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Analyse

USDA setzt europäische Weizenernte auf Allzeithoch

von , am
11.11.2014

Der Weizenmarkt nahm die neuen Daten des USDA ohne größere Ausschläge und damit relativ neutral auf.

© krick/agrar-press
Der Weizenmarkt nahm die neuen Daten des USDA ohne größere Ausschläge und damit relativ neutral auf. Am Ende des gestrigen Handelstages stand am Terminmarkt in Chicago sogar ein leichtes Plus von 0,5 Prozent. Am heutigen Mittwoch liegen die Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel indessen ebenso leicht im Minus. Große Veränderungen in den globalen Versorgungsbilanzen hat es damit am Weizenmarkt nicht gegeben. Lediglich die moderate Abwärtskorrektur der US-Endbestände war wegen der schwachen US-Exporte nicht erwartet worden. Die leichte Korrektur der globalen Weizenernte nach unten wurde durch die ebenso leichte Reduzierung des Verbrauchs ausgeglichen. Die Weizenernte in der Europäischen Union bricht indessen alle Rekorde und wurde noch weiter nach oben gesetzt.
 
Produktion, Verbrauch und Export etwas kleiner
Im November-Report geht das USDA für 2014/15 weiterhin von einer globalen Rekordernte bei Weizen aus. Im Vergleich zur letzten Schätzung vom Oktober (721 Mio. t) wurde die globale Erntemenge jedoch um 1,2 Mio. t auf 719,9 Mio. t nach unten gesetzt. Grund sind die kleineren Weizenernten in Australien, Kasachstan und Ägypten. Nochmals nach oben korrigiert hat das USDA hingegen die Weizenernte in Europäischen Union. Im Vergleich zur bisherigen Rekordernte aus dem letzten Jahr von 715 Mio. t ist die neue Ernte rund 5 Mio. t größer und damit die größte jemals eingebracht Weizenernte. Der globale Verbrauch wurden gegenüber der Oktober-Prognose um 1,4 Mio. t auf 713 Mio. t nach unten gesetzt (Vj. 704 Mio. t). Allerdings wurde der globale Verbrauch von Futterweizen mit 140 Mio. t im Vergleich zum Oktober nicht verändert und ist damit etwa 10 Mio. t größer als im Vorjahr (130 Mio. t). Die globalen Bestände haben sich im Vergleich zum Oktober-Report mit rund 193 Mio. t fast nicht verändert und sind damit rund 7 Mio. t größer als im letzten Wirtschaftsjahr (186 Mio. t). Die globale Handelsmenge wurde indessen von 157 Mio. t auf 155 Mio. t nach unten gesetzt und liegt damit rund 7 Mio. t unter dem bisherigen Rekordwert aus dem letzten Wirtschaftsjahr von 162 Mio. t.
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Europäische Rekordernte ist noch größer
Die europäische Weizenernte (Weichweizen und Durum) hat das USDA im November-Report nochmals um 1,4 Mio. t auf 155,4 Mio. t nach oben gesetzt. Damit wäre die europäische Weizenernte rund 12 Mio. t größer als im letzten Jahr (143,1 Mio. t). Gleichzeitig wär dies die bislang größte europäische Weizenernte überhaupt und der bisherige Produktionsrekord aus dem Jahr 2008 (151,9 Mio. t) wird deutlich übertroffen. Auch in einer ganzen Reihe von europäischen Ländern wie Deutschland, Polen oder Rumänien wurden neue Rekordernten erreicht. Der europäische Export soll wie bereits im Oktober erwartet 28,0 Mio. t erreichen und damit nur noch knapp 4,0 Mio. t kleiner sein als die Rekordausfuhr von 31,9 Mio. t im Vorjahr. Mit der derzeit erwarteten Ausfuhrmenge wären die Europäer im aktuellen Wirtschaftsjahr deutlich vor den USA (25,5), jedoch vor Russland (22,5), Kanada (22,5) und Australien (18,0) der größte globale Weizenexporteur.
 
Nichts Neues aus Russland
Unverändert bei 59 Mio. t belassen hat das USDA im November die Ernteprognose für Russland. Im vorigen Jahr ernteten die russischen Landwirte lediglich 52 Mio. t Weizen. Die durchschnittlichen Erträge der russischen Weizenernte (Winter und Sommerweizen) schätzt dass USDA im November etwa 11 % höher als im letzten Jahr und die Erntefläche ist mit rund 23,75 Mio. ha rund 0,35 Mio. ha größer als 2013. Das Exportpotential der Russen erwartet das USDA für die Saison 2014/15 ebenfalls unverändert bei 22,5 Mio. t, nach 18,5 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr sowie lediglich 11,3 Mio. t vor zwei Jahren. Die russischen Endbestände wachsen wegen des höheren Verbrauchs nicht ganz so kräftig wie erwartet von 5,2 Mio. t auf 6,9 Mio. t (Okt: 7,5 Mio. t) denn der russische Inlandsverbrauch fällt mit 35,0 Mio. t ebenfalls größer aus als im Oktober geschätzt (34,8 Mio. t) und als im Vorjahr (34,1) .
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Ukraine mit sehr guter Ernte
Für die Ukraine erwartet das USDA im November-Report eine Weizenernte von 24,5 Mio. t und damit ebenso viel wie im September-Report. Im Vorjahr (2013) ernteten die ukrainischen Landwirte 22,3 Mio. t. Damit ist die aktuelle Ernte gut 2,0 Mio. t größer als 2013. Gründe für die Aufwärtskorrektur der Produktion sind die sehr guten Erträge die etwa 15 % höher sind als im letzten Jahr. Die Erntefläche ist mit insgesamt 6,3 Mio. ha hingegen 0,27 Mio. ha kleiner als 2013 (6,57 Mio. ha). Das ukrainische Exportpotential erwartet das USDA im November-Report unverändert bei 10,0 Mio. t, nach 9,76 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr (2013/14) sowie 7,2 Mio. t vor zwei Jahren. Für Kasachstan rechnet das USDA mit einer Erntemenge von 12,0 Mio. t, dass sind nochmals 0,5 Mio. t weniger als im Oktober mit 12,5 Mio. t und knapp 2,0 weniger als im letzten Jahr (2013) mit 13,94 Mio. t. Die kasachischen Exporte werden jetzt nur noch bei 5,3 Mio. t erwartet nach 5,5 Mio. t im Oktober und 8,0 Mio. t in der letzten Saison.
 
US-Exporte deutlich kleiner als 2013
Die Weizenernte in den USA wurde im November ganz leicht von 55,4 Mio. t auf 55,1 Mio. t nach unten gesetzt. Im letzten Jahr (2013) ernteten die US-Farmer 58,1 Mio. t Weizen und vor zwei Jahren (2012) sogar 61,7 Mio. t. Die aktuelle US-Ernte wäre damit knapp 5 % kleiner als 2013 und 10 % kleiner als 2012. Anders als im Oktoberreport) erwartet wachsen die US-Endbestände nicht auf 17,8 Mio. t sondern nur auf 17,5 Mio. t. Analysten hatten wegen der relativ schwachen aktuellen Exporte einen Anstieg der Endbestände erwartet. Am US-Binnenmarkt erwartet das USDA eine Verbrauchsmenge von 33,1 Mio. t aus (dav. 4,9 Mio. t Futter nach 6,1 Mio. t im Vorjahr). Die Exporterwartung für die USA hat das USDA im November mit 25,5 Mio. t nicht verändert und bleibt damit deutlich unter dem Vorjahr mit 31,5 Mio. t.
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Australien erntet weniger Weizen
Für Australien senkte das USDA die Ernteschätzung auf Basis der bisherigen Witterungsverhältnisse nochmals um 1,0 Mio. t auf 24,0 Mio. t. Die gute Erntemenge aus dem letzten Jahr von 27 Mio. t wird damit um 3,0 Mio. t verfehlt. Die Exportprognose für Australien wurden um 1,0 Mio. t auf 18,0 Mio. t gesenkt und liegt damit etwa auf dem Niveau aus dem letzten Wirtschaftsjahr von 18,3 Mio. t. Die Schätzungen zur kanadischen Ernte wurde im November nicht verändert. Die Kanadier sollen nach der Riesenernte im letzten Jahr von 37,5 Mio. t infolge einer deutlichen Anbaueinschränkung und schwieriger Erntebedingungen nur noch 27,5 Mio. t ernten. Die Exporte der Kanadier hat das USDA wegen der Riesenbestände bei 22,5 Mio. t belassen. Im Jahr der Rekordernte (2013) exportierten die Kanadier 22,1 Mio. t und damit ähnlich viel.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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