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Analyse

Weizen/Auktion: Exportpreise für Weizen um über 10 % gefallen

von , am
13.06.2014

Die Angebotspreise der Exporteure waren im Vergleich zur letzten Auktion am 16. Mai im Schnitt 13 % bzw. 40 USD niedriger.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
 
Der weltweit größte Weizenimporteur Ägypten nutzte den kräftigen Preisrückgang am Weltmarkt am Donnerstag (12.06) für den Einkauf von 180.000 t Weizen. Die Angebotspreise der Exporteure waren im Vergleich zur letzten Auktion am 16. Mai im Schnitt 13 % bzw. 40 USD niedriger. Der Durchschnittspreis des gekauften Weizens lag einschließlich der Frachtkosten bei 262,15 USD/t (193 Euro/t) nach einem Exportpreis von 302,56 USD/t (223 Euro/t) bei der letzten Auktion im Mai.
 
Gleichzeitig waren die insgesamt angebotenen Mengen und die Anzahl der mitbietenden Länder deutlich größer als beim letzten Mal. Im Vorfeld der Auktion hatte Ägypten zudem die Bedingungen für den Feuchtegehalt des gelieferten Weizens von zuvor 13 % wieder auf 13,5 % verändert, so dass der von dieser Regelung im Wesentlichen betroffene Weizen aus Frankreich wieder mit angeboten werden konnte. Vereinbarter Lieferzeitraum ist der 15te bis 31te Juli, so dass Rumänien und Russland Weizen der neuen Ernte liefern werden. Mitgeboten haben neben Rumänien und Russland auch die Ukraine, Frankreich und die USA.
 
Rumänien derzeit am billigsten
Die billigsten Angebote kamen bei der aktuellen Auktion (einschließlich Fracht) aus Rumänien. Insgesamt lagen aus dem EU-Mitgliedsland mit dem Schwarzmeerhafen Constanta fünf Angebote von verschiedenen Exporteuren vor. Gekauft hat Ägypten zwei Partien zu je 60.000 t Weizen. Die Preise für die rumänischen Lieferungen lagen einschließlich Fracht (C&F) bei 258,75 USD/t (190,6 Euro) und 266,22 USD/t (196,18 Euro). Dabei wurden die fob-Preise mit 248,50 USD/t (183 Euro) und 255,97 USD/t (188,6 Euro) angegeben und die Frachtkosten lagen für alle Offerten zwischen 9,0 USD/t und 10,75 USD/t. Die fob-Preise für die übrigen rumänischen Angebote lagen zwischen 256,88 USD/t und 261,80 USD/t.
 
Russland ebenfalls mit günstigem Weizen
Einen Zuschlag erhalten hat diesmal ebenfalls Russland über die Lieferung von 60.000 t Weizen. Der Preis für die russische Lieferung lag einschließlich Fracht (C&F) bei 266,97 USD/t (196,7 Euro). Dabei wurde der fob-Preise mit 256 USD/t (188,7 Euro) angegeben und die Frachtkosten mit 10,97 USD/t. Die Frachtkosten für die übrigen drei russischen Offerten mit lagen zwischen 9,90 USD/t und 10,97 USD/t. Die fob-Preise für die übrigen russischen Angebote wurden mit 257,67 USD/t (190 Euro) bis 269,50 USD/t (198,6 Euro) angegeben.
 
Ukraine und USA gehen leer aus
Keinen Zuschlag erhielt diesmal die Ukraine. Der Preis für den angebotenen ukrainischen Weizen lag einschließlich Fracht (C&F) bei 269,05 USD/t (198,5 Euro). Dabei wurde der fob-Preise mit 254,15 USD/t (187 Euro) angegeben und die Frachtkosten mit 14,90 USD/t. Leer ausgegangen sind bei dieser Auktion auch die USA, die zuletzt Mitte März einen Zuschlag über die Lieferung von 55.000 t Weizen erhalten hatten. Der Preis für den angebotenen US-Weizen der Sorte Soft Red Winter (SRW) lag einschließlich Fracht (C&F) bei 283,27 USD/t (208,7 Euro/t). Dabei wurde der fob-Preis mit 255,74 USD/t (188,5 Euro) angegeben und die Frachtkosten mit 27,53 USD/t (!!).
 
Französischer Weizen war zu teuer
Aus Frankreich lagen bei dieser Ausschreibung drei Angebote vor. Der Preis für den billigsten französischen Weizen lag einschließlich Fracht (C&F) bei 275,84 USD/t (203 Euro). Dabei wurde der niedrigste fob-Preis mit 259,74 USD/t (191 Euro) angegeben und die Frachtkosen mit 16,10 USD/t. Für die beiden anderen französischen Angebote (fob) verlangten die Exporteure 263,90 USD/t (194,4 Euro) und 270 USD/t (199 Euro) verlangt.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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