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Analyse

Weizen: Deutscher Öko-Weizen mit niedrigen Proteingehalten

von , am
30.09.2014

Die Qualität des Weizens aus im ökologischem Anbau fällt in etlichen Parametern deutlich schlechter aus als im letzten Jahr.

Der Weizen verlor zum Fronttermin 2,75 Euro und landete bei 162,75 Euro je Tonne © Rainer Sturm
 
Die Qualität des Weizens aus im ökologischem Anbau fällt in etlichen Parametern deutlich schlechter aus als im letzten Jahr. Das bestätigt jetzt das Max Rubener Institut für Sicherheit und Qualität bei Getreide (MRI) mit einer aktuellen Veröffentlichung. Anderes als beim konventionell angebauten Weizen hat sich die Qualität des Weizens aus ökologischem Anbau im Vergleich zu den ersten Ergebnissen von Anfang September verschlechtert und verfehlt insbesondere beim Proteingehalt sowohl die Vorjahresergebnisse als auch das langjährige Mittel.
 
Proteingehalt nur bei 10,7 Prozent
Der durchschnittliche Proteingehalt der Weizenernte aus ökologischem Anbau erreicht 2014 einen Wert von 10,7 Prozent. Im Vergleich zu den ersten Ergebnissen von Anfang September (11,1 %) wäre dies eine weitere Verschlechterung. Gleichzeitig verfehlt der durchschnittliche Proteingehalt der Weizenernte aus ökologischem Anbau damit das Ergebnis des Vorjahres von 11,7 Prozent sehr deutlich. Der Mittelwert der letzten 5 Jahre von 11,9 Prozent wird erst recht nicht erreicht.
 
Fallzahlen im langjährigen Mittel
Die durchschnittliche Kornfallzahl (nach Hagenberg) ist ein wichtiger Parameter für die Ermittlung der Backqualität des Weizens und wird vom MIR für die den Weizen aus ökologischem Anbau mit 316 Sekunden angegebenen. Bei der ersten Untersuchung Anfang September lagen die Fallzahlen noch bei 323 Sekunden. Das Ergebnis des letzten Jahres (350 Sekunden) wird sehr deutlich verfehlt, das fünfjährige Mittel von 312 Sekunden wird hingegen ohne Probleme erreicht.
 
Niedriger Sedimentationswert, relativ hohe Mehlausbeute
Der durchschnittliche Sedimentationswert für den Weizen aus ökologischem Anbau wird vom MIR für die aktuelle Ernte mit 31 ml angegeben. Der Sedimentationswert dient Bestimmung der Kleberqualität beim Weizen. Anfang September lag der vom MIR für den Weizen aus ökologischem Anbau ermittelte Sedimentationswert bei 32 ml und die Ernte im letzten Jahr erreichte einen Wert von 38 ml. Im fünfjährigen Mittel gibt das MIR für den Öko-Weizen einen Sedimentationswert von 41 ml an. Der Klebergehalt lieg für die aktuelle Weizenernte aus ökologischem Anbau bei 19,7 % (September 20,2 %) und ist damit ebenfalls deutlich kleiner als zur Ernte 2013 mit 22,1 %. Das fünfjährige Mittel von 23,3 % wird ebenfalls deutlich verfehlt. Die Mehlausbeute wird für die neue Ernte mit 77,7 % Prozent angegeben und ist ähnlich hoch wie Anfang September erwartet (77,6 %) und erreicht zudem das Ergebnis des Vorjahres von 77,9 % und fast auch den fünfjährigen Mittelwert von 78,0 %.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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