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Analyse

Weizen: Preise auf Ernteniveau 2013, Korrektur beendet?

von , am
07.07.2014

© landpixel
 
In der letzten Woche sind die Weizenpreise in Europa weiter gefallen. Ursachen waren zum einen die sehr guten Prognosen für die kurz bevor stehende Weizenernte in der EU und zum anderen der Preisdruck der im Wochenverlauf erneut von den US-Märkten ausging. Am Ende der Woche konnten sich die Weizenpreise in Europa dann aber auf dem tiefsten Stand seit Anfang Februar 2014 behaupten. Ein Grund war auch die Unterbrechung des Handels in den USA wegen eines Feiertages. Technisch gesehen ist der Weizenpreis in Europa allerdings unter alle wichtigen Unterstützungslinien gefallen und die Bären (weiter fallende Preise) sind am Terminmarkt in Paris weiterhin in der Mehrheit.
 
Preise fallen auf Ernteniveau 2013
Zur Ernte 2013 lagen die Weizenpreise etwa ähnlich hoch bzw. nur geringfügig niedriger wie jetzt und auch bei bei anderen Getreidearten werden diese Marken offenbar angepeilt. Neue Impulse könnte der Weizen (vor allem aber Mais und Soja) diese Woche vom neuen USDA-Report  am Freitag Abend (11.07) bekommen. Dann wird sich entscheiden inwieweit die veränderten Anbau- und Bestandsdaten der USA aus der letzten Woche auch die globalen Bilanzen verändern und für weitere Preisturbulenzen sorgen. Insbesondere die Entwicklung beim Mais (Substitut) wird sichtbare Konsequenzen für die Weizenpreise haben.
 
EU-Weizen zuletzt auf 6Monatstief
In der Europäischen Union haben sich die Weizenpreise in der letzten Woche weiter nachgeben und sind im Wochenverlauf auf den tiefsten Stand seit dem 5. Februar 2014 (also seit 6 Monaten) gefallen. Damit haben sich die Preise auch dem Niveau der Ernte 2013 angenähert, dass am Terminmarkt in Paris am Tiefpunkt (14. August) bei etwa 183,00 Euro/t lag. Danach sind die Preise im letzten Jahr jedoch, angekurbelt durch die starke Exportnachfrage, wieder kräftig gestiegen. Am Ende der letzten Woche konnten sich die Weizenpreise bei 184,50 Euro/t behaupten, lagen aber deutlich unter allen wichtigen technischen Unterstützungslinien. Der gleitende 20-Tagedurchschnitt betrug am Freitag 187,42 Euro/t und der 60-Tage-Durchschnitt sogar 198,85 Euro.
 
Weizenpreise am Kassamarkt seitwärts
Am letzten Feitag (04.07.) kostete der Weizen für den Novembertermin (neue Ernte) an der MATIF 184,50 Euro und damit knapp gut 3,0 Euro weniger als eine Woche zuvor (187,75 Euro/t). Am heutigen Montag Vormittag (MEZ) beginnen die Weizenpreise den Handel an der MATIF mit einer Seitwärtsbewegung bzw. einem ganz leichten Plus. Am Kassamarkt haben sich die Weizenpreise für die neue Ernte kaum verändert. Am Großmarkt in Hamburg handelte man den Brotweizen für den Septembertermin am Freitag (04.07) weiterhin mit 189 Euro/t und damit eben so teuer wie letzte Woche. Die Preisvorstellungen für den November lagen ebenfalls unverändert bei 192 Euro/t. In Südwestdeutschland lagen die Preisvorstellungen für neuerntigen Weizen am Ende der letzten Woche im zwischen 173 Euro/t und 175 Euro/t.
 
US-Weizenpreise nach Rückgang behauptet
In den USA haben sich die Weizenpreise nach einem weiteren Rückgang von etwa 2,5 % zum Wochenbeginn (ausgelöst durch die Bestands- und Anbaudaten) im weiteren Wochenverlauf jedoch behauptet. Dazu trugen auch Nachrichten über den Export bei der zum Beginn des neuen US-Wirtschaftsjahres  bei der mit überraschend starken Verkäufen Richtung Brasilien beginnt. Am heutigen Montag Vormittag (MEZ) ist der elektronische vorbörsliche Handel in den USA geschlossen. Der Septembertermin (neue Ernte) beendete den Handel am Terminmarkt in Chicago (SRW) am Donnerstag mit 156,61 Euro/t (579,4 Ct/bu). Der Dezemberkontrakt kostete am Terminmarkt in Chicago (SRW) am Donnerstag (03.07) umgerechnet 163,16 Euro/t (603,6 Ct/Bu). Damit kostete der Weizen (SRW) in Chicago knapp 4 Euro weniger wie vor einer Woche und der Preisabstand zwischen beiden Terminen (September/Dezember) betrug 7 Euro. Seit dem 6. Mai sind die US-Weizenpreise (September) knapp 23 % oder umgerechnet 45 Euro/t gefallen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompa
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