Login
Analyse

USA/Weizen: Situation immer kritischer, Hitzewelle erwartet

von , am
06.05.2014

Eine weitere dramatische Verschlechterung des Wachstumszustandes (und Ertragspotentials) beim Winterweizen lässt das aktuelle Crop-Monitoring des USDA erkennen.

© Verena N./pixelio
 
Eine weitere dramatische Verschlechterung des Wachstumszustandes (und Ertragspotentials) beim Winterweizen lässt das aktuelle Crop-Monitoring des USDA in den wichtigsten südlichen Anbaustaaten für Winterweizen Kansas, Texas, Oklahoma und Colorado erkennen. Dabei steht das schlimmste offenbar noch bevor, denn für diese Woche wird in den betroffenen Bundesstaaten eine Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 100 Grad Fahrenheit (38 Grad Celsius) erwartet. Diese hohen Temperaturen dürften den ohnehin schon geschwächten Weizen in einer der wichtigsten Wachstumsphasen hart treffen und das Ertragspotential zusätzlich reduzieren. Man darf gespannt sein, wie das USDA die Ertrags- und Produktionsaussichten für die USA in seinem am kommenden Freitag Abend erscheinenden Monatsreport einschätzt. Die wichtigste US-Feldtour schätzte das Ertragspotential (und die Erntemenge) beim Winterweizen im größten US-Weizenanbaustaat Kansas letzte Woche jedenfalls katastrophal ein.
 
Situation wird immer kritischer
Nach der aktuellen Erhebung des USDA befanden sich am 04. Mai nur noch 31 % des gesamten US-Winterweizens in gutem oder sehr gutem Zustand, während sich 38 % des Weizens in schlechter oder sehr schlechter Verfassung befanden. In Woche bis zum 27 April befanden sich noch 33 % der Weizenpflanzen in gutem oder gutem Zustand und 34 % wurden als schlecht oder sehr schlecht eingestuft. Damit ist eine weitere deutliche Verschlechterung des Zustandes der Weizenpflanzen eingetreten. Am 05. Mai des Vorjahres (2013) befanden sich nach dem Crop-Monitoring des USDA (aus den gleichen Gründen) ebenfalls nur 32 % des Winterweizens in gutem oder sehr gutem Zustand, während 39 % des Weizens in schlechter oder sehr schlechter Verfassung war. Aktuell hat sich der Zustand der Weizenpflanzen in Kansas und Oklahoma deutlich und in Colorado moderat verschlechtert, während die Situation in Texas unverändert (schlecht) blieb.
 
Weiterer deutlicher Abwärtsrutsch in Kansas
Am 04. Mai 2014 befanden sich in Kansas nur noch 17 % der Weizenpflanzen in gutem oder sehr guten Zustand und 47 % in schlechter oder sehr schlechter Verfassung. Eine weitere deutliche Verschlechterung gegenüber der Vorwoche. Am 27. April 2014 befanden sich immerhin noch 21 % des Weizens in guter oder sehr guter Verfassung und „nur“ 37 % in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Vor einem Jahr am 04 Mai 2013 war die Situation (trotz Trockenheit) besser. Damals wurden immerhin noch 27 % des Weizens in Kansas als gut oder sehr gut eingestuft und 40 % als schlecht oder sehr schlecht. Kansas ist der mit Abstand wichtigsten US-Weizenanbaustaat und verfügt 2014 über etwa 22 % (3,77 Mio. ha / 9,3 Mio. Acres) der gesamten Aussaatfläche von Winterweizen.
 
In Texas unverändert schlecht
In Texas hat der extreme Niederschlagsmangel seit dem Herbst 2013 dazu geführt, dass sich am 04. Mai 2014 nur 13 % des Weizens in guter und sehr guter Verfassung befand und dafür 64 % (!!!) in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Eine Woche zuvor am 27. April befanden sich ebenfalls 13 % des Weizens in guter oder sehr guter Verfassung und 65 % in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Vor einem Jahr am 04 Mai 2013 war die Situation in Texas sogar noch schlechter. Damals wurden nur 6 % des Weizen in Texas als gut oder sehr gut eingestuft und 74 % als schlecht oder sehr schlecht. Texas ist die Nummer zwei unter den US-Anbaustaaten für Winterweizen, mit einem Anteil von knapp 14 % (2,39 Mio. ha / 5,9 Mio. Acres) an der gesamten Winterweizenfläche 2014.
 
Oklahoma weiterhin extrem trocken
Am 04. Mai 2014 befanden sich in Oklahoma nur noch 6 % des Winterweizens in guter oder sehr Verfassung und 73 % der Pflanzen waren in schlechtem oder sogar sehr schlechtem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche ist dies eine weitere deutliche Verschlechterung der Situation. Am 27. April 2014 wurden 9 % des Weizens als gut oder sehr gut eingestuft und 65 % als schlecht oder sehr schlecht. Vor einem Jahr am 05 Mai 2013 war die Situation in Oklahoma etwas besser. Damals wurden immerhin 20 % des Weizen als gut oder gut eingestuft und 45 % als schlecht oder sehr schlecht. Oklahoma liegt 2014 unter den Anbaustaaten von Winterweizen mit knapp 13 % der Aussaatfläche (2,15 Mio. ha / 5,3 Mio. Acres)auf Position drei.
 
Situation in Colorado immer kritischer
Am 04. Mai 2014 befanden sich in Colorado noch 31 % des Winterweizens in guter oder sehr Verfassung und 37 % waren in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche hat sich der Zustand des Weizens in Colorado damit ebenfalls verschlechtert. Am 27. April 2014 wurden 36 % des Weizens als gut oder sehr gut eingestuft und 33 % als schlecht oder sehr schlecht Vor einem Jahr am 04. Mai 2013 war die Situation in Colorado indessen deutlich schlechter als in diesem Jahr. Damals wurden nur noch 13 % des Weizen als gut oder gut eingestuft und 56 % als schlecht oder sehr schlecht. Colorado liegt auf Position vier der wichtigsten Anbaustaaten von Winterweizen mit etwa 7 % der Aussaatfläche (1,15 Mio. ha / 2,85 Mio. Acres).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant