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Analyse

USA/Weizen: Trockenstress reduziert Ertragsaussichten

von , am
29.04.2014

Der Zustand des Winterweizens in den USA in den südlichen Hauptanbaugebieten hat sich trotz der vereinzelten Regenfälle weiter verschlechtert.

© landpixel

Der Zustand des Winterweizens in den USA in den südlichen Hauptanbaugebieten hat sich trotz der vereinzelten Regenfälle weiter verschlechtert. Das bleibt natürlich nicht ohne Einfluss auf die weiteren Ertrags- und Produktionserwartungen beim weltweit größten Weizenexporteur und spiegelt sich auch in den Preiserwartungen für die neue Ernte wider. Eine ganze Reihe von US-Analysten geht mittlerweile davon aus, dass sich die Weizenpflanzen in den besonders vom Trockenstress betroffenen Anbaustaaten auch bei ergiebigen Regenfällen nicht mehr deutlich erholen werden. Danach sieht es derzeit aber nicht aus, denn für die nächsten 10 Tage erwarten US-Wetterdienste in den Hauptanbaugebieten kaum Regen. Im wichtigsten Weizenanbaustaat Kansas sind seit Oktober in einigen Regionen nur zwischen 50 % und 10 % der normalen Niederschlagsmengen gefallen. Weitere Erkenntnisse über Zustand des Winterweizens (HRW) in Kansas dürfte die diese Woche beginnende jährliche Feldtour (Wheat Quality Council’s Hard Red Winter Wheat Tour) bringen.
 
Situation ähnlich schlecht wie im Vorjahr
Am 27. April befanden sich nur noch 33 % des gesamten US-Winterweizens in gutem oder sehr gutem Zustand, während sich 34 % des Weizens in schlechter oder sehr schlechter Verfassung befanden. In Woche bis zum 20 April befanden sich noch 34 % der Weizenpflanzen in gutem oder gutem Zustand und 33 % wurden als schlecht oder sehr schlecht eingestuft. Trotz vereinzelter Niederschläge ist also eine weitere Verschlechterung des Zustandes der Weizenpflanzen eingetreten. Am 27. April des Vorjahres (2013) befanden sich nach dem Crop-Monitoring des USDA (aus den gleichen Gründen) allerdings ebenfalls nur 33 % des Winterweizens in gutem oder sehr gutem Zustand, während 35 % des Weizens in schlechter oder sehr schlechter Verfassung war. Aktuell hat sich der Zustand der Weizenpflanzen in Kansas und Oklahoma weiter verschlechtert, während die Verhältnisse in Texas und Colorado diesmal relativ stabil blieben.
 
In Kansas schon schlechter als 2013
Am 27. April 2014 befanden sich in Kansas nur 21 % der Weizenpflanzen in gutem oder sehr guten Zustand und 37 % in schlechter oder sehr schlechter Verfassung. Eine weitere deutliche Verschlechterung gegenüber der Vorwoche. Am 20. April 2014 befanden sich noch 24 % des Weizens in guter oder sehr guter Verfassung und 33 % in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Vor einem Jahr am 28 April 2013 war die Situation geringfügig besser. Damals wurden 27 % des Weizen in Kansas als gut oder gut eingestuft und 39 % als schlecht oder sehr schlecht. Kansas ist der mit Abstand wichtigsten US-Weizenanbaustaat und verfügt 2014 über etwa 22 % (3,77 Mio. ha / 9,3 Mio. Acres) der gesamten Aussaatfläche von Winterweizen 2014.
 
Situation in Texas weiter kritisch
In Texas hat der extreme Niederschlagsmangel dazu geführt, dass sich am 27. April 2014 nur 13 % des Weizens in guter und sehr guter Verfassung befand und dafür 65 % (!!!) in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Eine Woche zuvor am 20. April befanden sich ebenfalls 13 % des Weizens in guter oder sehr guter Verfassung und 65 % in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Vor einem Jahr am 28 April 2013 war die Situation in Texas allerdings sogar noch schlechter. Damals wurden nur 7 % des Weizen in Texas als gut oder gut eingestuft und 68 % als schlecht oder sehr schlecht. Texas ist die Nummer zwei unter den US-Anbaustaaten für Winterweizen, mit einem Anteil von knapp 14 % (2,39 Mio. ha / 5,9 Mio. Acres) an der gesamten Winterweizenfläche 2014.
 
Oklahoma extrem trocken
Am 27. April 2014 befanden sich in Oklahoma nur noch 9 % des Winterweizens in guter oder sehr Verfassung und 65 % der Pflanzen waren in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche ist dies eine weitere Verschlechterung der Situation. Am 20. April 2014 wurden 11 % des Weizens als gut oder sehr gut eingestuft und 61 % als schlecht oder sehr schlecht. Dies ist eine weitere deutliche Zunahme des Weizens in der schlechtesten Kategorie. Vor einem Jahr am 28 April 2013 war die Situation in Oklahoma zumindest etwas besser. Damals wurden immerhin 22 % des Weizen als gut oder gut eingestuft und 41 % als schlecht oder sehr schlecht. Oklahoma liegt 2014 unter den Anbaustaaten von Winterweizen mit knapp 13 % der Aussaatfläche (2,15 Mio. ha / 5,3 Mio. Acres)auf Position drei.
 
Situation in Colorado stabilisiert
Am 27. April 2014 befanden sich in Colorado noch 36 % des Winterweizens in guter oder sehr Verfassung und 33 % waren in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche hat sich damit kaum etwas am Zustand des Weizens in Colorado verändert. Vor einem Jahr am 28 April 2013 war die Situation in Colorado noch deutlich schlechter als in diesem Jahr. Damals wurden nur noch 11 % des Weizen als gut oder sehr gut eingestuft und 54 % als schlecht oder sehr schlecht. Colorado liegt auf Position vier der wichtigsten US-Anbaustaaten von Winterweizen mit etwa 7 % der Aussaatfläche (1,15 Mio. ha / 2,85 Mio. Acres).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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