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Analyse

Weizen/Auktion: Rumänien liefert nach Ägypten, Frachtkosten entscheiden

von , am
11.07.2014

Überraschenderweise waren die bei der Auktion erzielten Preise (einschließlich Fracht), trotz des scharfen Rückgangs der Weltmarktpreise, ähnlich hoch wie bei der letzten Auktion Anfang Juli.

© Nightman1965/Fotolia
 
Der weltweit größte Weizenimporteur Ägypten kaufte bei einer Auktion am 9. Juli erneut 240.000 t Weizen. Dabei kauften die Ägypter den Weizen diesmal ausschließlich in Rumänien. Anfang des Monats hatten die Ägypter beim ersten Tender in diesem Wirtschaftsjahr bereits 180.000 t Weizen in Rumänien und 60.000 t in Russland gekauft. Dabei war der rumänische Weizen bei der aktuellen Auktion zwar mit am billigsten, vor alllem waren die rumänischen Frachtkosten im Vergleich mit den Wettbewerbern (Russland, Ukraine, Frankreich) am niedrigsten.
 
Export-Preise kaum niedriger als Anfang Juli
Überraschenderweise waren die bei der Auktion erzielten Preise (einschließlich Fracht), trotz des scharfen Rückgangs der Weltmarktpreise, ähnlich hoch wie bei der letzten Auktion Anfang Juli. Der Durchschnittspreis des von Ägypten gekauften Weizens lag bei dieser Auktion einschließlich der Frachtkosten bei 261,16 USD/t (192 Euro) und damit nur geringfügig unter dem Auktionspreis vom 1. Juli von 262,18 USD/t (193 Euro/t) und auch in etwa auf dem Niveau des Auktionspreise von 262,15 USD/t (193 Euro/t) bei der Auktion von Mitte Juni. Vereinbarter Lieferzeitraum ist der 21te bis 31te August. Mitgeboten haben neben Rumänien auch Russland, die Ukraine und Frankreich. Aus den USA lag kein Angebot vor.
 
Rumänien mit niedrigen Preisen und niedrigen Frachtkosen
Gekauft haben die Ägypter ihren Weizen diesmal ausschließlich in Rumänien. Dabei war der rumänische Weizen zwar mit am billigsten, vor allem waren jedoch die Frachtkosten  im Vergleich am niedrigsten, so dass der rumänische Gesamtpreis am Ende am günstigsten war. Insgesamt lagen aus dem EU-Mitgliedsland mit dem Schwarzmeerhafen Constanta sechs Angebote von verschiedenen Exporteuren vor. Gekauft hat Ägypten vier Partien zu je 60.000 t Weizen. Die Preise für die rumänischen Lieferungen lagen einschließlich Fracht (C&F) zwischen 259,70 USD/t (190,9 Euro) und 262,60 USD/t (193,1 Euro). Dabei wurde die fob-Preise mit 249,35 USD/t (183,3 Euro) bis 251 USD/t (184,5 Euro) angegeben und die Frachtkosten mit lagen für alle Offerten zwischen 9,99 USD/t und 10,83 USD/t. Die fob-Preise für die übrigen rumänischen Angebote lagen zwischen 252,43 USD/t (185,6 Euro) und 257,50 USD/t (189,3 Euro).
 
Russland etwas teurer als Rumänien
Keinen Zuschlag erhielt nach den Daten der GASC diesmal Russland. Dabei lagen bei der aktuellen Auktion drei (beim letzten Mal 9!) russische Angebote vor. Der Preis für den angebotenen russischen Weizen lag einschließlich Fracht (C&F) zwischen 266 USD/t (195,5 Euro) und 269 USD/t (197,8 Euro). Dabei wurde der fob-Preise mit 255 USD/t (187,5 Euro) bis 257 USD/t (188,8 Euro) angegeben. Die Frachtkosten für die  russischen Offerten mit lagen zwischen 11,05 USD/t und 11,98 USD/t.
 
Ukraine billig, aber mit zu hohen Frachtkosten
Ebenfalls keinen Zuschlag erhielt nach den Daten der GASC die Ukraine. Zwar lag bei der aktuellen Auktion nur ein ukrainisches Angebot vor. Der ukrainische fob-Preis war jedoch der Niedrigste. Allerdings waren die Transportkosten zu hoch um einen Zuschlag zu erhalten. Der Preis für den angebotenen Weizen lag einschließlich Fracht (C&F) bei 265,36 USD/t (195,1 Euro). Dabei wurde der fob-Preis nur mit 248,87 USD/t (183 Euro) angegeben, die Frachtkosten jedoch mit 16,49 USD/t (!!!).
 
Französische Frachtkosten sind zu hoch
Aus Frankreich lagen bei dieser Ausschreibung vier Angebote vor. Dabei wurde der niedrigste fob-Preis mit 249,50 USD/t (183 Euro) angegeben und die Frachtkosen mit 17,50 USD/t bis 18,04 USD/t. Die übrigen französischen Angebote kosteten (fob) zwischen 256,87 USD/t (188,9 Euro) und 262,50 USD/t (193 Euro) und waren damit deutlich teurer. Der Preis für den billigsten französischen Weizen lag einschließlich Fracht (C&F) bei 267 USD/t (196 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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