Login
Analyse

Weizen: Deutschland ist Europameister beim Export

von , am
28.03.2014

Deutschlands Weizenexporte laufen weiterhin auf Hochtouren. Diese starke Dynamik bleibt nicht ohne Wirkung auf die Weizenpreise.

Der Internationale Getreiderat setzte sowohl die globale Weizenernte als auch die weltweiten Weizenbeständen auf neue Rekordwerte nach oben. © Mühlhausen/landpixel
 
Deutschlands Weizenexporte laufen weiterhin auf Hochtouren. Diese starke Dynamik bleibt nicht ohne Wirkung auf die Weizenpreise. Nach den Daten der EU-Kommission wurden in diesem Wirtschaftsjahr bereits über 7 Mio. t Weizen (Lizenzen) aus Deutschland in Drittländer verkauft. Damit haben die deutschen Exporteure zuletzt auch Frankreich als eigentlich größten europäischen Weizenexporteur überholt und die Nachfrage nach deutschem Weizen scheint weiterhin ungebrochen zu sein. Zusätzliche Impulse könnte der Absatz in den nächsten Wochen noch durch die Probleme der Ukraine bei der Finanzierung von Schiffsfrachten erhalten.
 
Weizenexporte auf Rekordkurs
Die europäischen Weizenexporte (Lizenzen) haben in der Abrechnungswoche bis zum 25. März mit insgesamt 817.000 t um fast 200.000 t zugenommen. In der Woche zuvor wurden 536.000 t verkauft und vor drei Wochen waren es 571.000 t. Deutschland verkaufte in der letzten Abrechnungswoche 283.000 t (Vw. 216.000 t) Weizen und Frankreich 432.000 t (Vw. 33.000 t). Deutschland bleibt damit weiterhin vor Frankreich der größte Weizenexporteuer der EU. Im gesamten Wirtschaftsjahr kommt Frankreich jetzt auf Drittlandsverkäufe von 7,0 Mio. t und Deutschland auf 7,11 Mio. t. Für die EU 28 erreichen die Verkäufe von Weizen in Drittländer bislang einen Umfang von 22,68 Mio. t. Das sind 7,56 Mio. t oder 50% mehr als im letzten Jahr (15,12 Mio. t) und bedeutete zudem einem neuen Rekordwert.
 
Export und US-Weizen stützen Preise
In der Europäischen Union haben die Weizenpreise am Donnerstag leicht zugelegt. Ein Grund für die robuste Preisentwicklung ist der anhaltend starke Export (aus Deutschland und Frankreich). Der andere Grund sind die steigenden Preise in den USA. Am Donnerstag (27.03) kostete der Weizen für den Maitermin an der MATIF knapp 211,50 Euro/t und damit knapp 1,0 Euro mehr als am Vortag und 1,00 mehr wie letzte Woche. Die neue Ernte (November) kostete mit 204 Euro/t eben so viel wie am Vortag und 0,5 Euro mehr wie letzte Woche. In den USA (Chicago) waren die Weizenpreise mit der sich rasant ausbreitenden Trockenheit in den südlichen Anbaugebieten (Kansas, Oklahoma) am Donnerstag (27.03) erneut um 2 % (!) auf 190,25 Euro/t (710 Ct/bu) nach oben geschossen und die neue Ernte kostete sogar 196,07 Euro/t ( (732 Ct/Bu).
 
Deutsche Weizenpreise zuletzt relativ stabil
Am Kassamarkt hatten die Weizenpreise zur Wochenmitte zunächst leicht nachgegeben, haben sich dann vor dem Hintergrund der starken Exportnachfrage jedoch gut behauptet. Am Großmarkt in Hamburg handelte man den Brotweizen am Donnerstag Vormittag (27. März) mit 211 Euro/t und damit zwar 2 Euro preiswerter als am Vortag, jedoch 1,0 Euro teurer wie eine Woche zuvor. Futterweizen zur Lieferung im März kostete in Hamburg 207 Euro/t und damit 3 Euro weniger als am Vortag und A-Weizen wurde mit 213 Euro/t (-2) notiert. Auch bei A-Weizen und Futterweizen lagen die Preise damit etwa auf dem Vorwochennievau.
 
Deutscher Export-Weizen billiger als US-Weizen
Gleichzeitig lagen die Exportpreise für Brotweizen an den deutschen Ostseehäfen (fob) zwischen 216 Euro und 221 Euro/t (Vw.: 216 und 221 Euro/t). Die Exportpreise für deutschen A-Weizen (fob Ostseehafen) bewegten sich zwischen 218 und 223 Euro (Vw.: 218 und 223 Euro). An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der in Chicago gehandelte Weizen der Sorte Soft Red Winter am Donnerstag mittlerweile 305 USD/t (222 Euro/t) und der in Kansas gehandelte Brotweizen der Sorte Hard Red Winter wurde für rund 352 USD/t (257 Euro/t) verladen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant