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Analyse

Weizen: Deutscher Export nimmt Fahrt auf, EU-Ausfuhren sehr hoch

von , am
22.08.2014

Das Tempo der europäischen Weizenexporte bleibt Mitte August ungeachtet der anhaltenden Befürchtungen über eine schwache Qualität der neuen Ernte sehr hoch.

© Mühlhausen/landpixel
Das Tempo der europäischen Weizenexporte bleibt Mitte August ungeachtet der anhaltenden Befürchtungen über eine schwache Qualität der neuen Ernte sehr hoch und liegt nur ganz knapp unter der Rekordausfuhrmenge des Vorjahres. Außerdem hat Mitte August auch die Ausfuhrmenge Deutschland kräftig zugenommen, nach dem zunächst vor allem Frankreich und Rumänien größere Mengen Weizen in Drittländer verkauften. In der aktuellen Abrechnungswoche bis zum 19. August haben die deutschen Exporteure sogar die größte Menge Weizen in Drittländer verkauft. In den ersten acht Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres 2014/15 wurden nach den Angaben der EU-Kommission etwa 3,14 Mio. t Weichweizen ins Ausland verkauft. Das ist nur noch eine knapp 3 % kleinere Exportmenge als im Rekordjahr 2013/14 als zu diesem Termin 3,2 Mio. t exportiert wurden und sogar mehr als doppelt so viel wie vor zwei Jahren (1,44 Mio. t).
 
Deutschland exportierte diese Woche am meisten
In der aktuellen Abrechnungswoche bis 19. August erreichte die in Drittländer verkaufte Weizenmenge (Lizenzen) einen Umfang von 600.000 t, nach 708.000 t in der Vorwoche und 532.000 t vor zwei Wochen. In der vergleichbaren Vorjahreswoche (2013/14) lag die Ausfuhrmenge bei 579.000 t und war damit wie schon in der Vorwoche niedriger als in diesem Jahr. Vor zwei Jahren (2012/13) verkauften die Europäer in dieser Woche lediglich 292.000 t Weizen ins Ausland. Größter Einzelexporteur in der Woche bis zum 19. August war Deutschland mit einer Ausfuhrmeng (Lizenzen) von rund 200.000 t. Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 146.000 t aus Frankreich. Auf Position drei der größten Exporteure lag in der letzten Woche Rumänien mit 91.000 t Weizen. Über die niederländischen Exporthäfen wurden letzte Woche 60.000 t Weizen vermarktet. Darüber hinaus gingen aus Schweden rund 29.000 t Weizen auf den internationalen Markt, aus Polen 10.000 t und aus Ungarn 5.000 t.
 
Frankreich weiter vor Rumänien und Deutschland
Größter Einzelexporteur in den gesamten ersten acht Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres ist aber weiterhin Frankreich, mit einer Ausfuhrmenge von insgesamt 1.046.644 t. Die zweitgrößte Liefermenge kam mit 747.650 t Weizen aus Rumänien. Auf Position drei der größten Exporteure lag in den ersten acht Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres Deutschland mit 696.575 t Weizen. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 290.617 t Weizen vermarket und aus Bulgarien gingen bisher 130.795 t Weizen auf den internationalen Markt. Kleinere Menge wurden zudem aus Polen, Ungarn, Dänemark, Schweden, Österreich verkauft.
 
Weizenpreise an den Exporthäfen knapp behauptet
In der Europäischen Union haben die Weizenpreise im Verlauf der Woche leicht nachgegeben. Am Freitag Nachmittag (22.08) kostete der Weizen in Paris noch 172,25 Euro/t und damit rund 1,0 Euro weniger als am Freitag vor einer Woche (173,75 Euro) und weiterhin rund 10 Euro weniger als zur Ernte 2013. Am Großmarkt in Hamburg handelte man den Brotweizen für den Septembertermin am Freitag (22.08) mit 179 Euro/t und damit 1 Euro niedriger als zum Ende der letzten Woche (180 Euro). Futterweizen wurde in Hamburg am Freitag mit 171 Euro notiert und damit eben so teuer wie vor einer Woche. Am Großmarkt in Mannheim lagen die Preisangebote diese Woche für Brotweizen franko südwestd. Mühle zwischen 165 und 170 Euro und ab Station zwischen 163 und 165 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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