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Analyse

Weizen: Saudi-Arabien mit Großeinkauf

von , am
11.08.2015

Am Ende der vorigen Woche hat das arabische Land 505.000 t Weizen im Rahmen einer Auktion gekauft

© Mühlhausen/landpixel
 
Saudi Arabien gehört zu den wichtigsten globalen Importeuren von Weizen. Am Ende der vorigen Woche hat das arabische Land 505.000 t Weizen im Rahmen einer Auktion gekauft. Das teilte am Montag (10.08) ein Sprecher der staatlichen saudischen Importagentur GSFMO mit. Gekauft wurde der Weizen nach Angaben der GSFMO von Lieferanten aus der Europäischen Union, aus Nord- und Südamerika sowie aus Australien. Genauere Angaben zu den Lieferländern werden von der saudischen Importagentur üblicherweise nicht gemacht.
 
Zuletzt hatte Saudi-Arabien Anfang April 780.000 t Hart- und Weichweizen am Weltmarkt gekauft. Für Deutschland ist das arabische Land seit dem Jahr 2013 der zweitwichtigsten Drittlandsmarkt nach dem Iran.
 
Hohe Qualitätsanforderungen, relativ hohe Preise
Der Lieferumfang umfasst 8 Partien zu 55.000 t sowie eine Partie mit 65.000 t. Geliefert wird der Weizen an die beiden wichtigsten saudischen Häfen Jeddah Port und Damman Port. Der vereinbarte Lieferzeitraum ist der 1te Oktober 2015 bis 30te November 2015. Der Proteingehalt für den von Saudi-Arabien gekauften Hartweizen liegt üblicherweise mindestens bei 12,5 %.
 
Die Preise für den gekauften Hartweizen lagen, einschließlich Frachtkosten (C&F), für den Hafen Jeddah zwischen 220,50 USD/t (200,9 Euro) und 223,50 USD/t (203,6 Euro) und für den Hafen Damman zwischen 227,34 USD/t (207,3 Euro) und 227,84 USD/t (207,7 Euro). Damit sind die saudischen Importpreise wegen der höheren Qualitätsanforderungen rund 20 USD bis 30 USD/t höher als die Importpreise Ägyptens. Dort kaufte man in der letzten Woche russischen Weizen zu cif-Preisen von knapp 199 USD/t (181 Euro).
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Zweitwichtigster Exportmarkt für Deutschland
Der gesamte Weizenimport Saudi-Arabiens für das laufende Wirtschaftsjahr 2015/16 wird derzeit auf 3,8 Mio. t geschätzt, nach 3,55 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr sowie 3,4 Mio. t vor zwei Jahren. Nach Ägypten (11,5 Mio. t), Algerien (7,7 Mio. t) und dem Iran (5,5 Mio. t) ist Saudi-Arabiens der viertgrößte Weizenimporteur der Region. Darüber hinaus importiert Saudi-Arabien in diesem Wirtschaftsjahr noch etwa 6,5 Mio. t Gerste (Vj. 7,5 Mio. t) sowie etwa 2,5 Mio. t Mais (Vj. 2,7 Mio. t).
 
Für Deutschland war Saudi-Arabien nach den letzten Daten des statistischen Bundesamtes seit dem Jahr 2013 mit einer Exportmenge von 0,89 Mio. t, nach dem Iran mit 0,96 Mio. t, der zweitwichtigste Drittlandsmarkt (insbesondere für Qualitätsweizen) und für Saudi-Arabien war Deutschland zuletzt einer der wichtigsten Lieferanten. Für die Gesamt-EU war Saudi-Arabien im Wirtschaftjahr 2014/15 nach Algerien, Ägypten und dem Iran  die Nummer vier der wichtigsten Exportmärkte bei Weizen.
 
Dr. Olaf Zinke
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