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Analyse

USA: Ernte von Winterweizen wird größer als 2014

von , am
03.07.2015

Das USDA hatte die Aussaatfläche von Winterweizen in den USA in seinem aktuellen Anbau-Report nach unten korrigiert und damit der jüngste Preisrallye in den USA noch einmal einen kräftigen Schub gegeben.

© Stefan Rampfel/landpixel

Das USDA hatte die Aussaatfläche von Winterweizen in den USA in seinem aktuellen Anbau-Report nach unten korrigiert und damit der jüngsten Preisrallye in den USA noch einmal einen kräftigen Schub gegeben. Anstelle der zuvor vom USDA erwarteten Aussaatfläche von 16,5 Mio. ha haben die Farmer nur 16,4 Mio. ha ausgesät. Damit wäre die Aussaatfläche für Winterweizen sogar um 0,7 Mio. ha kleiner als im vorigen Jahr (2014) mit 17,15 Mio. ha. Dennoch ist die für 2015 erwartete Erntemenge deutlich größer als im vorigen Jahr, als die Erntefläche und die Erträge durch eine extreme Trockenheit in den südlichen Anbaustaaten kräftig reduziert wurden.
 
Aussaatfläche kleiner, Erntefläche größer als 2014
Interessant ist deshalb die vom USDA erwartete Erntefläche. Diese hat da USDA wegen der massiven Regenfälle in den südlichen Anbaustaaten und im Nordosten im Vergleich zu Aussaatfläche zwar deutlich reduziert. Im letzten Jahr (2014) war der Flächenverlust bis zu Ernte wegen der extremen Trockenheit im Süden allerdings noch weitaus größer. Derzeit geht das USDA für die Winter-Weizenernte von einer Erntefläche von 13,4 Mio. ha aus und damit von rund 3,0 Mio. ha oder 18 % weniger Fläche als ausgesät wurden (16,4 Mio. ha).
 
Im vorigen Jahr lag die Erntefläche nur bei 13,07 Mio. ha und war damit 4,09 Mio. ha oder 24 % (!!) kleiner als die Aussaatfläche (17,16 Mio. ha). Und zudem war die Erntefläche 2014 noch etwas kleiner als in diesem Jahr. Auch die Erträge waren im vorigen Jahr mit 2,86 t/ha niedriger als mit 2,99 t/ha vom USDA für 2015 erwartet werden.
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Regen verzögert Erntetempo
Zum Monatswechsel war der Winterweizen in den USA zu 38 % geerntet. Das meldete das US-Landwirtschaftsministerium in seinem jüngsten Erntebericht. Sowohl in den südlichen Anbaustaaten (südliche Plains) für den US-Brotweizen der Sorte Hard Red Winter als auch im Nordosten in den Anbaugebieten des Chicago-Weizens hatten massive Regenfälle zuletzt die Erntearbeiten unterbrochen oder verzögert. Zudem werden massive Qualitätsprobleme (Eiweiß, Feuchtigkeit, Pilzbefall) befürchtet und auch gemeldet.
 
Im Vergleich zur Vorwoche (19%) hat die Erntefläche dennoch um rund 20 Prozentpunkte bzw. 2,5 Mio. ha zugenommen. Im letzten Jahr war die US-Winterweizenernte zu diesem Termin etwas weiter. Vor einem Jahr hatten die US-Farmer etwa 42 % der Winterweizenernte eingebracht und im langjährigen Mittel betrug der Erntestand zum Monatswechsel immerhin 46 %.
 
Winterweizen-Produktion deutlich größer als 2014
Überträgt man den Erntestand auf die aktuelle Anbau- und Produktionsschätzung des USDA, sind nach den derzeitigen Erntedaten etwa 5,1 Mio. ha der Winterweizenfläche von insgesamt 13,4 Mio. ha abgeerntet. Allein in der vorigen Woche (Ende Juni) ernteten die Farmer den Winterweizen von etwa 2,5 Mio. ha.
 
Bei der vom USDA für dieses Jahr erwarteten Winterweizen-Produktion von 40,9 Mio. t wären damit bis 30. Juni bereits 15,5 Mio. t eingebracht. Im vorigen Jahr (2014) hatten die US-Farmer von insgesamt 13,07 Mio. ha Winterweizenfläche nur 37,5 Mio. t Winterweizen geerntet. Damit wäre die für 2015 erwartete Winterweizen-Ernte in diesem Jahr und 8 % oder 3,4 Mio. t größer als 2014.

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Ernte in Kansas kommt nur langsam voran
In Kansas, dem mit Abstand wichtigsten US-Anbaustaat für Winterweizen, war die Ernte am 29. Juni wegen der anhaltenden Regenfälle erst zu 48 % eingebracht. Dort werden in diesem Jahr nach Einschätzung des USDA knapp 21 % (8,6 Mio. t) des gesamten US-Winterweizens auf etwa 25 % (3,44 Mio. ha) der Winterweizenfläche produziert. Im letzten Jahr (2014) kamen in die Farmer in Kansas wegen der Trockenheit nur auf 18 % (6,7 Mio. t) der US-Winterweizen-Produktion. Der Erntefortschritt in Kansas betrug letzte Woche rund 40 Prozentpunkten bzw. 1,4 Mio. ha. Trotzdem bleibt das Erntetempo witterungsbedingt (Regen) deutlich hinter dem langjährige Mittel (60 %) zurück.
 
Oklahoma und Texas mit guten Ernten und im Zeitfenster
Nicht in allen wichtigen Anbaustaaten von Winterweizen ist die Ernte so weit hinter dem üblichen Zeitfenster wie in Kansas. So haben die Farmer in Oklahoma rund 83 % des Winterweizens geerntet (Vw. 58 %) und liegen damit fast im langjährigen Mittel (89 %). Aus Oklahoma kommen in diesem Jahr wegen rund 8 % (3,12 Mio. t) der US-Winterweizenproduktion und damit deutlich mehr als im Dürrejahr2014 mit nur 3 % bzw. 1,3 Mio. t.
 
In Texas haben die Farmer bis Ende Juni etwa 70 % des Winterweizens geerntet (Vw. 64 %). Der Anteil Texas an der US-Gesamtproduktion von Winterweizen liegt wegen der größeren Erntefläche und der höheren Erträge diesmal bei reichlich 9 % (3,3 Mio. t) nach knapp 5 % und 1,8 Mio. t im Jahr 2014.
 
Ernte in Colorado fast beendet, Probleme im Nordosten
Vergleichweise hoch war auch der Erntefortschritt in Colorado. Hier hatten die Farmer bis zum 29. Juni rund 80 % der Ernte eingebracht (Vw. 65 %). Im langjährigen Mittel waren es nur 71 %. Auf Colorado entfallen dieses Jahr gut 2 % (2,3 Mio. t) der US-Winterweizenproduktion. Im letzten Jahr (2014) kamen die Farmer in Colorado witterungsbedingt auf 6 % (2,4 Mio. t) der US-Winterweizen-Produktion.
 
In Illinois einem der wichtigsten Anbausaaten für den Chicago-Weizen (SRW) haben die Farmer bis Ende Juni 38 % des Winterweizens geerntet (Vw. 3 %), im Vergleich zu 59 % im langjährigen Mittel. Der Anteil Illinois an der Gesamtproduktion von Winterweizen liegt jedoch nur bei 4 % (1,6 Mio. t) nach knapp 4 % und 1,6 Mio. t im Jahr 2014.
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Flächenverluste durch Dauerregen und Überflutungen
Insgesamt ist die Erntefläche in den meisten wichtigsten Anbaustaaten auch 2015 deutlich kleiner als die Aussaatfläche vom letzten Herbst. Das bestätigt jetzt noch einmal der aktuelle Acreage-Report des USDA. Haupt-Grund ist sind die extremen Niederschlägen der letzten Wochen. Nach Einschätzung des USDA erreicht die Erntefläche in Kansas mit 3,6 Mio. ha immerhin 94 % der ursprünglichen Aussaatfläche.
 
In Oklahoma ernten die Farmer den Winterweizen von 1,5 Mio. ha oder 69 % der ursprüngliche Aussaatfläche, in Texas werden sogar nur 1,5 Mio. ha und damit 60 % der Aussaatfläche abgeerntet und in und in Colorado sind es 0,91 Mio. ha oder 90 % der Aussaatfläche und in Illinois sind es 0,21 Mio. ha bzw. 95 % der Aussaatfläche.
 
Dr. Olaf Zinke
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