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Analyse

US-Weizenernte größer als 2014, kaum Prämien

von , am
29.09.2015

Gegenüber den Ernteergebnissen aus dem Vorjahr und bei den Preisabständen gibt es zwischen den Weizenarten zum Teil erhebliche Veränderungen.

Der Weizen liegt an der CBoT deutlich unter dem Vorjahresniveau. © Yvonne Jpunkt/aboutpixel.de

 
Am Dienstag gibt das USDA die endgültigen Ergebnisse der US-Weizenernte 2015 im Rahmen des sogenannten Small Grains Annual Summary bekannt. Im Vorfeld des Reports haben die wichtigsten US-Analysten wie immer eine Konsensschätzung zu den erwarteten Ergebnissen sowohl bei den verschiedenen Winterweizenarten als auch beim Sommerweizen abgegeben. Dabei erwarteten die Analysten die Gesamternte bei Weizen ähnlich groß wie das USDA bereits im September-Report geschätzt hat.
 
Gegenüber den Ernteergebnissen aus dem Vorjahr gibt es zwischen den Weizenarten jedoch zum Teil erhebliche Veränderungen. Diese werden insbesondere durch die  unterschiedlichen Preisabstände zwischen den Weizenarten in diesem und im vorigen Jahr sichtbar.
 
Völlig andere Preisabstände als 2014
Der Chicago-Weizen (Dezemberkontrakt) der Sorte Soft Red Winter, mit 10 % bis 11 % Proteingehalt, wurde am Montag (28.09) mit 505,4 Cent je Buschel (165,2 Euro/t) gehandelt. Der Kansas-Weizen (HRW), mit 12,5 % bis 13,0 % Protein, kostete zum gleichen Termin 497,4 Cent je Buschel (162,6 Euro/t) und damit weniger als der deutlich proteinärmere Chicago-Weizen.
 
Der in Minneapolis notierte Sommerweizen (HRS), mit 13,5 % bis 14 % Protein, wurde am Montag mit 522,6 Cent je Buschel (175 Euro/t) notiert und damit nur 3,5 % teurer als der SRW.
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Vor einem Jahr kostete der Weizen in Chicago (SRW) 476 Cent je Buschel (155,6 Euro), der Kansas-Weizen (HRW) wurde mit 576 Cent je Buschel (188 Euro) gehandelt und damit 21 % teurer als der SRW und den Sommerweizen (HRS) notierte man mit 535 Cent (175 Euro) und damit 12 % teurer als der SRW und 7 % günstiger als den HRW.
 
Verschiebungen zwischen den Weizenarten
Die Gesamtweizenernte haben die Analysten auf 58,2 Mio. t geschätzt und damit nur geringfügig größer als das USDA in seinem aktuellen Septemberreport mit 58,1 Mio. t. Im vorigen Jahr (2014) ernteten die US-Farmer allerdings nur 55,1 Mio. t Weizen und damit 3,0 Mio. t oder knapp 5,2 % weniger. Die Produktionsmenge bei Winterweizen haben die Analysten auf knapp 39,0 Mio. t veranschlagt und das USDA ging in seinem Septemberreport von 39,1 Mio. t aus. Im vorigen Jahr ernteten die Farmer nur 37,5 Mio. t Winterweizen und damit 1,6 Mio. t weniger.
 
Sehr kleine Ernte beim Chicago-Weizen (SRW)
Der Grund für die größere Winterweizenernte als 2014 ist die deutlich bessere Ernte beim proteinreichen Weizen Hard Red Winter (HRW) als im vorigen Jahr. Dafür ist die Erntemenge beim Chicago-Weizen Soft Red Winter (SRW) deutlich kleiner als 2014. Diese Verschiebung zwischen den Erntemengen ist auch die Ursache für die veränderten Prämien zwischen den Weizenarten.
 
Die Erntemenge des Chicago-Weizens Soft Red Winter schätzten die Analysten auf 10,45 Mio. t und das auf USDA im September auf 10,6 Mio. t, nach einer deutlich größeren Ernte von 12,4 Mio. t im vorigen Jahr.
 
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Ernte bei Hard Red Winter (Kansas) größer
Die Erntemenge beim proteinreichen Hard Red Winter veranschlagen die Analysten 2015 auf 23,3 Mio. t und das USDA im Septemberreport auf ebenfalls auf 23,3 Mio. t. Im vorigen Jahr ernteten die US-Farmer lediglich 20,1 Mio. t HRW und damit 2,2 Mio. t weniger.
 
Die Erntemenge des Weizens der Sorte White Winter, schätzten die Analysten auf 5,2 Mio. t und das USDA auf knapp 5,3 Mio. t und damit etwas größer als im letzten Jahr mit 5,0 Mio. t .
 
Mehr Sommerweizen, deutlich mehr Durum
Beim proteinreichen Sommerweizen der Sorte Hard Red Spring (HRS) erwarteten die Analysten eine Erntemenge von 17,0 Mio. t und damit etwas mehr als das USDA in seiner Septemberprognose mit 16,9 Mio. t. Im vorigen Jahr ernteten die US-Farmer lediglich 16,2 Mio. t HRS und damit 0,7 Mio. t weniger.
 
Ähnlich wie das USDA schätzten die Analysten auch die Produktion von Durum mit 2,1 Mio. t nach einer Ernte von nur 1,4 Mio. t im vorigen Jahr.
 
Dr. Olaf Zinke
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