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Analyse

Weizen: Weizenpreise behaupten sich, Export stützt den Markt

von , am
27.08.2014

Am europäischen Kassamarkt haben sich die Weizenpreise diese Woche nur wenig verändert bzw. nach einer leichten Erholung zum Wochenbeginn wieder etwas nachgegeben.

© landpixel
Trotz der anhaltenden Berichte über schwache Weizenqualitäten und niedrigere Eiweißgehalte in Europa, in Russland, der Ukraine und Nordamerika, schaffen es die Weizenpreise nicht nach oben. Grund ist ganz offensichtlich die sehr große Menge an Weizen die dem Markt derzeit zur Verfügung steht und von der immer noch ein beträchtlicher Teil als Brotweizen vermarktetet (exportiert) werden kann, ohne dass an den wichtigsten Handelsplätzte oder Exporthäfen akute Knappheiten oder Lieferprobleme entstehen. Diese Konstellation wird jedenfalls durch die überraschend starken Exporte zum Beginn des Wirtschaftsjahres bestätigt.
 
Schwarzmeerländer mit rekordhohen Exporten
Aus Russland und der Ukraine melden die dortigen Stellen trotz des anhaltenden militärischen Konflikts in der Ostukraine rekordhohe Ausfuhren von Weizen (und Gerste) für Juli und auch August. Gleichzeitig erreichen die europäischen Exporte entgegen aller Erwartungen bis Mitte August beim Weizen fast das Rekordniveau des letzten Jahres. Am Dienstag dieser Woche hat die ägyptische Importbehörde GASC 175.000 t Weizen (inklusive Fracht) zum Preis von 259 USD/t (196 Euro) in Russland und Rumänien gekauft. Auch Frankreich hatte bei der Auktion mitgeboten und der fob-Preis war etwa auf dem gleichen Niveau wie die russischen Offerten, jedoch waren die Frachtkosten zu hoch.
 
Qualitäts-Probleme auch in den USA
Aus den USA meldet man bis Ende August Weizenexporte die mit rund 5,0 Mio. t etwa 30 % unter dem guten Vorjahr (7,15 Mio. t) liegen. Allerdings gibt es auch in den USA ehebliche Qualitätsprobleme beim Winterweizen (Vomitoxin und niedriges Eiweiß) und Regenfälle verzögern zudem die Ernte von Sommerweizen und minderen auch dort die Qualität (in den USA und in Kanada).
 
EU-Weizenpreise im Seitwärtstrend
In der Europäischen Union behaupten sich die Weizenpreise weiterhin über der Marke von 170 Euro/t . Am Dienstag (26.08) kostete der Weizen (Novemberkontrakt) in Paris trotz des erneuten Preisdrucks aus den USA 172,75 Euro/t. Das sind knapp 1,0 Euro weniger als am Montag und fast genau 20 Euro weniger als Ende August 2013 (192 Euro). Der Januarkontrakt notiert am Dienstag bei 175,25 Euro/t und damit knapp 2 Euro niedriger als am Montag. Futterweizen wurde am Terminmarkt in London für den November mit 151,7 Euro/t (120,6 GPB) gehandelt und damit 2 Euro billiger.
 
Europäische Kassapreise behaupten sich
Am europäischen Kassamarkt haben sich die Weizenpreise diese Woche nur wenig verändert bzw. nach einer leichten Erholung zum Wochenbeginn wieder etwas nachgegeben. Am Großmarkt in Hamburg handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein für den Septembertermin am Dienstag (26.08) mit 181 Euro/t und mit 11,5 % Protein bei 177 Euro/t. Die Preisvorstellungen für Brotweizen (12 % Protein ) zur Anlieferung im November lagen am Exporthafen in Hamburg am Dienstag (26.08) bei 184 Euro/t. Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden in Hamburg 189 Euro/t geboten und Futterweizen wurde mit 169 Euro gehandelt. Am südwestdeutschen Großmarkt in Mannheim bewegten sich die Preisangebote franko südwestd. Mühle für Brotweizen (11,5 % Protein) in dieser Woche zwischen 166 Euro und 171 Euro und ab südwestd. Station zwischen 163 Euro und 165 Euro. Im Großhandel in Frankreich kostete der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen 173 Euro/t.
 
US-Weizen zuletzt weiter unter Druck
In den USA hatten die Weizenpreise zum Beginn der Woche nachgegeben. Derzeit kostete der in Chicago gehandelte Weizen gut 21 % weniger als Ende August 2013. Der Septembertermin des Chicago-Weizen (SRW) beendete den Handel am Dienstag (26.08) mit 150,9 Euro/t (541,4 Ct/bu) und damit fast 3,0 Euro preiswerter als am Ende der Vorwoche. Der Dezemberkontrakt kostete am Terminmarkt in Chicago (SRW) am Dienstag umgerechnet 155 Euro/t (556,4 Ct/bu ) und damit 1,5 Euro weniger als am letzten Freitag. Der US-Brotweizen der Sorte Hard Red Winter (September) gingen am Dienstag am Terminmarkt mit 173 Euro/t (621 Ct/bu) aus dem Handel und damit 4 Euro billiger als am letzten Freitag und der Sommerweizen (HRS) kostete am US-Terminmarkt rund 171 Euro/t (612,3/bu) und damit fast 4 Euro weniger (Ernte).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass.
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