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Analyse

USDA/Vorab: US-Weizenernte schrumpft (nur) um 4 Prozent

von , am
07.05.2014

Am kommenden Freitag (09.04) Abend wird ein neuer USDA-Report (Mai) den Märkten wieder neue Daten liefern.Einen Schwerpunkt des Markt-Interesses bildet derzeit wohl die Einschätzung des USDA zur neuen Weizenernte in beim weltweit größten Exporteur USA .

© landpixel
 
Am kommenden Freitag (09.04) Abend wird ein neuer USDA-Report (Mai) den Märkten wieder neue Daten liefern. Dann könnte es auch zu erheblichen Korrekturen an den derzeitigen Getreidepreisen kommen. Ursache ist dass das USDA erstmals in diesem Jahr Daten zur neuen Ernte 2014 sowie zu den erwarteten Exporten und der Versorgung der Märkte im neuen Wirtschaftsjahr liefern wird. Einen Schwerpunkt des Markt-Interesses bildet dabei die Einschätzung des USDA zur neuen Weizenernte beim weltweit größten Exporteur USA. Dort hat eine extreme Trockenheit in den südlichen Weizenanbaugebieten die Weizenpreise auf den höchsten Stand seit 13 Monaten getrieben und auch die Weltmarktpreise mit nach oben gezogen.
 
Gesamternte nur 4 % kleiner als 2013?
Im Vorfeld des USDA-Reports haben sich die wichtigsten US-Analystenhäuser ausführlich mit der erwarteten Weizenernte in den USA befasst und unter anderem ihre Prognosen zur erwarteten Erntemenge abgegeben. In der Konsensschätzung aller beteiligten Analystenhäuser ergibt sich dabei für 2014 eine Gesamternte bei Weizen (Winter und Sommerweizen) in den USA von 55,5 Mio. t (2.037 Mio. Bu). Im letzten Jahr lag die Gesamternte bei 58,0 Mio. t (2.129 Mio. Bu) und vor zwei Jahren bei 61,7 Mio. t. Damit wäre die neue Gesamternte bei Weizen 2,5 Mio. t oder 4,3 % kleiner als im letzten Jahr und 10 % kleiner als vor 2 Jahren.
 
Nur 2 Mio. t weniger Winterweizen
Betroffen von der extremen Trockenheit der letzten Monte ist vor allem der Winterweizen und hier insbesondere der Winterweizen der Sorte Hard Red Winter (HRW) in den südlichen Anbaugebieten (Kansas, Texas, Oklahoma und Colorado). Die Prognose der Analysten für Gesamternte bei Winterweizen (HRW, SRW, White) liegt vor dem USDA-Report bei 39,6 Mio. t (1.454 Mio. Buschel) und darunter für den Weizen der Sorte Hard Red Winter (HRW) bei 20,05 Mio. t (766 Mio. Buschel). Im letzten Jahr (2013) ernteten die US-Farmer insgesamt 41,8 Mio. t Winterweizen und darunter 20,27 Mio. t Weizen der Sorte HRW. Vor zwei Jahren (2012) erreichte die Winterweizenernte 44,7 Mio. t und die Ernte von HRW sogar 27,2 Mio. t.
 
HRW-Ernte so schlecht wie im Vorjahr
Damit gehen die Analysten lediglich von einem Rückgang der neuen Winterweizenernte 2014  von gut 5 % bzw. 1,2 Mio. t aus. Und überraschenderweise schrumpft die Produktion von Winterweizen der Sorte Hard Red Winter mit 20,05 Mio. t im Vergleich zu 20,27 Mio. t im Jahr 2013 fast gar nicht. Die Erklärung liefert das vergangene Jahr. Bereits im vorigen Jahr (2013) hatte eine extreme Trockenheit die Produktion von HRW um 25 % von 27,2 Mio. t auf 20,3 Mio. t einbrechen lassen. Nun könnte sich nach Einschätzung der Analysten das bereits sehr schwache Ergebnis des Vorjahres wiederholen – jedoch nicht weiter verschlechtern.
 
Überraschend deutlicher Einbruch bei SRW
Für den in Chicago gehandelten und im Nordosten angebauten Weizen der Sorte Soft Red Winter (SRW) lag die Konsensschätzung der Analysten bei 12,36 Mio. t (466 Mio. Buschel). Hier hatten sehr gute Bedingungen im letzten Jahr für eine sehr gute Ernte von 15,36 Mio. t (564 Mio. Buschel) gesorgt. Vor zwei Jahren (2012) lag die Erntemenge von SRW nur bei 11,4 Mio. t (419 Mio. Bu). Die aktuelle Ernte von SRW wäre 2014 damit jedoch 17 % oder 3 Mio. t kleiner als 2013. Bei der Sorte White Winter erwarten die Analysten 2014 eine Erntemenge von 6,1 Mio. t (Vj. 6,1 Mio. t). Insgesamt steuert der Winterweizen gut 70 % zur gesamten US-Weizenproduktion bei. Zur Erntemenge bei Sommerweizen der Sorte Hard Red Spring (Vj. 13,3 Mio. t) sowie bei Durum (Vj. 1,7 Mio. t) haben die Analysten keine explizite Schätzung abgegeben.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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