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Analyse

USA/Weizen: Trockenheit drückt Erträge, Produktion schrumpft

von , am
13.05.2014

Offenbar dreht sich die Abwärtsspirale hinsichtlich Wachstumszustand und Ertragspotential bei US-Winterweizen weiter.

© Verena N./pixelio
 
Offenbar dreht sich die Abwärtsspirale hinsichtlich desWachstumszustands und des Ertragspotentials beim US-Winterweizen weiter. In der letzten Woche hatten Temperaturen bis zu 100 Grad Fahrenheit (38 Grad Celsius) dem bereits geschädigten Weizen besonders zugesetzt. Vereinzelte Regenfälle brachten zuletzt zwar etwas Linderung für die unter Trockenheit und Hitzestress leidenden Pflanzen, brachten jedoch keine grundlegende Besserung. Vor diesem Hintergrund schätzte das USDA die neue Weizenernte für die USA nur noch auf 53,4 Mio. t. (US-Analysten hatten zuvor 55,4 Mio. t erwartet) nach 57,9 Mio. t im letzten Jahr (2013) und 61,7 Mio. t vor zwei Jahren. Die Produktion von Winterweizen wird mit 38,2 Mio. t rund 8 % kleiner eingeschätzt als im bereits ziemlich schwachen Vorjahr (41,8 Mio. t). Vor zwei Jahren ernteten die US-Farmer noch 44,7 Mio. t Winterweizen.
 
Situation verschlechtert sich weiter
Nach der letzten Erhebung des USDA befanden sich am 11. Mai nur noch 30 % des gesamten US-Winterweizens in gutem oder sehr gutem Zustand, während sich 42 % des Weizens in schlechter oder sehr schlechter Verfassung befanden. In Woche bis zum 05 Mai befanden sich noch 31 % der Weizenpflanzen in gutem oder gutem Zustand und 38 % wurden als schlecht oder sehr schlecht eingestuft. Damit ist eine weitere Verschlechterung des Zustandes der Weizenpflanzen eingetreten. Am 12. Mai des Vorjahres (2013) befanden sich nach dem Crop-Monitoring des USDA (aus den gleichen Gründen) nur 31 % des Winterweizens in gutem oder sehr gutem Zustand, während 39 % des Weizens in schlechter oder sehr schlechter Verfassung war. Letzte Woche hat sich der Zustand der Weizenpflanzen in Kansas weiter drastisch und in Oklahoma und Texas moderat verschlechtert, während die Situation in Colorado unverändert (schlecht) blieb.
 
Kansas erntet 18 % weniger Weizen als 2013
Am 11. Mai 2014 befanden sich in Kansas nur noch 11 % der Weizenpflanzen in gutem oder sehr guten Zustand und 56 % in schlechter oder sehr schlechter Verfassung. Eine weitere deutliche Verschlechterung gegenüber der Vorwoche. Am 05. Mai 2014 befanden sich noch 17 % des Weizens in guter oder sehr guter Verfassung und „nur“ 47 % in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Vor einem Jahr am 04 Mai 2013 war die Situation (trotz Trockenheit) besser. Damals wurden immerhin noch 28 % des Weizens in Kansas als gut oder gut eingestuft und 41 % als schlecht oder sehr schlecht. Kansas ist der mit Abstand wichtigste US-Winterweizenproduzent. Das USDA rechnet für 2014 mit einer Produktion von 7,07 Mio. t (260,4 Mio. Bu) nach 8,68 Mio. t (319,2 Mio. bu) im letzten Jahr. Das ist ein Rückgang der Produktion von 18 % und entspricht noch knapp 19 % der gesamten US-Winterweizenproduktion.
 
In Texas schrumpft die Produktion um 15 %
In Texas hat der extreme Niederschlagsmangel seit dem Herbst 2013 dazu geführt, dass sich am 11. Mai 2014 nur 11 % des Weizens in guter und sehr guter Verfassung befand und dafür 68 % (!!!) in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Eine Woche zuvor am 05. Mai befanden sich ebenfalls 13 % des Weizens in guter oder sehr guter Verfassung und 64 % in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Vor einem Jahr am 11 Mai 2013 war die Situation in Texas noch etwas schlechter. Damals wurden nur 9 % des Weizen in Texas als gut oder sehr gut eingestuft und 73 % als schlecht oder sehr schlecht. Das USDA rechnet für 2014 nur noch mit einer Produktion von 1,5 Mio. t (55,1 Mio. Bu) nach 1,77 Mio. t (65,3 Mio. bu) im letzten Jahr. Das ist ein Rückgang der Produktion von 15 % und entspricht nur noch knapp 4 % der gesamten US-Winterweizenproduktion.
 
Oklahoma erntet 40 % weniger Winterweizen
Am 12. Mai 2014 befanden sich in Oklahoma nur noch 6 % des Winterweizens in guter oder sehr Verfassung und 75 % der Pflanzen waren in schlechtem oder sogar sehr schlechtem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche ist dies eine weitere Verschlechterung der Situation. Am 05. Mai 2014 wurden 6 % des Weizens als gut oder sehr gut eingestuft und 73 % als schlecht oder sehr schlecht. Vor einem Jahr am 11 Mai 2013 war die Situation in Oklahoma etwas besser. Damals wurden immerhin 21 % des Weizen als gut oder gut eingestuft und 47 % als schlecht oder sehr schlecht. Das USDA rechnet für 2014 mit einer Produktion von 1,7 Mio. t (62,7 Mio. Bu) nach 2,86 Mio. t (105,4 Mio. bu) im letzten Jahr. Das ist ein Rückgang der Produktion von 40 % und entspricht noch gut 4 % der gesamten US-Winterweizenproduktion.
 
Weizenernte in Colorado größer als 2013
Am 11. Mai 2014 befanden sich in Colorado noch 29 % des Winterweizens in guter oder sehr Verfassung und 36 % waren in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche hat sich der Zustand des Weizens in Colorado nur moderat verschlechtert. Am 05. Mai 2014 wurden 31 % des Weizens als gut oder sehr gut eingestuft und 37 % als schlecht oder sehr schlecht. Vor einem Jahr am 04. Mai 2013 war die Situation in Colorado hingegen deutlich schlechter als in diesem Jahr. Damals wurden nur noch 16 % des Weizen als gut oder gut eingestuft und 57 % als schlecht oder sehr schlecht. Das USDA rechnet für 2014 mit einer Produktion von 2,29 Mio. t (84,15 Mio. Bu) nach 1,2 Mio. t (44,2 Mio. bu) im letzten Jahr. Das ist eine Zunahme der Produktion von 90 % und entspricht etwa 6 % der gesamten US-Winterweizenproduktion.
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