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Analyse

USA: Trockenheit und Kälte setzen Winterweizen zu

von , am
16.04.2014

© Getreide_Fruehjahr.gif
 
Der Zustand des Winterweizens in den USA hat sich weiter verschlechtert. Daran haben offenbar auch die vereinzelten Regenfälle in Teilen der südlichen Weizenanbaugebiete nichts geändert. Das bestätigt das US-Landwirtschaftsministerium Anfang dieser Woche (13.04) in seinem zweiten Bericht zum Zustand des Winterweizens in den einzelnen Bundesstaaten. Weiterhin fehlt den Weizenpflanzen der Regen für die weitere Entwicklung. Außerdem ist es seit letzter Woche in einigen Regionen wieder sehr kalt (mit Frost) geworden und der Winterweizen könnte noch weiter geschädigt werden. Ganz besonders betroffen von dem erneuten Kälteeinbruch ist die Mitte und der Osten des größten Weizenabbaustaates Kansas.
 
Bereits schlechter als im Vorjahr
Am 13. April befanden sich nur noch 34 % des gesamten US-Winterweizens in gutem oder sehr gutem Zustand, während sich 32 % der Pflanzen in schlechter oder sehr schlechter Verfassung befanden. In Woche zuvor befanden sich noch 35 % der Weizenpflanzen in gutem oder sehr gutem Zustand und 29 % wurden als schlecht oder sehr schlecht eingestuft. Trotz der jüngsten Niederschläge (vor allem im Westen der Hauptanbaugebiete für Winterweizen) ist also eine weitere Verschlechterung des Zustandes der Weizenpflanzen eingetreten. Am 14. April des bereits sehr schlechten Vorjahres (2013), befanden sich nach dem Crop-Monitoring des USDA (aus den gleichen Gründen) immerhin noch 36 % des Winterweizens in gutem oder sehr gutem Zustand, während 31 % des Weizens in schlechter oder sehr schlechter Verfassung war. Von den vier wichtigsten Anbaustaaten für Winterweizen sich der Zustand der Weizenpflanzen in der letzte Woche in Kansas, Oklahoma und Texas weiter verschlechtert, während die Verhältnisse in Colorado relativ stabil blieben.
 
Weitere Abwärtskorrektur für Kansas
Am 13. April 2014 befanden sich in Kansas nur 26 %der Weizenpflanzen in gutem oder sehr guten Zustand und 30 % in schlechter oder sehr schlechter Verfassung. Eine weitere Verschlechterung gegenüber der Vorwoche. Am 08. April befanden sich noch 29 % des Weizens in guter oder sehr guter Verfassung und 27 % in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Vor einem Jahr am 14 April 2013 war die Situation allerdings nur geringfügig besser. Damals wurden 30 % des Weizen in Kansas als gut oder gut eingestuft und 33 % als schlecht oder sehr schlecht. Kansas ist der mit Abstand wichtigsten US-Weizenanbaustaat und verfügt 2014 über etwa 22 % (3,77 Mio. ha / 9,3 Mio. Acres) der gesamten Aussaatfläche von Winterweizen 2014.
 
Situation in Texas am dramatischsten
In Texas hat der anhaltende Niederschlagsmangel dafür gesorgt, dass sich bis zum 14. April 2014 nur 13 % des Weizens in guter und sehr guter Verfassung befand und dafür 63 % (!!!) in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Eine Woche zuvor am 6. April befanden sich ebenfalls 13 % des Weizens in guter oder sehr guter Verfassung jedoch „nur“ 61 % in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Vor einem Jahr am 14 April 2013 war die Situation in Texas allerdings nicht wirklich besser. Damals wurden 17 % des Weizen in Texas als gut oder gut eingestuft und „nur“ 50 % als schlecht oder sehr schlecht. Texas ist die Nummer zwei unter den US-Anbaustaaten für Winterweizen, mit einem Anteil von knapp 14 % (2,39 Mio. ha / 5,9 Mio. Acres) an der gesamten Winterweizenfläche 2014.
 
Oklahoma mit weiterer Verschlechterung
Am 13. April 2014 befanden sich in Oklahoma nur noch 14 % des Winterweizens in guter oder sehr Verfassung und 54 % waren in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche ist dies eine weitere deutliche Verschlechterung der Situation. Am 6. April wurden zwar ebenfalls 15 % des Weizens als gut oder sehr gut eingestuft jedoch „nur“ 48 % als schlecht oder sehr schlecht. Dies ist eine deutliche Zunahme des Weizens in der schlechtesten Kategorie. Vor einem Jahr am 14 April 2013 war die Situation in Oklahoma hingegen deutlich besser. Damals wurden immerhin 37 % des Weizen als gut oder gut eingestuft und 25 % als schlecht oder sehr schlecht. Oklahoma liegt 2014 unter den Anbaustaaten von Winterweizen mit knapp 13 % der Aussaatfläche (2,15 Mio. ha / 5,3 Mio. Acres)auf Position drei.
 
Situation in Colorado stabilisiert
Am 13. April 2014 befanden sich in Colorado noch 36 % des Winterweizens in guter oder sehr Verfassung und 33 % waren in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche hat sich damit nichts am Zustand des Weizens verändert. Vor einem Jahr am 14 April 2013 war die Situation in Colorado allerdings noch schlechter als in diesem Jahr. Damals wurden lediglich 14 % des Weizen als gut oder gut eingestuft und 44 % als schlecht oder sehr schlecht. Colorado liegt auf Position vier der wichtigsten Anbaustaaten von Winterweizen mit etwa 7 % der Aussaatfläche (1,15 Mio. ha / 2,85 Mio. Acres).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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