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Analyse

USA: Mehr Sommerweizen, weniger Winterweizen

von , am
01.10.2014

Zum Monatswechsel hat das USDA die Ergebnisse der aktuellen US-Weizenernte aktualisiert.

An der Matif notierte der Weizen gestern wieder bei über 170 Euro je Tonne. © hapo/landpixel
Zum Monatswechsel hat das USDA die Ergebnisse der aktuellen US-Weizenernte im Rahmen des sogenannten Small Grain Summary aktualisiert. Dabei ist die Gesamternte bei Weizen geringfügig größer als im September-Report des USDA unterstellt. Überraschenderweise gab es jedoch zwischen den Ernteergebnissen der wichtigsten Weizenarten Verschiebungen die von Analysten zuvor so nicht erwartet wurden und auch entsprechende Auswirkungen auf die unterschiedlichen an den US-Terminmärkten notierten Weizenpreise hatte. So gaben die Preise (nach der Veröffentlichung der Erntedaten) für den in Chicago gehandelten Soft Red Winter am Dienstag um 0,7 % nach, für den in Kansas gehandelten Weizen der Sorte Hard Red Winter fielen die Preise gleichzeitig um 1,5 % und für den Sommerweizen aus Minneapolis gaben die Kurse um 1,1 % nach.
 
Verschiebungen zwischen den Weizenarten
Die Gesamtweizenernte 2014 hat das USDA jetzt auf 55,38 Mio. t (2035 Mio. bu) veranschlagt und damit etwas größer als im September-Report mit 55,25 Mio. t. Analysten hatten die Produktion zuvor auf 55,44 Mio. t (2037 Mio. t)geschätzt und damit noch etwas größer. Im Jahr 2013 ernteten die US-Farmer 57,97 Mio. t (2.130 Mio. bu) Weizen und damit 2,59 Mio. t oder knapp 5 % mehr. Die Produktionsmenge bei Winterweizen hat das USDA auf 37,5 Mio. t (1.378 Mio. bu) bzw. 67,7 % der Gesamtproduktion veranschlagt. Das ist weniger als die Analysten im Vorfeld mit 37,94 Mio. t (1.394 Mio. t bu) erwartet hatten. Im Septemberreport des USDA lag die Produktionserwartung des USDA für Winterweizen sogar noch bei 38,0 Mio. t (1.397 Mio. bu) und im letzten Jahr ernteten die Farmer 41,75 Mio. t (1534 Mio. bu) Winterweizen.
 
Weniger Chicago-Weizen (SRW)
Der Grund für die kleinere Winterweizenernte ist die relativ unerwartete Abwärtskorrektur der Produktion für den in Chicago gehandelt Winterweizen der Sorte Soft Red Winter sowie den Winterweizen White Winter. Dafür setzte das USDA die Erntemenge beim proteinreichen Hard Red Winter nach oben. Diese Verschiebung zwischen den Weizenarten wurden auch in den Preisveränderung am Dienstag in den USA deutlich. Die Erntemenge des Chicago-Weizens Soft Red Winter setzte das USDA jetzt auf 12,38 Mio. t fest, nach 12,68 Mio. t im Septemberreport und 15,37 Mio. t im letzten Jahr. Die Analysten hatte zuvor eine Produktion von12,66 Mio. t erwartete. 
 
Ernte bei Hard Red Winter (Kansas) größer
Die Erntemenge beim proteinreichen Hard Red Winter setzte das USDA im Small Grain Summary auf 20,08 Mio. t fest, nach 19,84 Mio. t im Septemberreport und 20,25 Mio. t im letzten Jahr. Die privaten Analysten waren zuvor von 19,81 Mio. t und damit von einer kleineren Ernte ausgegangen. Die Erntemenge des White Winter hat das USDA indessen nur auf 5,01 Mio. t festgelegt und damit kleiner als im Septemberreport mit 5,49 Mio. t und erst recht kleiner als im letzten Jahr mit 6,49 Mio. t . Die privaten Analysten waren im Vorfeld von 5,47 Mio. t von einer höheren Ernte ausgegangen.  
 
Deutlich mehr Sommerweizen, sehr wenig Durum
Beim proteinreichen Sommerweizen der Sorte Hard Red Spring unterstellt das USDA eine Erntemenge von 16,33 Mio. t und lag damit deutlich mehr als in der eigenen Septemberprognose mit  15,57 Mio. t und erst mehr als zur Vorjahresernte von 14,53 Mio. t. Die privaten Analysten hatten die Ernte von Sommerweizen zuvor auf 15,79 Mio. t geschätzt und damit deutlich kleiner. Kräftig nach unten ging es ind en USA hingegen mit der Produktion von Durum auf 1,55 Mio. t nach 1,66 Mio. t im Septemberreport des USDA und 1,69 Mio. t im letzten Jahr. Auch die privaten Analysten hatten eine Ernte wie im Vorjahr von 1,69 Mio. t erwartet.
 
Erntedaten verändern Preisabstände
Der Dezembertermin des Chicago-Weizen (SRW mit 10 % bis 11 % Proteingehalt) beendete den Handel am Dienstag (30.09) mit einem Abschlag von 0,7 % bei 139 Euro/t (477,6 Ct/bu). Der US-Brotweizen der Sorte Hard Red Winter (HRW mit 12,5 % bis 13,0 % Protein) ging am Dienstag (30.09) mit einem Abschlag von 1,5 % mit 163 Euro/t (558 Ct/bu) aus dem Handel. Demgegenüber kostete der Sommerweizen (HRS  mit 13,5 % bis 14 % Protein) rund 155,5 Euro/t (533,2 Ct/bu) udn damit 1,1 % Prozent weniger als Vortag. Am Mittwoch (01.10.) liegen die US-Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel in Chicago im Minus. Der Abstand zwischen HRW und SRW beträgt derzeit am Terminmarkt umgerechnet 20 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter
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