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Analyse

Weizen: Preise steigen - trotz schwacher Exportzahlen

von , am
17.02.2014

Mit steigenden Preisen für Weizen in den USA und in Europa ging die letzte Handelswoche zu Ende.

© landpixel
 
Mit steigenden Preisen für Weizen in den USA und in Europa ging die letzte Handelswoche an den Terminmärkten zu Ende. Damit hat sich der US-Weizen in der letzten Woche um knapp 4 % verteuert und liegt zudem gut 8 % über seinem letzten Tiefpunkt von Ende Januar. Auch in Europa sind die Weizenpreise weiter gestiegen, auch wenn der Weizen-Export in der letzten Abrechnungswoche regelrecht einbrach. Am letzten Donnerstag hatte es zudem den ersten Ausblick des USDA auf die Anbauentwicklung bei den Hauptkulturen im Jahr 2014 in den USA gegeben. Die US-Weizenpreise sollen danach im nächsten Wirtschaftsjahr 2014/15 um rund 30 % zurückgehen. In den USA ist heute ein Feiertag und es wird an den US-Terminmärkten nicht gehandelt.
 
Weizenpreise im nächsten Wirtschaftsjahr 30 % niedriger?
Im Rahmen seiner langfristigen Prognose (USDA Agricultural Projections to 2023) war das USDA in der letzten Woche von einer leichten Ausweitung der Aussaatfläche bei Weizen (insgesamt) zur neuen Ernte 2014 auf 23,0 Mio. ha (57 Mio. Acres) von zuvor 22,75 Mio. ha ( 56,2 Mio. Acres) ausgegangen. Die Produktion würde danach ebenfalls leicht auf 60,4 Mio. t (2130 Mio. Buschel) von zuvor 57,9 Mio. t (2220 Mio. Buschel) steigen. Den Export erwartet das USDA hingegen mit 27,9 Mio. t etwas kleiner als im aktuellen Wirtschaftsjahr mit knapp 30,0 Mio. t. Die durchschnittlichen US-Weizenpreise sehen die Experten des USDA im nächsten Wirtschaftsjahr 2014/15 allerdings nur noch bei umgerechnet 132 Euro (4,90 USD/Buschel) nach 189 Euro (7,00 USD/Buschel) im laufenden Wirtschaftsjahr 2013/14 und 209 Euro ( 7,77 USD/Buschel) vor zwei Jahren. Das wäre ein weiterer Rückgang gegenüber dem aktuellen Wirtschaftsjahr von rund 30 %.
 
US-Weizenexporte im Rahmen der Erwartungen
In der letzten Abrechnungswoche bewegten sich die Weizen-Exporte der USA im Rahmen der Erwartungen der Analysten. Vom USDA wurden in der letzten Abrechnungswoche Export-Verkäufe von 597.000 t Weizen gemeldet. Gleichzeitig war die verkaufte Menge geringfügig kleiner als in der Woche zuvor (638.000 t) und auch als vor zwei Wochen (746.800 t). Hauptabnehmer waren diesmal Japan (195.0000 t), Nigeria (120.700 t), Indonesien (60.000 t), Venezuela und Südkorea. Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr schon 27,3 Mio. t Weizen ins Ausland verkauft und damit 5,6 Mio. t bzw. 26 % mehr wie im letzten Jahr zu diesem Zeitpunkt (21,7 Mio. t).
 
Europäische Exporte brechen ein
Die europäischen Weizenexporte lagen in der letzten Abrechnungswoche bis zum 11. Februar nur bei 315.000 t und damit auf dem niedrigsten Stand seit 17 Wochen. In der Woche zuvor (bis 04. Februar) hatte die Ausfuhrmenge allerdings einen neuen Wochenrekord von bei 872.000 t erreicht. Damit ist die aktuelle Ausfuhrmenge 557.000 t kleiner bzw. der Drittlandserverkauf erreicht nur rund ein Drittel des Vorwochenumfangs. Deutschland verkaufte in der aktuellen Abrechnungswoche allein 101.000 t und Frankreich 119.000 t. Im gesamten Wirtschaftsjahr kommen die Franzosen auf Drittlandsexporte von 5,65 Mio. t und die Deutschen auf 5,55 Mio. t. Für die EU 28 erreichen die Verkäufe von Weizen in Drittländer bisher einen Umfang von 18,51 Mio. t. Das sind 6,41 Mio. t oder 53 % mehr als im schon guten letzten Jahr.
 
Weizenpreise in den USA legen weiter zu
Am Freitag (14.02) legten die Weizenpreise in den USA und in Europa erneut zu. Dabei beendete der Märzkontrakt am Terminmarkt in Chicago (SRW) den Handel mit einem Aufschlag von knapp 0,5 % und umgerechnet knapp 160,48 Euro/t (598,4 Ct/Bu) und auch der Maikontrakt legte um rund 0,4 % auf 159,90 Euro/t (596,4 Ct/bu) zu. Damit hat sich der US-Weizen in der letzten Woche um knapp 4 % verteuert und liegt zudem gut 8 % über dem letzten Tiefpunkt von Ende Januar. Außerdem lagen die US-Weizen-Preise für den Märzkontrakt am Freitag weiterhin deutlich über der für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (580 Ct/bu). Auch die 20-Tage-Linie (571 Ct) sowie der Durchschnittspreis der letzten 40 Tage (585 Ct) werden jetzt deutlich übertroffen.
 
Europäischer Weizen zieht mit nach oben
In der Europäischen Union haben die Weizenpreise ebenfalls weiter zugelegt. Am Freitag (14.02) kostete der Weizen für den März an der MATIF knapp 198,50 Euro/t und damit 2 Euro mehr als am Vortag. Der Maikontrakt legte am Freitag um 1,75 Euro auf 195,50 Euro/t zu und liegt jetzt über der Marke von 195 Euro. Am europäischen Kassamarkt hat sich der Weizen ebenfalls verteuert. Am Großmarkt in Hamburg handelte man den Brotweizen am Freitag (14. Februar) mit 197 Euro/t (+1). Futterweizen zur Lieferung im Februar kostete in Hamburg 193 Euro/t (+2) und A-Weizen wurde mit 199 Euro/t (+1) notiert. In Frankreich wurde Brotweizen am Ende der letzten Woche im Großhandel (fob-Rouen) mit 190 Euro/t (+2) notiert.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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