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Analyse

USDA/Vorab: Bärische Daten vom US-Winterweizen?

von , am
09.01.2015

Im Vorfeld des USDA-Report gehen die wichtigsten US-Analysten beim Anbau von Winterweizen für die Ernte 2015 von einer moderaten Ausweitung der Anbaufläche in den USA aus.Beim den US-Weizenbeständen am Ende des Wirtschaftsjahres 2014/15 erwarten die Analysten im Januar-Report einen kräftigen Anstieg .

© Mühlhausen/landpixel
 
In seinem Januarreport liefert das USDA üblicherweise eine erste Einschätzung zur Anbauentwicklung beim Winterweizen in den USA und damit auch einen ersten Eindruck von der möglichen Produktionsentwicklung beim weltweit größten Weizenexporteur. Im Jahr 2014 wurde in den USA auf rund 75 Prozent (2013: 77 %) der gesamten Weizenfläche von insgesamt 23,0 Mio. ha Winterweizen angebaut. Der Anteil des Winterweizens an der gesamten Weizenproduktion der USA lag wegen der witterungsbedingt schwachen Erträge allerdings nur bei 68 Prozent (2013: 72 %).
 
Moderate Ausweitung der Aussaatfläche
Im Vorfeld des USDA-Reports gehen US-Analysten beim Anbau von Winterweizen für die Ernte 2015 von einer moderaten Ausweitung der Anbaufläche in den USA gegenüber 2014 von rund 0,5 % bzw. knapp 0,1 Mio. ha auf 17,26 Mio. ha. (42,63 Mio. Acres) aus. Die Spanne der Analysten-Schätzungen bewegt sich dabei zwischen 16,6 Mio. ha und 17,8 Mio. ha und ist damit überraschend groß. Die Erntemenge von Winterweizen lag in den USA im Jahr 2014 bei 37,5 Mio. t, im Jahr 2013 ernteten die US-Farmer 42,0 Mio. t Winterweizen und im Jahr 2012 sogar 44,7 Mio. t. In den Hauptanbaugebieten der USA (Plains), hatte in den letzten beiden Jahren erheblicher Niederschlagsmangel, in Verbindung mit Auswinterungsschäden, zu Ertragseinbußen und auch zu Flächenumbrüchen geführt. Im Jahr 2014 wurden nur 76 % der Aussaatfläche bei Winterweizen auch abgeerntet, im Jahr 2013 waren es ebenfalls nur 76 % und 2012 waren es rund 84 %.
 
Etwas mehr Qualitätsweizen angebaut
Beim der für die Produktion von Brot- und Qualitätsweizen wichtigsten Weizen-Sorte Hard Red Winter (HRW), erwarten die Analysten eine Ausweitung der Aussaatfläche von 1,7 % bzw. 0,2 Mio. ha auf 12,54 Mio. ha (30,975 Mio. Acres). Damit wächst der HRW 2015 auf etwa 73 % der gesamten Aussaatfläche von Winterweizen in den USA. Angebaut wird dieser Weizen hauptsächlich in den südlichen Plains, also in den Bundestaaten Kansas (23 % der Aussaatfläche), Oklahoma (13 % der Aussaatfläche), Texas (14 % der Aussaatfläche) und Colorado (6 % der Aussaatfläche). Die Erntemenge von HRW lag 2014 bei 20,1 Mio. t, im Jahr 2013 bei 20,3 Mio. t und im Jahr 2012 immerhin bei 27,2 Mio. t.
 
Weniger Chicago-Weizen (SRW) ausgesät
Der am Terminmarkt in Chicago gehandelte Weizen der Sorte Soft Red Winter (SRW), soll nach der Einschätzung der US-Analysten auf 3,3 Mio. ha (8,498 Mio. Acres) angebaut werden. Im Vergleich zum Jahr 2013 (3,44 Mio. ha) ist dies ein Rückgang von 4,0 % oder 0,14 Mio. ha. Vor allem im Nordosten (Illinois) hatte sich die Aussaat im Herbst 2014 witterungsbedingt erheblich verzögert. Die Erntemenge von SRW lag 2014 bei 12,4 Mio. t, im Jahr 2013 bei 15,5 Mio. t und im Jahr 2012 bei 11,4 Mio. t. Der Winterweizen der Sorte White Wheat wächst nach Einschätzung der Analysten auf 1,40 Mio. ha und damit auf einer etwa 1 % größeren Fläche als im letzten Jahr (1,39 Mio. ha).
 
Bestandsdaten bei Weizen sind bärisch
Beim den US-Weizenbeständen am Ende des Wirtschaftsjahres 2014/15 erwarten die Analysten im Januar-Report einen kräftigen Anstieg der Endbestände wegen der vergelichweise schwachen Exporte. Anstelle der vom USDA im Dezember erwarteten Endbestände von 17,8 Mio. t sollen diese bis zum Ende des Wirtschaftsjahres 2014/15 auf 18,15 Mio. t anwachsen. Das wäre für den US-Markt und die Börsen allerdings eine bärische Nachricht. Die im Dezember 2014 in den USA vorhandenen Lagerbestände beim Weizen schätzen die US-Analysten außerdem auf 40,9 Mio. t (1.503 Mio. Bu). Die Spanne der Analystenschätzungen bewegt sich zwischen 38,1 Mio. t und 43,1 Mio. t. Im Dezember 2013 waren die Weizenbestände rund 40,1 Mio. t groß und damit 0,8 Mio. t kleiner als für 2014 erwartet werden. Im September 2014  (nach der Winterweizenernte) befanden sich noch rund 52,09 Mio. t (Vj. 50,88 Mio. t) Weizen in den US-Lägern.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt / agrarmanger
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