Login
Analyse

Weizen: Preisdruck vor neuem USDA-Report

von , am
11.08.2014

Am Ende der ersten Augustwoche kommt der Weizen am Weltmarkt wieder unter Druck.

© landpixel
Am Ende der ersten Augustwoche kommt der Weizen am Weltmarkt wieder unter Druck, nachdem es vor dem Monatswechsel sowohl in Europa als auch in Übersee eine kräftige Zwischenerholung gegeben hatte. Auch am Montag Vormittag (MEZ) starten die Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel in Übersee mit einem weiteren Minus von etwa 1 %, nachdem es am letzten Freitag bereits um gut 2 % nach unten ging.
 
USDA-Report könnte für Preisdruck sorgen
Grund für den erneuten Preisdruck sind die erwarteten bärischen Daten aus dem neuen für Dienstag Abend anstehenden neuen USDA-Report. Analysten rechnen sowohl weltweit als auch für die USA mit einer weiteren Aufwärtskorrektur der Erntemenge und der Bestände. Die globale Produktionsmenge könnte sogar einen neuen Rekordwert erreichen. Außerdem haben sich die zuletzt befürchten Beschränkungen und Restriktionen in Bezug auf die Exporten der beiden Schwarzmeerländer Russland und Ukraine (erst einmal) wieder zerstreut. Sehr gute Ernteprognosen und sehr hohe laufende Exportmengen der beiden Schwarzmeerländer setzten die Preise vielmehr zusätzlich unter Druck. Auch für die USA und die Europäer laufen die Exporte zum Beginn des Wirtschaftsjahres gut. Die in Europa durchaus vorhandenen Qualitätsprobleme könnten indessen durch die Größe der Ernte kompensiert bzw. abgemildert werden. Etliche private Analystenhäuser hatten die neue europäische Weizenernte zuletzt auf ein neues Rekordniveau geschätzt.
 
EU-Weizenpreise können sich nicht halten
In der Europäischen Union sind die Weizenpreise am Ende der letzten Woche wieder gefallen und liegen damit weiterhin deutlich unter den Preisen der Ernte 2013. Im letzten Jahr (2013) fielen die Weizenpreise am Terminmarkt in Paris Mitte August bis auf etwa 183,00 Euro/t. Danach haben sich die europäischen Weizenpreise (2013) mit der anziehenden Exportnachfrage jedoch spürbar erholt. Danach sieht es im Moment erst einmal nicht aus. Vom neuen USDA-Report am Dienstag Abend ist eher weiterer Preisdruck zu erwarten. Am Ende der letzten Woche (08.08) kostete der Weizen in Paris  noch 174,25 Euro/t und damit 3 Euro mehr als eine Woche (171,25 Euro) zuvor und knapp 10 Euro  bzw. 5 % weniger als zur Ernte 2013. Am heutigen Montag Vormittag (MEZ) beginnen die Weizenpreise den Handel im vorbörslichen elektronischen Handel in den USA mit einem Minus von 1 %. Diesem Trend dürfte sich wohl auch der Markt in Europa zunächst einmal anschließen.
 
Preise für Brotweizen relativ fest
Am Kassamarkt hatten die Weizenpreise in der letzten Woche zunächst zugelegt, sind dann aber am Ende der Woche wieder unter Druck geraten. Am Großmarkt in Hamburg handelte man den Brotweizen für den Septembertermin am letzten Freitag (08.08) mit 186 Euro/t und damit immerhin noch 6 teurer wie eine Woche zuvor. Ein Grund für den Preisanstieg bei Brotweizen dürfte die gute Exportnachfrage sein. Am heutigen Montag (11.08) dürfte es jedoch auch hier Preiskorrekturen nach unten geben. Die Preisvorstellungen für Brotweizen zur die Anlieferung im November lagen am Exporthafen in Hamburg am Freitag bei 189 Euro/t und damit sogar 7 Euro höher als eine Woche zuvor. Futterweizen wurde in Hamburg am Freitag hingegen mit 178 Euro/t notiert und damit sogar 5 Euro preiswerter als vor einer Woche. In Südwestdeutschland lagen die Preisangebote (franko südwestd. Mühle) für Brotweizen am Ende der letzten Woche bei etwa 173 Euro/t und damit 1 Euro niedriger als eine Woche zuvor.
 
US-Weizenpreise kommen wieder unter Druck
In den USA hatten die Weizenpreise in der letzten Woche am Terminmarkt in Chicago zunächst kräftig um fast 5 % zugelegt. In der zweiten Wochenhälfte ging es dann jedoch wieder um 4 % nach unten. Damit kostete der in Chicago gehandelte Weizen am Ende der letzten Woche gut 20 % weniger als zur Ernte 2013. In die neue Woche startet der US-Weizen am Montag (11.08) im vorbörslichen elektronischen Handel erneut mit einem Minus von 1,0 %. Eine Ursache für den Preisrückgang sind die Erwartungen der Analysten an einen Aufwärtskorrektur der Weizenernte und der Bestände in den USA und am Weltmarkt im neuen USDA-Report am Dienstag. Der Septembertermin des Chicago-Weizen (SRW) beendete den Handel am Freitag (08.08) mit 150,75 Euro/t (549,2 Ct/bu) und damit noch fast 4 Euro teurer als vor einer Woche. Der Dezemberkontrakt kostete am Terminmarkt in Chicago (SRW) am Freitag umgerechnet 155,35 Euro/t (566 Ct/bu ) und damit ebenfalls 4 Euro mehr.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass
Auch interessant