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Analyse

USA: Fast die Hälfte des Winterweizens geerntet

von , am
01.07.2014

Der Winterweizen war in den USA zum Monatswechsel zu 43 % geerntet

© Mühlhausen/landpixel
 
Der Winterweizen war in den USA zum Monatswechsel zu 43 % geerntet. Das meldete das US-Landwirtschaftsministerium in seinem aktuellen Erntebericht. In den südlichen Anbaustaaten (südliche Plains) für den wichtigsten US-Brotweizen der Sorte Hard Red Winter (HRW)  hatten massive Regenfälle zuletzt die Erntearbeiten unterbrochen oder verzögert. Im Vergleich zur Vorwoche (33%) hat die Erntefläche dennoch um rund 10 Prozentpunkte bzw. 1,3 Mio. ha zugenommen. Im letzten Jahr (2013) war die US-Winterweizenernte zu diesem Termin allerings ähnlich weit. Damals hatten die US-Farmer etwa 40 % der Winterweizenernte eingebracht und im langjährigen Mittel betrug der Erntestand zum Monatswechsel etwa 48 %.
 
Bisher etwa 16 Mio. t Winterweizen geerntet
Überträgt man den Erntestand auf die aktuelle Anbau- und Produktionsschätzung des USDA, sind nach den derzeitigen Erntedaten etwa 5,64 Mio. ha der Winterweizenfläche von 13,12 Mio. ha abgeerntet. In der letzten Woche ernteten die Farmer den Winterweizen von etwa 1,3 Mio. ha. Bei der vom USDA für dieses Jahr erwarteten Winterweizenproduktion von 37,6 Mio. t, wären damit bis 30. Juni rund 16,2 Mio. t eingebracht. Im letzten Jahr (2013) ernteten die US-Farmer von ebenfalls 13,11 Mio. ha Winterweizenfläche insgesamt 41,76 Mio. t Winterweizen und damit 11 % oder 4,16 Mio. t mehr als in diesem Jahr.
 
Ernte in Kansas deutlich zurück
In Kansas, dem mit Abstand wichtigsten US-Anbaustaat für Winterweizen, war die Ernte am 30. Juni wegen der anhaltenden Regenfälle erst zu 40 % eingebracht. Dort werden in diesem Jahr nach Einschätzung des USDA etwa 18 % (6,63 Mio. t) des gesamten US-Winterweizens auf etwa 26 % (3,4 Mio. ha) der Winterweizenfläche produziert. Im letzten Jahr (2013) kamen in die Farmer in Kansas immerhin auf 21 % (8,7 Mio. t) der US-Winterweizen-Produktion. Der Erntefortschritt in Kansas betrug letzte Woche  rund 16 Prozentpunkten bzw. 0,54 Mio. ha. Damit bleibt das Erntetempo witterungsbedingt (Regen) jedoch deutlich hinter dem langjährige Mittel (66 %) zurück.
 
Oklahoma und Texas im Zeitfenster
Nicht in allen wichtigen Anbaustaaten von Winterweizen ist die Ernte so weit hinter dem üblichen Zeitfenster wie in Kansas. So haben die Farmer in Oklahoma rund 89 % des Winterweizens geerntet (Vw. 74 % und liegen damit etwa im langjährigen Mittel (91 %). Aus Oklahoma kommen in diesem Jahr wegen der extremen Trockenheit in den letzten Monaten dieses Jahr nur gut 4 % (1,6 Mio. t) der US-Winterweizenproduktion. In Texas haben die Farmer bisher 77 % des Winterweizens geerntet (Vw. 69 %). Der Anteil an der Gesamtproduktion liegt wegen der schwachen Erträge diesmal nur bei 3 % (1,3 Mio. t). Auch hier erreicht man allerdings das langjährige Mittel von 79 %.
 
Colorado erntet mehr Weizen als 2013
Relativ gering war zuletzt der Erntefortschritt in Colorado. Hier hatten die Farmer bis zum 30. Juni erst 5 % der Ernte eingebracht (Vw. 0 %). Im langjährigen Mittel waren es immerhin 22 %. Auf Colorado entfallen dieses Jahr immerhin knapp 10 % (3,67 Mio. t) der US-Winterweizenproduktion. Im letzten Jahr (2013) kamen die Farmer in Colorado witterungsbedingt nur auf 3 % (1,2 Mio. t) der US-Winterweizen-Produktion. Damit ist Colorado von den TOP- Produktionsstaaten von Winterweizen, der einzige mit einem deutlichen Produktionszuwachs.
 
Starke Flächenverluste durch Trockenheit
Insgesamt ist die Erntefläche in den meisten wichtigsten Anbaustaaten allerdings deutlich kleiner als die Aussaatfläche vom letzten Herbst. Das bestätigt jetzt noch einmal der aktuelle Acreage –Report des USDA. Grund ist die extreme Trockenheit seit dem letzten Herbst, in Verbindung mit den Spätfrösten in diesem Frühjahr und den jüngsten Niederschlägen. Nach Einschätzung des USDA erreicht die Erntefläche in Kansas mit 3,4 Mio. ha nur 90 % der ursprünglichen Aussaatfläche. In Oklahoma ernten die Farmer den Winterweizen nur von 1,21 Mio. ha oder 57 % der ursprüngliche Aussaatfläche, in Texas werden sogar nur 0,9 Mio. ha und  damit gut ein Drittel (37 %) der Aussaatfläche abgeerntet und in und in Colorado sind es 1,0 Mio. ha oder 85 % der Aussaatfläche.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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