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Analyse

USA: Stabilisierung beim Weizen, Ernte beginnt bald

von , am
28.05.2014

Wie von vielen Beobachtern erwartet hat der Regen in den wichtigsten US-Anbaugebieten für Winterweizen den Wachstumszustand der Pflanzen zwar nicht verbessert aber stabilisiert

© Verena N./pixelio
 
Wie von vielen Beobachtern erwartet hat der Regen in den wichtigsten US-Anbaugebieten für Winterweizen den Wachstumszustand der Pflanzen zwar nicht verbessert aber stabilisiert. Das zeigt das aktuelle Crop-Monitoring des USDA für die Woche bis zum 25. Mai. Nach der Erhebung des USDA befand sich am 25. Mai weiterhin 29 % des gesamten US-Winterweizens in gutem oder sehr gutem Zustand und damit eben so viel wie in der Vorwoche. Gleichzeitig stufte das USDA 44 % des Weizens als schlecht oder sehr schlecht ein. In der letzten Woche kam ebenfalls 44 % des Winterweizens in die beiden schlechtesten Kategorien. Damit hat sich der Zustand der Weizenpflanzen in den USA Ende Mai erst einmal nicht weiter verschlechtert. Allerdings beginnt in einigen Bundestaaten Anfang Juni bereits die Ernte. Im letzten Jahr (2013) war in Texas beispielsweise am 9. Juni schon ein Drittel der Ernte eingebracht und am 16. Juni 50 %. Im langjährigen Mittel waren bis Mitte Juni etwa 25 % des Winterweizens geerntet. Viel Zeit für eine Verbesserung des Ertragspotentials bleibt dem US-Winterweizen also nicht mehr.
 
Weizen in Europa in deutlich besserer Verfassung
In den vier TOP-Anbaustaaten für Winterweizen (Kansas, Texas, Oklahoma und Colorado) hat sich der Zustand der Weizenpflanzen letzte Woche lediglich in Texas leicht verbessert und ist in Colorado stabil geblieben. In Kansas und Oklahoma hat es hingegen erneute leichte Verschlechterungen gegeben. Vor einem Jahr (2013) befanden sich in den US-Weizenanbaugebieten nach einer ähnlich extremen Trockenperiode wie in diesem Jahr am 25. Mai auch nur noch 30 % des Winterweizens in gutem oder sehr gutem Zustand, während 42 % des Weizens in schlechter oder sehr schlechter Verfassung war. Vergleicht man des Zustand des US-Weizen einmal mit der aktuellen Einwicklung in Europa wird die ganze Dramatik der Situation deutlich. In Frankreich befanden sich nach dem aktuellen Crop-Monitoring des Landwirtschaftsministeriums 75 % der Weizenpflanzen in gutem oder sehr guten Zustand (Vorwoche: 73 %). Im letzten Jahr waren zu diesem Termin 67 % des Weizens in guter oder sehr guter Verfassung. Ähnlich dürfte die aktuelle Situation in Deutschland sein.
 
Deutlich kleinere Erntefläche, schwache Erträge, kleine Produktion
Die neue Weizenernte für die USA liegt nach der Mai-Prognose des USDA nur noch bei 53,43 Mio. t nach einer Ernte von 57,96 Mio. t im letzten Jahr (2013) und 61,7 Mio. t vor zwei Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr wäre das ein Rückgang von 8 %. Bei Winterweizen soll die Erntemenge insgesamt 38,17 Mio. t betragen, nach 41,76 Mio. t im letzten Jahr. Das ist ein Rückgang von 9 %. Die Erntefläche soll beim Winterweizen wegen Trockenheit und Auswinterungsschäden mit 13,18 Mio. ha rund 22 % (!!) kleiner sein wie die ursprüngliche Aussaatfläche von 17,00 Mio. ha. Im letzten Jahr war die Erntefläche allerdings sogar um 25 % von 17,4 Mio. ha (Aussaat) auf 13,11 Mio. ha geschrumpft. Die durchschnittlichen Erträge beim Winterweizen sollen nach der Einschätzung des USDA mit 2,9 t/ha (43,1 Bu/acrers ) jedoch noch 9 % unter dem ohnehin schon sehr schwachen Vorjahr 3,18 t/ha (47,4 Bu/acres) liegen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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