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Analyse

Weizen: Deutscher Export immer stärker, Preise zuletzt gestiegen

von , am
29.08.2014

Deutschland verkaufte in den letzten beiden Wochen die mit Abstand größte Menge Weizen aus der EU an Drittländer.

Der Internationale Getreiderat setzte sowohl die globale Weizenernte als auch die weltweiten Weizenbeständen auf neue Rekordwerte nach oben. © Mühlhausen/landpixel

Die europäischen Weizenexporte entwickeln sich bis Ende August ganz hervorragend. Weiterhin liegt die Exportmenge nur ganz knapp unter den Rekordausfuhren des letzten Jahres. Außerdem verkaufte Deutschland in den letzten beiden Wochen die mit Abstand größte Menge Weizen an Drittländer und schließt damit (wie im letzten Jahr) in den abgerechneten Gesamtausfuhren allmählich zu Frankreich auf. In den ersten neun Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres 2014/15 wurden nach den Angaben der EU-Kommission etwa 3,8 Mio. t Weichweizen ins Ausland verkauft. Das ist nur noch eine rund 3 % kleinere Exportmenge als im Rekordjahr 2013/14 als zu diesem Termin bereits 3,92 Mio. t Weizen exportiert waren und mehr als doppelt so viel wie vor zwei Jahren (1,81 Mio. t).
 
Deutschland exportierte erneut die größte Menge
In der aktuellen Abrechnungswoche bis 26. August erreichte die in Drittländer verkaufte Weizenmenge (Lizenzen) einen Umfang von 653.000 t, nach 600.000 t in der Vorwoche und 708.000 t vor zwei Wochen. In der vergleichbaren Vorjahreswoche (2013/14) lag die Ausfuhrmenge bei 687.000 t und war damit nur wenig höher als in diesem Jahr. Vor zwei Jahren (2012/13) verkauften die Europäer in dieser Woche lediglich 368.000 t Weizen ins Ausland. Größter Einzelexporteur in der Woche bis zum 26. August war (wie in der Vorwoche) Deutschland mit einer Ausfuhrmenge von 227.000 t (Vw: 200.000 t). Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 110.000 t aus Rumänien (Vw: 91.000 t). Auf Position drei der größten Exporteure lag in der letzten Woche Polen mit 92.000 t (Vw.: 10.000 t) Weizen. Aus Frankreich wurden 82.000 t verkauft (Vw: 146.000 t), aus Bulgarien 72.000 t, aus Litauen 63.000 t und aus Ungarn 5.000 t.
 
Deutschland jetzt hinter Frankreich und vor Rumänien
Größter Einzelexporteur in den ersten neun Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres ist aber weiterhin Frankreich, mit einer Ausfuhrmenge von insgesamt 1.128.599 t. Die zweitgrößte Liefermenge kommt jetzt mit 923.508 t Weizen aus Deutschland. Auf Position drei der größten Exporteure lag in den ersten neun Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres Rumänien mit 857.950 t Weizen. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 290.617 t Weizen vermarket und aus Bulgarien gingen bisher 202.020 t Weizen auf den internationalen Markt. Polen Exportierte bislang 152.500 t, Litauen 63.052 t, Schweden 66.620 t und Österreich 30.198 t.
 
Weizenpreise an den Exporthäfen etwas fester
In der Europäischen Union haben die Weizenpreise sich Wochenmitte etwas erholt. Am Donnerstag Nachmittag (28.08) kostete der Weizen (Novemberkontrakt) am Terminmarkt in Paris 175,0 Euro/t und damit 1,50 Euro/t mehr als am Vortag und rund 3,0 Euro mehr als am Freitag vor einer Woche (172,25 Euro) und zudem rund 13 Euro weniger als Ende August 2013 (188 Euro). Am Großmarkt in Hamburg handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein für den Septembertermin am Donnerstag (28.08) mit 183 Euro/t und damit 4 Euro höher als am Ende der letzten Woche (179 Euro). Die Preisvorstellungen für Brotweizen (12 % Protein ) zur die Anlieferung im November lagen bei 185 Euro/t. Für A-Weizen mit 13 % Protein (September) wurden in Hamburg 188 Euro/t geboten und Futterweizen wurde mit 174 Euro notiert. Im Großhandel in Frankreich kostete der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen 172 Euro/t.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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