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Analyse

USA/Weizen 2014: Ernte trotz Flächenrückgang größer

von , am
21.02.2014

Trotz einer rückläufigen Aussaatfläche erwartete das USDA für das neue Wirtschaftsjahr 2014/15 eine etwas größere Weizenernte als 2013.

Am Tagesende notierte der Weizen bei 172,75 Euro je Tonne. © Rainer Sturm
 
 
Trotz einer rückläufigen Aussaatfläche erwartete das USDA für das neue Wirtschaftsjahr 2014/15 eine etwas größere Weizenernte als 2013. Gleichzeitig geht der Verbrauch zurück und die Exporte werden ebenfalls schrumpfen. Die Weizenpreise sollen noch einmal sehr deutlich unter das aktuelle Niveau fallen.
 
Ernte wird größer als 2013
Beim Weizen hatte das USDA die Aussaatfläche für die neue Ernte 2014/15 auf 55,5 Mio. Acres (22,47 Mio. ha) geschätzt und damit 0,7 Mio. Acres kleiner als im aktuellen Wirtschaftsjahr mit 56,2 Mio. Acres (22,75 Mio. ha). Trotz des Rückgangs der Aussaatfläche erwartet das USDA mit 47,2 Mio. Acres (19,1 Mio. ha) für 2014 jedoch eine größere Erntefläche als im Jahr 2013 . Damals hatten die US-Farmer (witterungsbedingt) nur von 45,7 Mio. Acres (18,5 Mio. ha) Weizen geerntet. Gleichzeitig schätzt das USDA die durchschnittlichen Erträge für 2014 mit 45,8 Buschel/Acres (3,06 t/ha) etwas schwächer ein als zur Ernte 2013 mit 47,2 Buschel/Acres (3,17 t/ha). In der Konsequenz ergibt sich 2014 eine Produktionsmenge von 2.160 Mio. Buschel (58,79 Mio. t) nach 2130 Mio. Bushel (57,97 Mio. t) im letzten Jahr und damit eine etwas größere Produktion.
 
Verbrauch und Exporte kleiner
Den Verbrauch für 2014/15 schätzt das USDA mit 1.231 Mio. Buschel (33,50 Mio. t) hingegen kleiner ein als im aktuellen Wirtschaftsjahr mit 1.284 Mio. Buschel (34,94 Mio. t). Grund ist vor allem der rückläufige Verbrauch von Futterweizen von 250 Mio. Buschel (6,8 Mio. t) auf 190 Mio. Buschel (5,2 Mio. t).  Im Dürrejahr 2012 (mit knapper Maisversorgung) lag der Futterverbrauch sogar bei 388 Mio. Buschel (10,56 Mio. t) und damit deutlich höher. Gleichzeitig gehen die USDA-Experten davon aus, dass der Export 2014/15 nicht mehr ganz gut läuft wie im aktuellen Wirtschaftsjahr. Anstelle der dieses Jahr exportierten 1.175 Mio. Buschel (31,98 Mio. t) rechnet man für das Wirtschaftsjahr 2014/15 noch mit einer Ausfuhr von 1.050 Mio. Buschel (28,5 Mio.t).
 
Preise sollen deutlich fallen
Die Endbestände sollen nach dieser Prognose im nächsten Wirtschafsjahr leicht auf 587 Mio. Buschel (15,98 Mio. t) wachsen, nachdem sie in diesem Wirtschaftsjahr auf 558 Mio. Buschel (15, 18 Mio. t) geschrumpft waren. Vor zwei Jahre verfügten die USA noch über Bestände von 718 Mio. Buschel (19,5 Mio. t). Alles in allem sollen die Veränderungen - vor allem in Verbindung mit der Entwicklung am Maismarkt – zu einem weiteren sehr deutlichen Rückgang der Preise führen. Während die US-Weizenpreise im Wirtschaftsjahr 2012/13 durchschnittlich bei 7,77 USD/bu (209 Euro/t) lagen, waren es im laufenden Jahr nur noch 6,80 USD/bu (182 Euro). Für das nächste Wirtschaftsjahr rechnet das USDA allerdings nur noch noch mit Preise von 5,30 USD/bu (142 Euro) und damit mit einem weiteren Preisrückgang von 22 Prozent. Derzeit (21.01) liegen die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago noch bei 6,16 USD/bu (165 Euro) und für Brotweizen in Kansas bei 6,92 (186 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke (oz) / Redaktionsleiter marktkompass
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