität des Winterweizens führten.
So liegt der durchschnittliche Eiweißgehalt des im Süden dominierenden Weizen der Sorte Hard Red Winter (HRW) zum Beginn der Ernte nur bei 12,2 %, im Vergleich zu 13,5 % im langjährigen Mittel. Gleichzeitig sind die Hekolitergewichte offenbar außergewöhnlich niedrig, während der Pilzbefall (Mykotoxin) deutlich höher ist als gewöhnlich.
 
Winterweizen-Ernte langsamer als üblich
Bis zum 16. Juni hatten die US-Farmer wegen der widrigen Witterungsbedingungen erst 11 % des gesamten Winterweizens geerntet. In der Woche zuvor waren es 4 % und im langjährigen Mittel immerhin 20 %. Bei einer vom USDA unterstellten Erntefläche bei Winterweizen von etwa 19,43 Mio. ha liegt die abgeerntete Fläche derzeit etwa bei 2,1 Mio. ha.
 
Den größten Erntefortschritt von den vier wichtigsten Anbaustaaten von Winterweizen meldet man derzeit aus Texas mit 47 %, im Vergleich zu 20 % in der Vorwoche. In Oklahoma sind derzeit 38 % der Fläche abgeerntet, im Vergleich zu 13 % in der Vorwoche, während man aus dem wichtigsten Anbaustaat Kansas bislang nur 2 % Erntefortschritt meldet. Noch gar nicht begonnen hat man mit der Winter-Weizenernte in Colorado und in Nebraska.
 
Größere Erntefläche und höhere Erträge
Derzeit liegen die Ernteprognosen in drei der vier wichtigsten Anbaustaaten für Winterweizen der Sorte Hard Red Winter (HRW) (Kansas, Texas, Oklahoma) deutlich über dem schwachen Vorjahr als die Produktion durch Trockenheit reduziert wurde und umfangreiche Flächen gar nicht erst abgeerntet wurden. In diesem Jahr schätzt das USDA die Erntefläche von Winterweizen auf 13,7 Mio. ha.
 
Im vorigen Jahr (2014) lag die Erntefläche von Winterweizen nur bei 13,1 Mio. ha und war damit 0,6 Mio. ha kleiner. Die gesamte Winterweizen-Produktion wird vom USDA für 2015 auf 40,9 Mio. t geschätzt, nach 37,5 Mio. t im letzten Jahr (2014). Die durchschnittlichen Erträge von Winterweizen erwartet das USDA dieses Jahr bei 2,99 t/ha nach 2,87 t/ ha im Jahr 2014 .
 
Deutlich größere Ernten in Kansas, Texas und Oklahoma
Im wichtigsten Weizenanbaustaat Kansas geht das USDA für 2015 von einer Weizenernte von etwa 8,6 Mio. t aus, nach nur 6,7 Mio. t im letzten Jahr. Das wäre ein kräftiger Anstieg der Produktion von 28 % bzw. 1,9 Mio. t. Die Ertragsprognose für Kansas liegt bei 2,48 t/ha nach  den dürrbedingt sehr schwachen Erträgen von 1,88 t/ha im Vorjahr. Für Texas erwartet das USDA (wegen der größeren Erntefläche) eine Weizenernte von 3,3 Mio. t, nach nur 1,8 Mio. t im Vorjahr. Hier liegen die Erträge mit 2,15 t/ha etwas höher als im Vorjahr mit 2,0 t/ha.
 
Für Oklahoma hat sich Ernteprognose im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Hier geht das USDA jetzt von 3,1 Mio. t aus nach 1,3 Mio. t im letzten Jahr. Die erwarteten Erträge sind mit 1,88 t/ha deutlich höher als im Vorjahr mit nur 1,14 t/ha. Etwas niedriger ist die Produktionserwartung für Colorado. Hier rechnet das USDA mit einer Ernte von 2,3 Mio. t nach rund  2,4 Mio. t im Vorjahr.  Die durchschnittlichen Erträge sind mit 2,55 t/ha ebens so hoch im Vorjahr mit 2,55 t/ha.
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Mehr Kansas-Weizen (HRW), weniger Chicago-Weizen (SRW)
Differenziert nach den unterschiedlichen Winterweizen-Kategorien, hat das USDA die Erntemenge des wichtigsten Winterweizens der Sorte Hard Red Winter (HRW) auf 24,1 Mio. t geschätzt. Im letzten Jahr (2014) ernteten die US-Farmer nur 20,1 Mio. t HRW udn damit 4,0 Mio. t weniger.
 
Die Erntemenge des in Chicago gehandelten Weizen der Soft Red Winter (SRW) erwartet das USDA in diesem Jahr hingegen nur bei 11,3 Mio. t. Im letzten letzten Jahr haben die Farmers noch 12,4 Mio. t SRW geerntet und damit 1,1 Mio. t mehr. Die Ernte der Winterweizensorte Soft White wird auf knapp 5,3 Mio. t geschätzt, nach 4,7 Mio. t im letzten Jahr und die Sorte Hard White kommt auf 0,3 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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