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Analyse

USA: Feldtour schätzt höhere Weizenerträge als 2014

von , am
08.05.2015

Die wichtigste Feldtour am US-Weizenmarkt erwartet die Erträge (und Erntemenge) im wichtigsten US-Weizenanbaustaat Kansas Anfang Mai deutlich höher ein als im Vorjahr

In Bayern rechnen 40 Prozent der Umfrageteilnehmer mit einem Weizenertrag von 20 Prozent unter dem mehrjährigen Vergleich. © Serfling

 
Die wichtigste Feldtour am US-Weizenmarkt erwartet die Erträge (und die Erntemenge) im wichtigsten US-Weizenanbaustaat Kansas deutlich höher als im Vorjahr. Die zum 58ten mal vom Wheat Quality Council in Kansas organsierte und quer durch den Bundesstaat gehende Feldtour, schätzte die Erträge für den dort angebauten Weizen der Sorte Hard-Red-Winter-(HRW) am Ende einer dreitägigen Tour auf durchschnittlich 35,9 Buschel je Acres (2,415 t/ha). Das wäre eine deutlich Verbesserung der Weizenerträge in Kansas gegenüber dem extrem schwachen Vorjahr (2014). Gleichzeitig wären die erwarteten Weizenerträge jedoch niedriger als 2013 und vor allem als im sehr guten Jahr 2012.
 
Extrem schwaches Vorjahr
Vor einem Jahr (2014) hatten die Weizen-Farmer in Kansas wegen der damaligen Trockenheit durchschnittlich nur 28,0 Buschel je Acres (1,88 t/ha) geerntet und lagen damit rund 22 % unter der aktuellen Ertragsprognose. Außerdem wurden 2014 wegen der Trockenheit von den zunächst bestellten 3,89 Mio. ha (9,6 Mio. Acres)  Weizenfläche  nur 3,56 Mio. ha (8,8 Mio. ha) auch abgeerntet und damit rund 8 % bzw. 0,33 Mio. ha der Aussaatfläche umgebrochen oder nicht abgeerntet. In diesem Jahr (2015) liegt die Aussaatfläche in Kansas bei 3,80 Mio. ha (9,4 Mio. Acres). Das sind etwa 23 % der gesamten US-Winterweizenfläche von 16,5 Mio. ha (40,75 Mio. Acres). Allerdings hatte die Teilnehmer der Crop-Tour im vorigen Jahr (2014) die Erträge und Produktion besser eingeschätzt als die Farmer wegen der anhaltenden Dürre dann wirklich geerntet hatten.
 
Weizenernte um 17 % nach oben geschätzt
Neben der Ertragsleistung schätzten die Tourteilnehmer auch die für Kansas erwartete Produktionsmenge von Winterweizen. Dabei kommen die Analysten für den wichtigsten US-Weizenstaat für 2015 auf eine Weizenernte von 7,87 Mio. t (289 Mio. Buschel). Das wäre gegenüber dem extrem schwachen Vorjahr (2014) ein Produktionsanstieg von 17 % bzw. 1,16 Mio. t. Im vorigen Jahr (2014) hatte die Farmer in Kansas mit nur 6,71 Mio. t (246,6 Mio. Buschel) die schlechtesten Weizenernte seit 1989 also seit 25 Jahren eingebracht.
 
Ernten 2013 und 2012 waren größer
Im Jahr 2013 hatten die Farmer in Kansas eine Ernte von 8,7 Mio. t (321,1 Mio. Buschel) bei Erträgen von 2,55 t/ha eingebracht und im Jahr 2012 erntete die Farmer im wichtigsten US-Weizenstaat sogar 10,4 Mio. t (382,2 Mio. Buschel) bei Erträgen von 2,83 t/ha (42 bu/Acres). Allerdings sind die Erträge (wegen der klimatischen Besonderheiten und der immer wieder auftretenden Trockenperioden) auch sonst in Kansas  niedriger als im Landesmittel. Im Durchschnitt der USA lagen die Weizenerträge im Jahr 2014 bei 2,94 t/ha (43,7 Bu/Acres), im Jahr 2013 bei 3,17 t/ha /(47,1 bu/Acres) und 2012 bei 3,1 1 t/ha (46,2 Bu/Acres) und damit meist deutlich höher als in Kansas.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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