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Analyse

Weizen /IGC: Ernte macht Riesensprung, Preise fallen

von , am
31.01.2014

Der Internationale Getreiderat (IGC) hat die globale Weizenernte für das Wirtschaftsjahr 2013/14 Ende Januar deutlich um 9 Mio. t auf 707 Mio. t nach oben gesetzt.

© landpixel
 
Der Internationale Getreiderat (IGC) hat die globale Weizenernte für das Wirtschaftsjahr 2013/14 in seinem aktualisierten Marktüberblick von Ende Januar deutlich um 9 Mio. t auf 707 Mio. t nach oben gesetzt. Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Ende Januar erwartete globale Weizenernte jetzt um 52 Mio. t oder knapp 8 % größer und zudem ein neuer Produktionsrekord. Der Haupt-Grund für die weitere Aufwärtskorrektur der globalen Weizenproduktion ist die deutlich größere Ernte in Kanada. Für die nächste Ernte 2014/15 geht der IGC auf Basis der bisherigen Rahmenbedingungen von einer Ausweitung der globalen Anbaufläche um 2 % aus. Die nächste Gesamternte wird bei 697 Mio.t erwartet und damit nur wenig kleiner als in diesem Jahr.
 
Bestände erholen sich deutlich
Den globalen Verbrauch von Weizen hat der IGC im Januar um 1 Mio. t auf jetzt 691 Mio. t nach unten revidiert und geht damit jetzt von einem relativ deutlichen Produktionsüberschuss von rund 16 Mio. t aus. Nach Einschätzung des IGC kommt es deshalb zu einem Bestandsaufbau von 16 Mio. t auf 188 Mio. t nach 181 Mio. t bei der letzten Schätzung und 173 Mio. t im Vorjahr. Damit wird die Weizenbilanz im Vergleich zu den letzten Prognosen deutlich aufgebessert. Trotz des Bestandszuwachses sind die Endbestände jedoch noch 5 Mio. t kleiner als im Wirtschaftsjahr 2011/12. Deutlich um 5 Mio. t nach oben gesetzt hat der IGC Ende Januar die am Weltmarkt gehandelte Menge Weizen. Mit 147 Mio. t liegt die Exportmenge 7 Mio. t höher als im Vorjahr und 2 Mio. t über dem bisherigen Rekord von 145 Mio. t. Bislang profitieren ganz besonders die EU, die USA und Kanada von dem größeren globalen Bedarf.
 
Exportpreise kräftig gefallen
Trotz der sehr starken globalen Nachfrage sind Exportpreise für Weizen haben in den letzten vier Wochen zurückgegangen. Grund war hauptsächliche der Preisrückgang in den USA und Kanada. Am Mittwoch fiele die Preise am US-Terminmarkt auf den tiefsten Stand dreieinhalb Jahren. Im Sog des nordamerikanischen Preisrückgangs sind die Preise in Europa auf den tiefsten Stand seit dreieinhalb Monaten gefallen. Ende Januar lagen die Exportpreise für Weizen an den wichtigsten internationalen Exporthäfen im Mittel aller erfassten Preise rund 8 % niedriger als Ende November. Gegenüber den Preisen vom Januar 2013 ist das Niveau der Exportpreise rund 21 % niedriger.
 
US-Weizen im Export immer billiger
Am US-Terminmarkt in Chicago fiel der dort gehandelte Weizen (SRW) am Mittwoch (29.01) auf umgerechnet 149 Euro/t (Ende Nov: 176 Euro) und in Kansas (Brotweizen) lagen die Notierungen bei 164 Euro/t (Ende Nov: 190 Euro/t). In Europa gaben die Weizenpreise (am Terminmarkt) Ende Januar ebenfalls nach. Am Donnerstag (30.01) gingen der Weizen in Paris mit 190 Euro (Ende Nov 209 Euro/t) aus dem Handel. Die Exportpreise für deutschen Brotweizen lagen (fob-Ostseehafen) am Donnerstag (30.01) zwischen 201 und 206 Euro/t (Ende Nov: 210 bis 215 Euro/t) und für A-Weizen zwischen 203 und 208 Euro/t (Ende Nov: 213 und 218 Euro/t. US-Weizen der Sorte Soft-Red-Winter (Chicago) wurde Mittwoch an den US-Exporthäfen für 260 USD/t bzw. 191 Euro/t verladen (Ende Nov: 283 USD/t (208 Euro)) und Brotweizen der Sorte Hard-Red-Winter kostete fob-US-Golf rund 284 USD/t bzw. 209 Euro/t (Ende Nov.: 324 USD/t (238 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass
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