Login
Analyse

Weizen: Iran kauft Weizen in Deutschland und Europa

von , am
19.09.2014

Diese Woche hat der Iran 200.000 t Weizen in Europa (und in Deutschland) gekauft.

© Mafied/aboutpixel.de
Diese Woche hat der Iran 200.000 t Weizen in Europa (und in Deutschland) gekauft. Das berichteten Händler und Analysten unter Bezugnahme auf die staatliche iranische Importagentur Government Trading Corporation of Iran (GTC). Gekauft wurde der Weizen in verschiedenen Ländern der Europäischen Union. Neben Deutschland wurde unter anderem Polen genannt und die baltischen Länder. In den letzten Jahren gehörte Deutschland (neben den Schwarzmeerländern) zu den mit Abstand wichtigsten Weizenlieferanten für den Iran. Gleichzeitig war der Iran einer der wichtigsten Absatzmärkte für deutschen Weizen außerhalb der europäischen Union. Vor dem Hintergrund der offenbar sehr schwachen Weizenernte im Iran, bieten sich für die deutschen Exporteure in diesem Wirtschaftsjahr erneut gute Export-Chancen. Die kräftig gefallenen Weizenpreise am Weltmarkt und in Europa (in Verbinung mit dem schwachen Euro) haben die Einkaufs-Aktivitäten des Iran zuletzt spürbar verstärkt.
 
Deutschland gehört zu den wichtigsten Lieferanten
Der Export von Weizen (und anderen Grundnahrungsmitteln) in den Iran fällt nicht unter die Handelsbeschränkungen im Rahmen des Nuklear-Embargos der Europäer und der USA. Dennoch sind durch das Embargo die technische Abwicklung der Ausfuhren sowie die Finanztransaktionen erschwert. Händler berichteten allerdings, dass bereits Ende August 50.000 t Weizen der neuen Ernte für den Iran am deutschen Exporthafen in Hamburg verladen wurden. Nach der Einschätzung von Analysten haben deutsche Exporteure in der letzten Saison mehr als 1,0 Mio. t Weizen in den Iran geliefert. Zuletzt wurde im Januar über den Verkauf von 250.000 t deutschen Weizens in den Iran berichtet und auch beim Einkauf von 400.000 t Weizen im Februar durch die GTC (Lieferzeitraum März bis Mai) kamen offenbar deutsche Exporteure zum Zuge.
 
Schwache Ernte und hoher Importbedarf
Der Bedarf des Irans an Weizenimporten könnte in diesem Jahr erneut sehr hoch ausfallen. Die neue iranische Weizenernte wird nur auf 13,0 Mio. t geschätzt und damit rund 1,5  Mio. t kleiner als im letzten Jahr mit 14,5 Mio. t. Der iranische Bedarf/Verbrauch liegt jedoch nach Einschätzung des USDA bei knapp 18,0 Mio. t. Die Lagerbestände wurden in den letzten Jahren allerings sehr kräftig ausgebaut und sind derzeit mit knapp 6,0 Mio. t dreimal so hoch wie 2010. Das USDA veranschlagt den iranischen Importbedarf deshalb auf etwa 5,0 Mio. t, nach den Rekordeinfuhren von 6,5 Mio. t im letzten Jahr. Nicht wenige Analysten und Händler gehen jedoch von einem iranischen Importbedarf von 6,0 Mio. t und mehr aus. Neben den Europäern gehören derzeit auch die Schwarzmeerländer (vor allem Russland und Kasachstan) zu den wichtigsten Weizen-Lieferanten für den Iran.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkomapss
Auch interessant