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Analyse

Weizen/Auktion: Frankreich mit dem billigsten Weizen

von , am
17.09.2014

Diesmal kaufte die staatliche ägyptische Importbehörde GASC den Weizen diesmal ausschließlich in Frankreich

Der Internationale Getreiderat setzte sowohl die globale Weizenernte als auch die weltweiten Weizenbeständen auf neue Rekordwerte nach oben. © Mühlhausen/landpixel
Der weltweit größte Weizenimporteur Ägypten kaufte bei einer Auktion am 16. September  180.000 t Weizen. Dabei kaufte die staatliche ägyptische Importbehörde GASC den Weizen diesmal ausschließlich in Frankreich. Entscheidend für den Zuschlag war der Preisvorteil (fob) des französischen Weizens, der auch die höheren Transportkosten im Vergleich mit den russischen und ukrainischen Offerten kompensierte. Viele Beobachter hatten wegen der schwachen Qualitäten des französischen Weizens nicht mit solch umfangreichen Lieferungen des größten europäischen Exporteurs gerechnet. Die GASC hatte allerdings die Anforderungen an den Feuchtigkeitsgehalt des gekauften Weizens im Juni auf 13,5 % von zuvor 13 % angehoben.
 
Auktionspreise sind kräftig gefallen
Der Durchschnittspreis des von Ägypten diesmal gekauften Weizens lag einschließlich der Frachtkosten bei 247,49 USD/t (191 Euro/t), nach einem Einkaufpreis von 258,89 USD/t (200 Euro/t) bei der letzten Auktion Anfang September, als Frankreich und Rumänien einen Zuschlag erhielten. Damit sind die Auktionspreise in 14 Tagen um rund 10 USD/t gefallen. Mitgeboten haben diesmal neben Frankreich auch Russland, die Ukraine und die USA. Aus Rumänien lagen keine Angebote vor. Insgesamt haben die Ägypter damit im neuen Wirtschaftsjahr ab dem 1. Juli bereits 1,365 Mio. t Weizen über Exportausschreibungen gekauft. 
 
Frankreich übernimmt Preisführerschaft
Aus Frankreich lagen bei der aktuellen Auktion sieben Angebote vor. Die Preise für die drei von der GASC gekauften französischen Lieferungen zu je 60.000 t lagen einschließlich Frachtkosten (C&F) zwischen 247,35 USD/t (191 Euro) und 247,79 USD/t (191 Euro). Dabei bewegten sich die fob-Preise der drei von der GASC gekauften französischen Angebote zwischen 227,97 USD/t (176 Euro) und 229,25 USD/t (177 Euro). Der Preis für das teuerste (nicht gekaufte) französische Angebot lag bei 243,05 USD/t (187,5 Euro). Die französischen Frachtkosten lagen je nach Handelsunternehmen zwischen 17,80 USD/t und 19,38 USD/t.
 
Russlands Weizen ist deutlich zu teuer
Keinen Zuschlag erhalten hat diesmal Russland. Die fob-Preise waren diesmal deutlich höher als die aus Frankreich und wurden auch durch die niedrigen Transportkosten nicht kompensiert. Immerhin lagen diesmal sieben russische Angebote vor. Die Preise für den angebotenen russischen Weizen lagen ohne Frachtkosten (fob) zwischen 245,50 USD/t (189 Euro) und 253,0 USD/t (195 Euro). Damit waren die Preise aller russischen Offerten höher als die Preisforderungen für den französischen Weizen. Die russischen Frachtkosten ware lagen je nach Handelsunternehmen zwischen 11,74 USD/t und 12,80 USD/t.
 
Ukraine geht leer aus, US-Frachtkosten zu hoch
Aus der Ukraine lag bei der aktuellen Auktion lediglich ein Angebot vor. Die Preisforderungen für den ukrainischen Weizen lagen ohne Fracht (fob) bei 246 USD/t (190 Euro). Aus den USA lagen bei dieser Ausschreibung ebenfalls zwei Angebote vor. Die Preise für den angebotenen US-Weizen der Sorte Soft Red Winter lagen ohne Frachtkosten (fob) zwischen 231,40 USD/t (178 Euro) und 234,98 USD/t (181 Euro) und waren damit günstiger als die Angebote vom Schwarzen Meer jedoch noch immer etwas teuer als die günstigsten Angebote aus Frankreich. Die US-Frachtkosten lagen je nach Handelsunternehmen allerdings zwischen 29,97 USD/t und 31,75 USD/t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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