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Analyse

USDA/Weizen: Noch mehr Weizen, Bedarf aber kleiner

von , am
13.01.2014

Weiter nach oben ging es im Januarreport des USDA mit der globalen Weizenproduktion.Nach unten vkorrigierte das USDA im Januarreport indessen den (Rekord)Verbrauch.

Der Internationale Getreiderat setzte sowohl die globale Weizenernte als auch die weltweiten Weizenbeständen auf neue Rekordwerte nach oben. © Mühlhausen/landpixel
 
Weiter nach oben ging es im Januarreport des USDA mit der globalen Weizenproduktion. Knapp 713 Mio. t im Vergleich zu den zuletzt erwarteten 711 Mio. t soll die globale Rekordernte beim Weizen nach Einschätzung des USDA erreichen. Verantwortlich für den erneuten Anstieg sind leichte Aufwärtskorrekturen der Erntemengen in Russland und China, während die Produktion in der Europäischen Union sowie in Argentinien leicht nach unten gesetzt wurde. Von 704 Mio. t auf 703 Mio. t nach unten korrigierte das USDA im Januarreport hingegen den (Rekord)Verbrauch. Dieser liegt jetzt immerhin 10 Mio. t unter der Rekordproduktion.
 
Weniger Futterweizen gebraucht
Ursache für den Rückgang der Verbrauchsmenge ist der sehr billige Mais, der den Verbrauch von Futterweizen (unter anderem in den USA) zu Gunsten von Mais drosselt. Trotz einer um 43 Mio. t bzw. knapp 9 % größeren Weizenernte, liegt die erwartete Verbrauchsemenge von Futterweizen mit 136 Mio. t lediglich auf dem Niveau des Vorjahres. Damit sind die erwarteten Endbestände mit gut 185 Mio. t nochmals gut 2 Mio. t größer als im Vormonat erwartet und liegen zudem 9 Mio. t über dem sehr niedrigen Stand des Vorjahres.
 
Etwas mehr Weizen in Russland
Nach oben setzte das USDA die endgültige Weizenernte in Russland von 51,5 Mio. t auf 52,5 Mio. t (Vj. 37,7 Mio. t). Für die Ukraine blieb die Produktion unverändert bei 22,0 Mio. t (Vj. 15,8 Mio. t) und auch für Kasachstan ändert das USDA die endgültige Erntemenge mit 15,5 Mio. t (Vj. 9,8 Mio. t) nicht. Eine leichte Korrektur nach unten nahm das USDA hingegen an der EU-Produktion vor. Hier wird die Gesamtweizenernte auf 142,9 Mio. t veranschlagt, anstelle von zuvor 143,1 Mio. t (dav. sind knapp 135 Mio. t Weichweizen).
 
Nach oben für China, nach unten für Argentinien
Auf dem bisherigen Stand von 37,5 Mio. t (Vj. 27,2 Mio. t) blieb die außergewöhnliche Rekordernte Kanadas und etwas überraschend blieb auch die Erntemenge für Australien mit 26,5 Mio. t (Vj. 22,5 Mio. t) unverändert. Von 121,0 Mio. t auf 122 Mio. t (Vj. 121 Mio. t) nach oben gesetzt hat das USDA hingegen die endgültige Weizenernte für China. Für Indien blieb die Erntemenge mit 92,5 Mio. t (Vj. 94,9 Mio. t) unverändert. Dagegen setzte das USDA die  fast abgeschlossene Ernte für Argentinien von 11,0 Mio. t auf 10,5 Mio. t (Vj. 9,5 Mio. t) nach unten. Die US-Produktion wurde mit 58,0 Mio. t nicht mehr verändert.
 
Mehr Exporte für die EU, die USA und Russland
Der globale Export wurde (trotz des rückläufigen Futterverbrauchs) um gut 1,0 Mio. t auf die neue Rekordmarke von 155,5 Mio. t angehoben. Grund ist die größere globale Nachfrage nach Brotweizen. Dabei steigt der Export der EU-Länder ein weiteres Mal von 25,0 auf 26,0 Mio. t. Das wäre nach den Daten des USDA ein neuer Ausfuhrrekord. Die kanadische Ausfuhr bleibt unverändert auf dem Rekordstand von 22,5 Mio. t. Der US-Export wurde hingegen um 0,5 Mio. t auf 30,5 Mio. t angehoben und auch die russische Ausfuhr setzte das USDA um 0,5 Mio. t auf 16,5 Mio. t nach oben. Unverändert blieb die Exportprognose für Australien bei 19 Mio. t. Die Ausfuhren Kasachstans beließ das USDA unverändert bei 8 Mio. t, die ukrainischen Ausfuhren bei 10,0 Mio. t und die indischen Exporte bei 6,0 Mio. t.
 
Importe Ägyptens etwas größer
Bei den TOP-Importeuren setzte das USDA die Einfuhrmenge beim weltweit größten Importeur Ägypten von 10,0 Mio. t auf 10,5 Mio. t nach oben. Unverändert blieb die Einfuhrerwartung für China bei 8,5 Mio. t, für Brasilen bei 7,7 Mio. t und auch für Indonesien bei 7,2 Mio. t. Leicht nach oben von 6,0 auf 6,2 Mio. t setzte das USDA seine Schätzung für die Weizeneinfuhren Japans. Dagegen blieb die Prognosen für Südkorea unverändert bei 4,5 Mio. t ebenso wie für den Iran bei 4,5 Mio. t. Für Algerien, einen der wichtigsten Abnehmer von europäischen Weizen, lag die Importprogose ebenfalls unverändert bei 6,5 Mio. t. Die Einfuhrmenge der EU (Spanien, Italien) wird ebenfalls unverändert auf 4,5 Mio. t veranschlagt, für Marokko auf 2,0 Mio. t, den Irak auf 3,2 Mio. t und für Saudi-Arabien auf 2,7 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass
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