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Analyse

USDA-Daten stützen Weizenmarkt

von , am
11.02.2014

Der Internationale Getreiderat setzte sowohl die globale Weizenernte als auch die weltweiten Weizenbeständen auf neue Rekordwerte nach oben. © Mühlhausen/landpixel
 
Mit steigenden Preisen reagierte der Weizenmarkt auf die Daten des neuen USDA-Reports. Am Ende des Handelstags lag der Weizen für den Märzkontrakt am US-Terminmarkt mit 1,3 % im Plus und notierte bei umgerechnet 157 Euro/t (584,6 Ct/bu). US-Brotweizen in Kansas legte sogar um mehr als 2 % auf umgerechnet 178 Euro/t zu (662,6 Ct/bu). In Europa haben sich die Weizenpreise am Montag nicht verändert. Am Terminmarkt in Paris kostet der Weizenkontrakt knapp 195 Euro. Im vorbörslichen elektronischen Handel bewegen sich die Preise für Weizen am Dienstag Vormittag (MEZ) in Chicago erneut im grünen Bereich.
 
US-Bestände schrumpfen exportbedingt
Überrascht hat Analysten und Händler wohl der stärkere Abbau der US-Weizenbestände wegen der unverändert starken Exportnachfrage. Anstelle der von den Analysten erwarteten unveränderten Endbestände von 16,6 Mio. t, schrumpfen die US-Weizenbestände jetzt um mehr als 1,0 Mio. t auf 15,2 Mio. t. Darauf regierten die US-Terminmärkte mit kräftigen Preisaufschlägen, zumal auch die globalen Endbestände von 185,4 Mio. t auf 183,7 Mio. t zurückgesetzt wurden.
 
Noch mehr Weizen-Exporte der EU
Grund für den Bestandsabbau ist der rekordhohe globale Export von jetzt 159,4 Mio. t (Januar: 158,6 Mio. t). Mittweile liegt die erwartete Handelsmenge rund 22 Mio. t über dem Vorjahr (137 Mio. t). Der Weizen-Export der EU-Länder wird vom USDA ein weiteres Mal sehr kräftig von 26,0 Mio. t auf 27,5 Mio. t (Vj. 22,6 Mio. t) nach oben geschraubt, während man die kanadische Ausfuhr (wegen der logistischen Probleme mit der Riesenernte) unverändert bei 22,5 Mio. t (Vj. 18,6 Mio. t) belässt. Der US-Export wird gegenüber Januar ebenfalls um mehr als 1,0 Mio. t auf knapp 31,5 Mio. t (Vj. 27,7 Mio. t) nach oben gesetzt. Die russische Weizenausfuhr bliebt wie schon im Januar unverändert bei 16,5 Mio. t (Vj. 11,3 Mio. t). Den ukrainischen Export lässt das USDA ebenfalls unverändert bei 10,0 Mio. t (Vj. 7,2 Mio. t) und auch die indischen Exporte bleiben bei 6,5 Mio. t. Der kasachische Export wird hingegen von 8 Mio. t auf 6,5 Mio. t reduziert.
 
Australiens Ernte wie erwartet gut
Für Australien ließ das USDA die Erntemenge unverändert bei 26,5 Mio. t auf dem Stand von Januar. Im Vergleich zum letzten Jahr ist die australische Produktion damit fast 4 Mio. größer. Das australische Exportpotential sieht das USDA bei 18,5 Mio. t und damit 0,5 Mio. t kleiner als im Januar und trotz der größeren Ernte knapp 3,0 Mio. t kleiner als im letzten Jahr. Für Argentinien hat das USDA die Weizenernte ebenfalls unverändert bei 10,5 Mio. t (Vj. 9,3 Mio. t) belassen. Die Exportmenge wurde jedoch von 3,0 Mio. t auf 2,0 Mio. t (Vj.7,5 Mio. t) nach unten gesetzt.
 
Nichts Neues aus Kanada und Russland
Für Kanada korrigierte das USDA die Rekordernte von 37,5 Mio. t (Vj. 27,2 Mio. t) nicht mehr. Unverändert blieb auch die Produktion in Russland mit 52,0 Mio. t und für die Ukraine ging es ganz leicht auf 22,3 Mio. t nach oben. Für die EU blieb die endgültige Produktion mit 142,9 Mio. t ebenfalls unverändert (dav. knapp 135 Mio. t Weichweizen). Ebenfalls nicht verändert hat das USDA die endgültige Weizenernte für China bei 122,0 Mio. t (Vj. 121 Mio. t) und auch für Indien blieb die Erntemenge mit 92,5 Mio. t (Vj. 94,9 Mio. t) unverändert.
 
Trotz Rekordernte wachsen Bestände nur wenig
Trotz der globalen Rekordernte sind die Endbestände mit 184 Mio. t lediglich 8 Mio. t höher als im Vorjahr. Im Vergleich zum Januar (185,4 Mio. t) wurden die Bestände zudem um 1,7 Mio. t reduzieret. Ganz geringfügig um 0,8 Mio. t auf 712 Mio. t nach unten gesetzt hat das USDA die globale Rekordproduktion beim Weizen. Gleichzeitig ging der Rekord-Verbrauch jedoch von 703,4 Mio. t auf 704 Mio. t nach oben und liegt damit nur 8 Mio. t unter der Rekordproduktion.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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