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Analyse

Weizen: Russland und Ukraine mischen Exportmärkte auf

von , am
14.08.2015

im August setzte das USDA die neuen Ernten in Russland, der Ukraine und Kasachstan deutlich nach oben und damit auch die Exporte der Schwarzmeerländer.

© Stefan Rampfel/landpixel
 
Am globalen Weizenmarkt hat der neue USDA-Report heftige Marktreaktionen ausgelöst. Dabei wirken die vorgenommen Korrekturen und Anpassungen bärisch und haben zu einer kräftigen Abwärtskorrektur der Preise geführt. Vor allem setzte das USDA die neuen Ernten in Russland, der Ukraine und Kasachstan deutlich nach oben und damit auch die Exporte der Schwarzmeerländer.
 
Diese Veränderung bedeutet für alle anderen großen Exporteure deutlich mehr Wettbewerb und vor allem Preisdruck. Für die europäische Union blieb die Ernteprognose allerdings ebenso unverändert wie die bislang erwartete hohe Exportmenge. Für die USA setzte das USDA die Exportprognose jedoch ebenso nach unten wie für Kanada. Außerdem erreicht die jetzt erwartete globale Weizenernte 2015/16 einen neuen Rekordwert und die Endbestände gehen ebenfalls weiter auf neue Rekordmarken nach oben.
 
Neue Weizen-Ernte erreicht Rekordwert
Die August-Schätzung des USDA zur neuen Weizenernte 2015/16 liegt bei 726,5 Mio. t und damit 4,5 Mio. t höher als im Vormonat (721,9). Damit wird auch die Rekordernte von 725,2 Mio. t um rund 1,3 Mio. t übertroffen. Damit wäre die neue Ernte 2015/16 die größte jemals eingebracht globale Weizenernte und die dritte Ernte hintereinander über der 700 Mio. t-Marke. Gleichzeitig hat das USDA den für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 erwarteten globalen Verbrauch bei etwa 714,7 Mio. t (Juli: 714,2) belassen. Im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 lag der globale Weizenverbrauch bei 709 Mio. t und damit knapp 6 Mio. t niedriger.
 
Endbestände ebenfalls auf Rekordstand
Die für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 erwarten Endbestände wurden vom USDA von 220 Mio. t (Juli) auf den neuen Rekordwert von 221,5 Mio. t nach oben gesetzt und sind damit rund 11 Mio. t größer als im vorigen Jahr (210 Mio. t). Die globale Handelsmenge erwartete das USDA für das neue Wirtschaftsjahr mit knapp 157 Mio. t etwas kleiner als noch im Juli (158) und ebenfalls kleiner als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr mit 161 Mio. t. Dabei kommt es zwischen den großen Exporteuren zu weiteren Verschiebungen. Währen die EU und Kanada gegenüber dem Vorjahr Marktanteile verlieren, gewinnen vor allem die Schwarzmeerländer welche hinzu. Im Vergleich zum Juliprognose ging es mit den für die Schwarzmeerländer erwarteten Exporten noch einmal nach oben und für die USA und Kanada nach unten.
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Keine Änderungen für Europa
Die neue Weizenernte (Weichweizen und Durum) der Europäischen Union hat das USDA im August unverändert bei 147,8 Mio. t belassen (Juli: 147,9). Damit wäre die neue europäische Ernte rund 8,6 Mio. t kleiner als die Rekordernte aus dem letzten Jahr (156,4) und auch kleiner als die bislang zweitgrößte Ernte aus dem Jahr 2008 (151,4). Dennoch wäre dies die bislang drittgrößte europäische Weizenernte.
 
Die Erwartungen an den europäischen Export hat das USDA im August trotz der größeren Konkurrenz vom Schwarzen Meer unverändert bei 31,0 Mio. t (Juli; 31) belassen. Damit würde die Rekordausfuhr aus dem letzten Wirtschaftsjahr 2014/15 von 35,2 Mio. t (!!) um 4,2 Mio. t verfehlt und die Ausfuhrmenge aus dem Jahr 2013/14 (32,0 Mio. t) um 1,0 Mio. t. Trotzdem würden die Europäer mit dieser Ausfuhrmenge noch immer deutlich vor den USA (25,5), Russland (23,0), Kanada (18,5) und Australien (18,0) liegen.
 
Russland erntet und exportiert mehr Weizen
Nochmals nach oben korrigiert wurden im August die Ernte und die Export für Russland. Grund sind die nach oben korrigierten Ertragserwartungen. In seinem August-Report geht das USDA jetzt von einer russischen Weizenernte von 60,0 Mio. t aus und damit von 3,0 Mio. t mehr als noch im Juli (57,0). Die sehr gute Ernte aus dem letzten Jahr von 59,0 Mio. t wird ebenfalls um 1,0 Mio. t übertroffen. Die neue Ernte 2015 wäre nach 2008 und 2009 die bislang drittgrößte Ernte. Die Erntefläche bei Weizen (Sommer- und Winterweizen) schätzt das USDA mit 25,7 Mio. ha zudem etwas größer als noch im Juli mit 25,5 Mio. ha und deutlich größer ein als im letzten Jahr mit nur 23,64 Mio. ha.
 
Das Exportpotential der Russen erwarten die USDA-Analysten für die neue Saison 2015/16 jetzt bei 23,0 Mio. t und damit 1 Mio. t höher als noch im Juli (22,0) und etwas höher als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 mit 22,5 Mio. t. Die russischen Endbestände wachsen nach dieser Prognose von 6,4 Mio. t auf 7,3 Mio. t (Juli: 6,3 Mio. t).
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Mehr Weizen in der Ukraine und in Kasachstan
Für die Ukraine erwartet das USDA für 2015 eine Weizenernte von 25,0 Mio. t und damit 1,0 Mio. t mehr als noch im Juli (24,0). Damit wird die sehr gute Ernte aus dem Vorjahr von 24,75 Mio. t erneut erreicht. Gründe für die aktuelle Korrektur sind die weiter nach oben gesetzten Ertragserwartungen. Außerdem ist die aktuelle ukrainische Weizenfläche mit 7,0 Mio. ha (Juli: 6,8 Mio. ha) rund 0,7 Mio. ha größer als im vorigen Jahr mit 6,3 Mio. ha.
 
Das ukrainische Exportpotential hat das USDA im August auf 13,0 Mio. t nach oben gesetzt von zuvor 12,5 Mio. t (Juli). Im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 hat die Ukraine 11,3 Mio. t Weizen exportiert. Für Kasachstan hat das USDA die Erntemenge auf 14,0 Mio. t von zuvor 13,5 Mio. t nach oben korrigiert. Im letzten Jahr erntete man in Kasachstan rund 13,0 t Weizen. Die kasachischen Exporte wurden vom USDA unverändert auf 6,0 Mio. t veranschlagt, nach 5,5 Mio. t in der zurückliegenden Saison.
 
USA verliert Exportanteile
Die neue Weizenernte hat das USDA im August im Vergleich zum Vormonat ganz leicht nach unten gesetzt. Die Erwartungen an die US-Gesamtweizenernte lagen im August bei 58,1 Mio. t und damit 0,4 Mio. t niedriger als im Juli (58,5). Im Vergleich zur schwachen Ernte aus dem Vorjahr von 55,1 Mio. t, wäre die neue Weizenernte jedoch 3,0 Mio. t größer. Die Winterweizenernte wird vom USDA auf 39,1 Mio. t Geschätzt (Vj. 37,5 Mio. t) die Sommerweizenernte (ohne Durum) auf 16,9 Mio. t (Vj. 16,2 Mio.t), die Durumernte auf 2,1 Mio. t (Vj: 1,4 Mio. t)
 
Die erwarteten US-Exporte hat das USDA im Juli auf 25,5 Mio. t veranschlagt, du damit kleiner als im Juli-Report mit 26,3 Mio. t, jedoch größer als im extrem schwachen Wirtschaftsjahr 2014/15 mit nur 22,8 Mio. t. Damit bleiben die Europäer nach Einschätzung des USDA auch im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 der größte globale Weizenexporteur. Allerdings wird vieles von der Wertentwicklung des Euro zum Dollar und der Wettbewerbsfähigkeit an den Exportmärkten abhängen.
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Kanada mit kleinerer Ernte und weniger Exporten
Nach unten korrigiert wurden im August ein weiteres Mal die Ernteerwartung und die Exportprognose für Kanada. Grund sind die witterungsbedingt relativ deutlich nach unten korrigierten Ertragsaussichten (Trockenheit). Die Kandier sollen nun nur noch 26,5 Mio. t Weizen ernten und nicht 27,5 Mio. t wie noch im Juli erwartet wurde. Die gute Ernte aus dem letzten Jahr von 29,3 Mio. t wird damit trotz einer kräftigen Anbauausweitung (von 9,46 Mio. ha auf 9,6 Mio. ha) deutlich verfehlt.
 
Die Exporte der Kanadier hat das USDA deshalb im August auf 18,5 Mio. t von 20,0 Mio. t (Juli) zurückgenommen. Im letzten Jahr (2014/15) lag die Ausfuhrmenge noch bei 24,9 Mio. t , so dass die Kanadier nach den Europäern der zweitgrößte globale Weizen-Exporteur waren. Im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 kämen die Kanadier mit ihrer Exportmenge nach den USA und Russland auf Rang drei. Für Australien liegt die neuen Ernteschätzung auf Basis der bisherigen Witterungsverhältnisse (Aussaat Mai/Juni) bei unverändert bei 26,0 Mio. t, nach 23,7 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr, wobei die Exporte ebenfalls unverändert bei 18,0 Mio. t erwartet werden nach 16,6 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr.
 
Dr. Olaf Zinke

 
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