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Analyse

Weizen: Europäische Exporte laufen auf Hochtouren

von , am
24.01.2014

Die Weizenausfuhren der Europäer laufen weiterhin auf Hochtouren und ziehen auch die Preise am europäischen Binnenmarkt mit nach oben.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Weizenausfuhren der Europäer laufen weiterhin auf Hochtouren und ziehen auch die Preise am europäischen Binnenmarkt mit nach oben. Unterstützung für die Weizenpreise kommt außerdem auch von der anziehenden globalen Exportnachfrage, die insbesondere in dieser Woche zu sehr umfangreichen Zukäufen aus Algerien, Saudi-Arabien und dem Irak geführt hat. Besonders profitieren derzeit Frankreich und Deutschland von der boomenden Nachfrage an den Exportmärkten. Unterstützung erhalten die internationalen Weizenpreise zudem von dem erneuten Kälteeinbruch in den Weizenanbaugebieten der USA.
 
Weizen-Export erneut über 800.000 t
In der Abrechnungswoche bis zum 21. Januar verkauften die EU-Länder insgesamt 819.000 t (Lizenzen) Weizen in Drittländer. Das ist eine ähnlich große Ausfuhrmenge wie in der letzten Woche (810.000 t) und zudem erneut eine der höchsten Ausfuhrmengen des gesamten Wirtschaftsjahres. Insgesamt wurden in den ersten 30 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres jetzt 16,71 Mio. t Weichweizen (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das sind rund 55 % bzw. 5,91 Mio. t Weizen mehr als im bereits guten Exportjahr 2012/13 zu diesem Zeitpunkt (10,8 Mio. t).
 
Deutschland diesmal mit der größten Ausfuhrmenge
Der größte Einzelexporteur in der Woche bis zum 21. Januar war Deutschland mit einer Ausfuhrmenge von 254.000 t (Vorwoche: 280.000 t). Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 248.000 t (Vw.: 354.000 t) aus Frankreich. Auf Position drei der größten Exporteure lag diesmal Lettland mit Exporten von 67.000 t (Vw: 0.000), gefolgt von Litauen mit 66.000 t Weizen (Vw: 0) sowie Polen mit 60.000 t (Vw.: 27.000). Aus Rumänien gab es in dieser Abrechnungswoche erneut keine Weizenverkäufe in Drittländer. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 87.000 t Weizen t (Vw: 106.000 t) verschifft. Kleinere Mengen wurden diese Woche zudem aus Ungarn, Österreich und Zypern verkauft.
 
Deutschland bleibt sehr dicht hinter Frankreich
In den ersten 30 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres hat Frankreich bislang die größte Menge Weizen exportiert,allerdings nur  knapp vor Deutschland. Die französischen Weizen-Verkäufe in Drittländer erreichten bis zum 21. Januar einen Umfang von 5,09 Mio. t. Die deutschen Exporte erhöhten sich auf 4,963 Mio. t. Damit hat Deutschland den Abstand zu Frankreich wieder verkürzt. Rumänien liegt mit einer Gesamtausfuhr von bislang 1,788 Mio. t unverändert auf Position drei. Rund 1,684 Mio. t Weizen wurden zudem über die niederländischen Exporthäfen vermarktet. Etwa 1,08 Mio. t Weizen verkaufte außerdem Litauen in Drittländer, 598.000 t Lettland, 482.000 t Bulgarien, 444.000 t Polen, 221.000 t Ungarn, und 107.000 t Österreich.
 
Europäische Weizenpreise ab Wochenmitte fester
Die Weizenpreise am europäischen Binnenmarkt und an den Exporthäfen sind ab Mitte der Woche mit der starken Nachfrage von den Exportmärkten und der deutlichen Unterstützung aus den USA wieder gestiegen. An den norddeutschen Exporthäfen lagen die Großhandelspreise für Brotweizen am Donnerstag (23.01.) bei 196 Euro (Vw: 194 Euro). Zum gleichen Zeitpunkt lagen die Exportpreise für Brotweizen an den deutschen Ostseehäfen (fob) zwischen 201 und 206 Euro/t (Vw.: 200 und 205 Euro/t). Die Exportpreise für deutschen A-Weizen (fob Ostseehafen) wurden zwischen 203 bis 208 Euro (Vw.: 202 und 207 Euro) notiert. In Frankreich kostete der Weizen im Großhandel (Rouen) am Donnerstag 190 Euro/t (Vw: 190 Euro/t).
 
US-Weizen erholt sich ebenfalls wieder
In den USA haben die Weizenpreise (nach dem vorangegangen Preisrutsch auf ein Dreijahrestief) ab Mitte der Woche wieder zugelegt. Das Niveau der Vorwoche wird allerdings trotz der Preiserholung noch nicht wieder erreicht. Am Terminmarkt in Chicago kostete der Märzkontrakt am Donnerstag (23.01) umgerechnet 153 Euro (570 Ct/bu). Der in Kansas gehandelte US-Brotweizen (HRW) beendete den Handel am Donnerstag (23.01) für den Märzkontrakt mit umgerechnet 170 Euro/t (632,2 Ct/bu). An den US-Exporthäfen kostete der in Chicago gehandelte Weizen der Sorte Soft Red Winter am gleichen Tag etwa 264 USD/t (193 Euro) und der in Kansas gehandelte Brotweizen der Sorte Hard Red Winter kostete 290 USD/t (212 Euro). Am Freitag (24.01) Vormittag (MEZ) bewegten sich die Weizenpreise in den USA im elektronischen vorbörslichen Handel erneut im grünen Bereich.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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