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Analyse

USDA: Verbrauchswachstum stabilisiert den Weizenmarkt

von , am
13.10.2014

Der neue USDA-Report hat die Weizenpreise zunächst überraschend gestützt und den Markt stabilisiert.

© Rainer Sturm
Der neue USDA-Report hat die Weizenpreise zunächst überraschend deutlich gestützt und den Markt stabilisiert. Grund war die relativ deutliche Korrektur der globalen Endbestände nach unten wegen der (preisbedingten) kräftigen Steigerung des globalen Verbrauchs. In Europa gerieten die Weizenpreise zum Beginn der neuen Woche jedoch unter Druck. Ursache dürft die weitere Aufwärtskorrektur der europäischen Weizenernte sein. Allerdings wurden auch die europäischen Exporte und der europäische Verbrauch nach oben gesetzt.
 
Verbrauch wächst kräftig, Bestände kleiner
Im Oktober-Report geht das USDA für 2014/15 von einer globalen Rekordernte bei Weizen von 721 Mio. t aus. Im Vergleich zur letzten Schätzung vom September (720 Mio. t) ist dies nochmals ein leichter Anstieg um 1 Mio. t. Nach oben korrigiert hat das USDA wie im Vormonat die Ernte in Europäischen Union und auch in der Ukraine. Im Vergleich zur bisherigen Rekordernte aus dem letzten Jahr von 715 Mio. t ist die neue Ernte 6 Mio. t größer und damit die größte jemals eingebracht Weizenernte. Der globale Verbrauch wurden gegenüber der September-Prognose noch deutlicher um 4 Mio. t auf 714 Mio. t nach oben gesetzt (Vj. 704 Mio. t). Der globale Verbrauch von Futterweizen ist mit 140 Mio. t gut 2 Mio. t größer als im September erwartet wurde und 10 Mio. t größer als im Vorjahr (130 Mio. t). Die globalen Bestände wurden im Vergleich zum September-Report (wegen des größeren Verbrauchs) hingegen von 196 Mio. t auf gut 193 Mio. t nach unten gesetzt, sind damit aber immer noch 7 Mio. t größer als im letzten Wirtschaftsjahr (186 Mio. t). Die globale Handelsmenge nimmt ebenfalls von 155 Mio. t auf 157 Mio. t zu und liegt damit nur noch 5 Mio. t unter dem bisherigen Rekordwert aus dem letzten Wirtschaftsjahr von 162 Mio. t.
 
Europäer mit Rekordernte und Exportweltmeister
Die neue europäische Weizenernte (Weichweizen und Durum) hat das USDA im Oktober-Report nochmals um 3 Mio. t auf 154 Mio. t nach oben gesetzt. Damit wäre die neue Weizenernte rund 10 Mio. t größer als im letzten Jahr (143,1 Mio. t). Gleichzeitig wär dies die bislang größte europäische Weizenernte überhaupt und der bisherige Produktionsrekord aus dem Jahr 2008 (151,9 Mio. t) wird deutlich übertroffen. Der europäische Export soll im neuen Wirtschaftsjahr von der aktuellen Rekordausfuhr von 31,5 Mio. t (!!) nur noch um 3,5 Mio. t auf 28,0 Mio. t zurückgehen. Im September-Report hatte das USDA noch einen europäischen Export von 26,0 Mio. t erwartet. Mit der derzeit erwarteten Ausfuhrmenge wären die Europäer im neuen Wirtschaftsjahr deutlich vor den USA (25,5), jedoch vor Russland (22,5), Kanada (22,5) und Australien (19,0) der größte globale Weizenexporteur.
 
Russische Produktion und Exporte unverändert (hoch)
Unverändert bei 59 Mio. t belassen hat das USDAim  Oktober die Ernteprognose für Russland. Bis zum Juli gingen die USDA-Analysten lediglich von einer Produktion von 53 Mio. t aus, nach einer Ernte von 52 Mio. t im letzten Jahr (2013). Die durchschnittlichen Erträge der russischen Weizenernte (Winter und Sommerweizen) schätzt dass USDA im Oktober etwa 11 % höher als im letzten Jahr und die Erntefläche ist mit rund 23,75 Mio. ha rund 0,35 Mio. ha größer als 2013. Das Exportpotential der Russen erwartet das USDA für die Saison 2014/15 ebenfalls unverändert bei 22,5 Mio. t, nach 18,5 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr sowie lediglich 11,3 Mio. t vor zwei Jahren. Die russischen Endbestände wachsen nicht ganz so kräftig wie im erwartet von 5,5 Mio. t auf 7,5 Mio. t (Sept: 8,2 Mio. t) denn der russische Inlandsverbrauch fällt mit 34,8 Mio. t ebenfalls größer aus als im August geschätzt (34,5 Mio. t) und als im Vorjahr (34,0) .
 
Mehr Weizen in der Ukraine, weniger in Kasachstan
Für die Ukraine erwartet das USDA im Oktober-Report eine Weizenernte von 24,5 Mio. t nach 24,0 Mio. t im September-Report und 22,3 Mio. t im letzten Jahr. Das wäre eine zum Vorjahr gut 2,0 Mio. t größere Produktion. Gründe für die Aufwärtskorrektur der Produktion sind die sehr guten Erträge die etwa 18 % höher sind als im letzten Jahr. Die Erntefläche ist wegen des militärischen Konflikts im Osten des Landes mit insgesamt 6,0 Mio. ha rund 0,3 Mio. ha kleiner als noch im September (6,3 Mio. ha) erwartet und 0,57 Mio. ha kleiner als 2013 (6,57 Mio. ha). Das ukrainische Exportpotential erwartet das USDA im Oktober-Report unverändert bei 10,0 Mio. t nach 9,75 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr (2013/14) sowie 7,2 Mio. t vor zwei Jahren. Für Kasachstan rechnet das USDA mit einer Erntemenge von 12,5 Mio. t, dass sind 1,0 Mio. t weniger als im September mit 13,5 Mio. t erwartet und knapp 1,5 weniger als im letzten Jahr (2013) mit 13,94 Mio. t. Die kasachischen Exporte werden jetzt nur noch bei 5,5 Mio. t erwartet nach 6,5 Mio. t im Septemberreport und 8,0 Mio. t in der letzten Saison.
 
US-Bestände wachsen weniger als erwartet
Die Weizenernte für die USA wurde vom USDA im Oktober ganz leicht von 55,2 Mio. t auf 55,4 Mio. t nach oben gesetzt. Im letzten Jahr (2013) ernteten die US-Farmer 58,1 Mio. t Weizen und vor zwei Jahren (2012) sogar 61,7 Mio. t. Die aktuelle US-Ernte wäre damit knapp 5 % kleiner als 2013 und 10 % kleiner als 2012. Anders als bisher erwartet wachsen die US-Endbestände in diesem Jahr nicht auf 19,0 Mio. t sondern nur auf 17,8 Mio. t.  Grund sind die etwas größeren Exporte sowie der stärkere Weizen-Verbrauch am Binnenmarkt. Derzeit geht das USDA von einem Verbrauchsmenge am Binnenmarkt von 33 Mio. t aus (dav. 4,9 Mio. t Futter), nach 32,4 Mio. t im September-Report. Die Exporterwartung für die USA hat das USDA im Oktober um 0,5 Mio. t auf 25,5 Mio. t nach oben gesetzt und bleibt damit deutlich unter dem Vorjahr mit 31,5 Mio. t.
 
Kanada und Australien mit etwas kleineren Ernten
Die Schätzungen zur kanadischen Ernte wurde im Oktober nochmals leicht nach unten korrigiert. Die Kanadier sollen nach der Riesenernte im letzten Jahr von 37,5 Mio. t infolge einer deutlichen Anbaueinschränkung und schwieriger Erntebedingungen nur noch 27,5 Mio. t ernten (Sept:28,0). Die Exporte der Kanadier hat das USDA hingegen (wegen der riesigen Lagerbestände) nochmals um 0,5 Mio. t auf 22,5 Mio. t nach oben gesetzt. Im Jahr der Rekordernte (2013) exportierten die Kanadier nur 22,1 Mio. t und damit ähnlich viel. Für Australien senkte das USDA die Ernteschätzung auf Basis der bisherigen Witterungsverhältnisse nochmals leicht um 0,5 Mio. t auf 25,0 Mio. t. Die gute Erntemenge aus dem letzten Jahr von 27 Mio. t wird damit nicht erreicht. Die Exportprognose wurden wie im Oktober um 0,5 Mio. t auf 19,0 Mio. t gesenkt, liegt damit jedoch noch über den Ausfuhren aus dem letzten Wirtschaftsjahr von 18,3 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass
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