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Analyse

Weizen: IGC erwartet Rekordernte und Preisdruck

von , am
28.08.2015

Die Weizenpreise (IGC-Index) sind an den wichtigsten internationalen Handelsplätzten Seit Anfang Juli um rund 16 % gefallen und damit so niedrig wie zuletzt im Juli 2010.

© BAyer CropScience
 
Ende August schätzt der Internationale Getreiderat (IGC) die neue globale Weizenernte und die weltweiten Bestände kräftig nach oben. Grund sind die zum Teil deutlich nach oben korrigierten Ernteprognosen für Russland, die Ukraine, Kasachstan und die Europäische Union. Nach unten ging es hingegen mit den Ernteprognosen für Kanada sowie für Argentinien. Dagegen blieb die Erwartung für die Weizenernte in den USA ebenso unverändert wie die Ernteschätzung für Australien, China und Indien.
 
Der Verbrauch nimmt nach Einschätzung des IGC ebenfalls deutlich zu, jedoch weniger als wie die Produktion, so dass die globale Versorgung bei Weizen im neuen Wirtschaftsjahr äußerst komfortabel ist und die Bestände auf einen neuen Rekordstand anwachsen. Der Weizenexport geht zur vorigen Schätzung leicht zurück und wäre zum zurückliegenden Wirtschaftsjahr deutlich kleiner. Dabei bleibt die EU vor den USA und Russland der globale Spitzenexporteur. Die Weizenpreise (IGC-Index) sind an den wichtigsten internationalen Handelsplätzten Seit Anfang Juli um rund 16 % gefallen und so niedrig wie zuletzt im Juli 2010. Im Vergleich zum Vorjahr sind die aktuellen Exportpreise (in USD) rund 20 Prozent niedriger.
 
Weizenernte jetzt auf Rekordstand
Nach Einschätzung des IGC wird die neue globale Weizenernte 2015/16 mit 720 Mio. t etwa gleich groß sein wie die bisherige Rekordernte aus dem zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 mit ebenfalls 720 Mio. t. Damit liegt die aktuelle Produktionserwartung des IGC sogar noch 6,5 Mio. t unter der letzten Ernteschätzung des USDA, dass einen globale Weizenernte von rund 726,5 Mio. t erwartet. Im Vergleich zur Juli-Prognose hat der IGC seine Gesamtprognose um rund 10 Mio. t nach oben gesetzt.
 
Ursache sind die größeren Ernten in der Russland, der Ukraine und der Europäischen Union. Die globale Verbrauchsmenge schätzt der IGC Ende August auf 716 Mio. t und damit rund 10 Mio. t größer als im letzten Jahr (707 Mio. t). Im Vergleich zur Juli-Prognose (711) hat der IGC die Verbrauchsmenge um rund 5 Mio. t nach oben gesetzt. Damit übersteigt die Produktion (720) den Verbrauch (716) um rund 4 Mio. t, so dass die Bestände von 202 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2014/15 auf  206 Mio. t im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 anwachsen. Das ist der den höchsten Bestand seit  dem Jahr 1999.
 
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Größere Ernten in Russland und der Ukraine
Deutlich angehoben hat der IGC seine Ernteschätzungen für Russland von 55,0 Mio. t auf 59,0 Mio. t (Vj. 59,7 Mio. ). Damit liegt die aktuelle Schätzung des IGC für Russland leicht unter dem Niveau der letzten Prognose des USDA (60,0 Mio. t). Dabei hat das USDA die russische Weizenfläche (Winter- und Sommerweizen) weiter nach oben gesetzt und geht derzeit von 25,7 Mio. ha aus nach 23,6 Mio. ha im letzten Jahr. Für die Ukraine schätzt der IGC die neue Erntemenge von 22,0 Mio. t auf 25,0 Mio. t nach oben (Vj. 24,8). Das USDA hatte die Ernte für die Ukraine zuletzt auf 25,5 Mio. t nach oben gesetzt und schätzte die Weizenfläche ebenfalls noch einmal nach oben auf 7,0 Mio. ha nach 6,3 Mio. ha im letzten Jahr.
 
Europäische Ernte nach oben korrigiert
Für die Europäische Union hat der IGC die Weizenernte (Weich- und Hartweizen) Ende August auf 151,9 Mio. t nach oben korrigiert (dav. 144,0 Mio. t Weichweizen). Im Juli ging man zunächst nur von 148,5 Mio. t (dav. 140,6 Mio. t Weichweizen) aus. Damit liegt die aktuelle Prognose des IGC für die europäische Weichweizenernte jetzt ähnlich hoch wie die letzte Schätzung von Strategie Grains mit ebenfalls 144,0 Mio. t Weichweizen. Das USDA hatte im August für die Europäischen Union mit 147,8 Mio. t (Weich- und Hartweizen) eine rund 4 Mio. t kleinere Produktion wie der IGC prognostiziert. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem Vorjahr von 156,2 Mio. t (dav. 149,1 Mio. t Weichweizen) wäre die jetzt erwartete bislang zweitgrößte europäische Ernte nur noch 2,8 % oder 4,3 Mio. t kleiner.
 
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Kleinere Ernte in Kanada, USA und Australien unverändert
Für Kanda korrigierte der IGC seine Prognose deutlich auf 25,5 Mio. t nach unten, von zuvor 28,0 Mio. t und 29,3 Mio. t im Vorjahr.Für die USA ließ der IGC seine Ernteerwartung unverändert bei 58,5 Mio. t. Damit wäre die US-Ernte rund 3,4 Mio. t größer als im letzten Jahr (55,1 Mio. t). Leicht nach oben ging es mit Prognose für Kasachstan auf 14,0 Mio. t (Vj: 13,0). Dagegen wurde die Ernteprognose für Australien witterungsbedingt (El Nino) mit 25,5 Mio. t unverändert gelassen (Vj: 23,6 Mio. t). Für Indien ließ der IGC seine Prognose unverändert bei nur 89,0 Mio. t nach 95,9 Mio. t im Vorjahr.
 
Europäer weiter Exportweltmeister
Der IGC setzt die für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 erwartete globale Handelsmenge von 149,7 Mio. t auf 148,4 Mio. nach unten, nach einem Handelsvolumen von 153,3 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15. Dabei erwartet der IGC weietrhin, dass die Europäer nach einer Rekordausfuhrmenge von 36,3 Mio. t (dav: 34,1 Mio. t Weichweizen) im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15, im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 etwa 31,3 Mio. t (dav: 29,1 Mio. t Weichweizen) exportierten und damit etwa 5,0 Mio. t weniger. Dennoch bleiben die die Europäer mit dieser Ausfuhrmenge deutlich vor den USA (24,5 Mio. t), Russland (22,9), Kanada (18,5 Mio. t) und Australien (18,4) der größte globale Weizenexporteur.
 
Mehr Exporte für die Ukraine und Russland
Für Russland erwartet der IGC in seinem aktuellen Report für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 jetzt Exporte von 22,9 Mio. t (Juli: 21,4 Mio. t), nach Ausfuhren von 22,3 Mio. t im zurückligenden Wirtschaftsjahr. Für die Ukraine werden vom IGC für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 Ausfuhren von 12,0 Mio. t (Juli: 10,4 Mio. t) erwartet, nach 11,2 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr. Für Kasachstan rechnet der IGC für 2015/16 mit Exporten von 6,5 Mio. t (Juli: 6,5), nach 5,9 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr. Die Exportprognose des IGC für Kanada liegt im aktuellen Report bei 18,5 Mio. t (Vj. 24,0 Mio. t) und damit deutlich niedriger als vier Wochen (21,0).
 
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Exportportpreise drastisch gefallen
Die Weizenpreise (IGC-Index) sind an den wichtigsten internationalen Handelsplätzten Seit Anfang Juli um rund 16 % gefallen und damit so niedrig wie zuletzt im Juli 2010. Im Vergleich zum Vorjahr sind die aktuellen Exportpreise (in USD) rund 20 Prozent niedriger. Am europäischen Terminmarkt sind die Weizenpreise seit Anfang Juli drastisch um 21 % gefallen auf dem niedrigsten Stand seit Herbst 2014. Kurz vor dem Monatswechsel (29. August) liegen die Preise bei etwa bei knapp 162 Euro/t.
 
Am deutschen Exporthafen in Hamburg handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein kurz vor dem Monatswechsel mit 174 Euro/ und damit 8 Euro niedriger als vor einem Jahr (185 Euro). Für A-Weizen mit 13 % Protein werden derzeit in Hamburg 179 Euro geboten und damit 9 Euro weniger als vor einem Jahr (188 Euro). Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise im Schnitt bei 189 Euro und damit 9 Euro niedriger als vor einem Jahr (198 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
 
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