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Analyse

Weizen: Ausfuhrrekord für deutschen Weizen

von , am
07.07.2014

Deutschland verkaufte nach den vorläufigen Daten der EU-Kommission im letzten Wirtschaftsjahr so viel Weizen (Lizenzen) in Drittländer wie noch nie zuvor

© Mühlhausen/landpixel
 
Nicht nur die EU hat im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2013/14 einen Rekord beim Weizenexport in Drittländer aufgestellt. Auch Deutschland verkaufte nach den vorläufigen Daten der EU-Kommission im letzten Jahr so viel wie Weizen (Lizenzen) in Drittländer wie noch nie zuvor. Mit einer Ausfuhrmenge von 9,05 Mio. t Weichweizen (Lizenzen) lagen die deutschen Exporteure am Ende des Wirtschaftsjahres nur ganz knapp hinter dem üblicherweise größten europäischen Weizenproduzenten und -exporteur Frankreich, der rund  9,12 Mio. t Weichweizen ins Ausland verkaufte.
 
Ausfuhrrekord für die EU
Darüber hinaus exportierte Rumänien im letzten Wirtschaftsjahr 2,3 Mio. t Weichweizen in Drittländer (vor allem nach Ägypten), Litauen verkaufte 1,6 Mio. t Weizen in Nicht-EU-Länder und über die niederländischen Exporthäfen verließen 2,6 Mio. t Weizen die EU. Insgesamt summieren sich die EU-Exporte (Lizenzen) von Weichweizen für das zurückliegende Wirtschaftsjahr 2013/14 auf 28,0 Mio. t. Damit haben die EU-Länder rund 9,12 Mio. t oder 48 % Weichweizen mehr in Drittländer exportiert als im keineswegs schwachen Wirtschaftsjahr 2012/13 mit 18,9 Mio. Dazu kommen noch Exporte von rund 1 Mio. t Weizenmehl und die Ausfuhren von 0,89 Mio. t Durum (vor allem aus Frankreich) so das die Gesamtexporte von Weizen bei 29,9 Mio. t liegen (Vorjahr 21,2 Mio. t).
 
Deutschland exportiert so viel Weizen wie noch nie
Die deutsche Ausfuhrmenge (Exportlizenzen) von 9,05 Mio. t ist nicht nur fast so groß wie das Ausfuhrvolumen Frankreichs sondern deutlich vor den Jahren 2008/09 und dem Wirtschaftsjahr 2012/13 die mit Abstand größte jemals erreichte Ausfuhrmenge von Weizen und auch eine gute Erklärung für die steigenden Weizenpreise im zweiten Halbjahr 2013. Im Wirtschaftsjahr 2012/13 meldete die EU-Kommission für Deutschland einen Exportmenge bei Weichweizen von 5,06 Mio. t und der bisherige Ausfuhrrekord von 2008/09 lag bei 6,5 Mio. t. Beide Marken wurden im zurückliegenden Wirtschaftsjahr deutlich um 39 % bzw. sogar um 78 % übertroffen. Frankreich hat hingegen im Wirtschaftsjahr 2010/11 mit Drittlandexporten von 10,5 Mio. t auch schon einmal mehr Weichweizen exportiert. Die wichtigsten Absatzmärkte für europäischen (und deutschen) Weizen waren nach den vorläufigen Daten der Kommission Algerien (18 % der Ausfuhren), der Iran (12 %), Ägypten (10 %), Marokko (10 %), Saudi-Arabien (9 %), Libyen (3 %) und Südkorea (3 % ).
 
Marktausgleich Deutschlands durch Importe
Neben den Drittlandsausfuhren hat Deutschland in den letzten Jahren außerdem im Schnitt 4,5 Mio. t bis 5,5 Mio. t Weichweizen in andere EU-Länder (Niederlande, Belgien, UK, Italien) exportiert. Vor diesem Hintergrund könnte die Gesamtausfuhr durchaus einen Umfang von 13,5 Mio. t (und mehr) erreichen. Das entspricht etwas mehr als der Hälfte der deutschen Produktion (24,0 bis 25,0 Mio. t). Außerdem würde Deutschland damit (einschließlich der Ausfuhren in andere EU-Länder) mehr Weizen exportieren als etwa die Ukraine (9,5 Mio. t) und gehört damit auch international zu den TOP-Exporteuren. Allerdings wurden in den letzten Jahren auch zwischen 4,5 bis 5,5 Mio. t  Weizen nach Deutschland importiert. Davon kam der größte Teil aus anderen EU-Ländern, wie etwa aus Tschechien, Polen und Frankreich.
 
EU-Importe aus Nordamerika, Russland und Serbien
Aus Drittländern importiert hat die EU inzurückliegenden Wirtschfaftsjahr 2013/14   1,76 Mio. t Weichweizen und damit deutlich weniger als im Wirtschaftsjahr 2012/13 mit 3,8 Mio. t. Dazu kommen noch Importe von 1,8 Mio. t Durum. Einschließlich der Importe von Durum summieren sich die europäischen Weizen-Importe in diesem Jahr auf 3,6 Mio. t (Vj. 5,26 Mio. t) Die größten Importeure waren im letzten Wirtschaftsjahr Italien mit 0,53 Mio. t, das Vereiniget Königreich mit 0,4 Mio. t, Spanien mit 0,39 Mio. t, Griechenland mit 0,15 Mio. t. Die wichtigsten Lieferanten in die EU waren im zurückliegenden Wirtschaftsjahr Kanada (32 %), die USA (19 %), Russland (18 %), Serbien (16 %) und die Ukraine (5 %).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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