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Analyse

USDA: EU exportiert mehr Weizen, Russland weniger

von , am
13.01.2015

Der Weizenmarkt verarbeitete die neuen Daten des USDA zunächst mit einem Preisrückgang.Am heutigen Dienstag liegend die Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel indessen sowohl in den USA als auch in Europa wieder im Plus.

© Mühlhausen/landpixel

 
Der Weizenmarkt verarbeitete die neuen Daten des USDA zunächst mit einem Preisrückgang. Am Ende des gestrigen Handelstages stand am Terminmarkt in Chicago ein Minus von 1,5 Prozent und in Europa gaben die Kurse um 0,8 % nach. Am heutigen Dienstag liegend die Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel indessen sowohl in den USA als auch in Europa wieder im Plus. Ursache ist die in diesem Umfang nicht erwartete deutlich Abwärtskorrektur der US-Aussaatfläche von Winterweizen für die Ernte 2015. Insgesamt liegt Aussaatfläche nur bei 16,4 Mio. ha und bleibt damit rund 5 % oder 0,86 Mio. ha unter den Analystenerwartungen von 17,26 Mio. ha.
 
Produktion noch etwas größer
Im Januar-Report bestätigt das USDA für 2014/15 noch einmal die globale Rekordernte. Im Vergleich zur letzten Schätzung vom Dezember (722 Mio. t) wurde die weltweite Erntemenge noch einmal um 1,2 Mio. t auf 723,2 Mio. t nach oben gesetzt. Bei den großen für den Markt maßgeblichen Produzenten und Exporteuren gab es jedoch keine Veränderungen mehr an den Erntemengen. Im Vergleich zur bisherigen Rekordernte aus dem letzten Jahr von 715 Mio. t ist die neue Ernte damit rund 8 Mio. t größer und damit die größte jemals eingebracht Weizenernte.
 
Mehr Exporte, aber auch größere Bestände
Der globale Verbrauch wurden gegenüber der Dezember-Prognose ebenfalls um 0,6 Mio. t auf 713 Mio. t nach oben gesetzt (Vj. 704 Mio. t). Der globale Verbrauch von Futterweizen wurde mit 139 Mio. t im Vergleich zum Dezember nicht verändert, ist jedoch etwa 10 Mio. t größer als im Vorjahr (130 Mio. t). Die globalen Bestände wurden im Vergleich zum Dezember-Report um 1 Mio. t auf rund 196 Mio. t nach oben gesetzt und sind damit 9 Mio. t größer als im letzten Wirtschaftsjahr (186 Mio. t). Die globale Handelsmenge korrigierte das USDA von 158,4 Mio. t auf 159,6 Mio. t nach oben. Damit bleiben die Ausfuhren nur noch 2 Mio. t unter dem Rekordwert aus dem letzten Wirtschaftsjahr von 162 Mio. t.
 
Europäer exportieren mehr, Russland weniger
Der erwartete Export der Europäer wurde im Januar-report des USDA nochmals um 1 Mio. t auf jetzt 30,0 Mio. t nach oben gesetzt und ist damit nur noch knapp 2,0 Mio. t kleiner als die Rekordausfuhr von 31,9 Mio. t aus dem Vorjahr. Um 0,5 Mio. t auf 23,5 Mio. t nach oben ging es auch mit den Weizenexporten Kanadas und um 0,7 Mio. t auf 11 Mio. t setzte das USDA die Ausfuhrerwartung für die Ukraine nach oben. Die Exportmenge für die USA blieb mit 25,5 Mio. t hingegen ebenso unverändert wie die Ausfuhren (und die Erntemengen) für Australien und Argentinien. Von 22,0 Mio. t auf 20,0 Mio. t nach unten ging es vor dem Hintergrund der ab Februar geltenden Exportbeschränkungen hingegen mit den erwarteten Weizen-Ausfuhren Russlands. Mit den derzeit erwarteten Ausfuhrmengen wären die Europäer im aktuellen Wirtschaftsjahr deutlich vor den USA (25,5), vor Kanada (23,5), Russland (20,0), Australien (18,0) sowie der Ukraine (11,0) der größte globale Weizenexporteur.
 
Ägypten und Algerien mit stabilen Importen
Für die großen Weizenimporteure haben sich die Einschätzungen im Januar kaum verändert. Die Importmenge des weltweit größten Importeurs Ägypten erwartet das USDA unverändert bei 10,0 Mio. t, nach 10,1 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr. Die brasilianischen Weizenimporte werden ebenfalls unverändert mit 7,0 Mio. t angegeben und damit ähnlich hoch wie im letzten Jahr (7,1 Mio. t). Die Importmenge des für die EU wichtigen Abnehmers Algeriens veranschlagt das USDA auf 7,4 Mio. t und damit auf eine ähnlich große Menge wie im Vorjahr.
 
Der Importbedarf des für die deutschen Exporteure wichtigen Abnehmers Iran wird auf 6,5 Mio. t veranschlagt und damit sogar 0,5 Mio. t höher als im Dezember und auf dem gleichen Niveau wie im letzten Jahr. Marokko kauft nach Einschätzung des USDA rund 3,0 Mio. t (Vj 3,9 Mio. t) am Weltmarkt (vor allem in der EU), die Türkei als neben Ägypten wichtigster Abnehmer von russischem Weizen, importiert nach Einschätzung des USDA 5,5 Mio. t (Vj. 4,1 Mio. t) und Saudi-Arabien kauft 3,25 Mio. t Weizen (Vj. 3,4 Mio. t) am Welt-Markt.
 
Dr. Olaf Zinke
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