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Analyse

Weizen: Saudi-Arabien kauft viel Weizen in Deutschland

von , am
27.02.2014

In der ersten Hälfte des laufenden Wirtschaftsjahres war Deutschland der mit Abstand wichtigste Weizen-Lieferant für das arabische Land.

© Nightman1965/Fotolia
 
Saudi Arabien gehört zu den wichtigsten globalen Importeuren von Weizen. In der ersten Hälfte des laufenden Wirtschaftsjahres war Deutschland der mit Abstand wichtigste Weizen-Lieferant für das arabische Land. Die deutschen Exporte nach Saudi-Arabien waren mit 573.000 t fast 5mal so hoch wie im Jahr zuvor. Der Importbedarf der Saudis steigt von Jahr zu Jahr an, da die eigene Produktion infolge von Wasserknappheit seit Jahren kontinuierlich zurückgefahren wird. Für das aktuelle Wirtschaftsjahr rechnet das USDA mit Einfuhren von 3,0 Mio. t. Im Jahr zuvor waren es lediglich 1,9 Mio. t.
 
Eigene Produktion schrumpft drastisch
Saudi Arabien selbst produziert im aktuellen Wirtschaftsjahr nur noch 0,6 Mio. t Weizen. Im nächsten Jahr werden es nur noch 0,5 Mio. t sein. Seit einigen Jahren geht der Anbau von Weiten rasant zurück und der Import nimmt zu. Grund ist die Wasserknappheit im Land und der Weizen muss zu 100 % bewässert werden. Die saudische Weizen-Produktion ist von 2007 bis 2013 von 2,3 Mio. t auf 0,6 Mio. t geschrumpft. Der setig steigende Inlandsbedarf liegt derzeit bei 3,1 Mio. t. Die Endbestände werden vom USDA derzeit bei 2,1 Mio. t angegeben, sollen bis 2015 vor allem aus strategischen Gründen auf 3,7 Mio. t aufgestockt werden.
 
Saudis kaufen Brotweizen
Der Einkauf des Weizens erfolgte durch die staatliche Getreideagentur (GSFMO) im Rahme von Ausschreibungen. Beim letzten Tender Ende Januar kauften die Saudis 715.000 t Weizen, davon waren 595.000 t Hartweizen. Der Cif-Preis für den Hartweizen lag bei 317,50 USD/t (min. 12,5 % Protein) und der Preis für den Weichweizen bei 308,30 USD/t (min. 11 % Protein). Im vorigen Wirtschaftsjahr wurden insgesamt 1,9 Mio. t Weizen importiert. Der größte Lieferant war Australien mit 409.000 t der Importe, der üblicherweise erst in der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres nach der australischen Ernte zum Zuge kommt. Auf Position zwei der Lieferanten lag Litauen und auf den weiteren Plätzen folgten Brasilien, Kanada, die USA, Polen, Deutschland und Indien. Deutschland lieferte im letzten Wirtschaftsjahr 121.000 t Weizen.
 
Deutschland hat Export verfünffacht
In diesem Wirtschaftsjahr rechnet das USDA mit Importen von 3,0 Mio. t. Davon waren bis Ende November 1,5 Mio. t importiert. Der mit Abstand größte Lieferant bis dahin war Deutschland. Von Juli bis November verkauften die Deutschen 572.000 t Weizen und damit fast 40 % der gesamten Importmenge und fast 5mal so viel wie im letzten Jahr. Auf Position zwei folgt Litauen mit 387.000 t, gefolgt von Polen mit 188.000 t. Aus Australien kamen bis November erst 70.000 t. Das könnte sich in der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres jedoch noch ändern.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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