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Analyse

Weizen/Auktion: Russland gewinnt, Frankreich scheidet aus

von , am
29.01.2014

Der weltweit größte Weizenimporteur Ägypten kaufte am Dienstag (28.01) 240.000 t Weizen - vor allem aus Russland.

© landpixel
 
Der weltweit größte Weizenimporteur Ägypten kaufte am Dienstag (28.01) 240.000 t Weizen - vor allem aus Russland. Der ebenfalls angebotene Weizen aus Frankreich hatte nach Berichten von Händlern einen zu hohen Feuchtigkeitsgehalt. Er entsprach nicht den ägyptischen Anforderungen mit maximal 13 % Feuchtigkeit. Gekauft wurden von der ägyptischen Importbehörde GASC deshalb insgesamt 180.000 t Weizen aus Russland sowie 60.000 t Weizen aus den USA. Als Lieferzeitraum wurde der 01. bis 10. März vereinbart.
 
Weizenpreise in Europa nach Auktion schwächer
Das qualitätsbedingte Ausscheiden der Franzosen könnte möglichweise auch das Aus für den französischen Weizen bei den nächsten ägyptischen Auktionen bedeuten und die Weizenpreise in Europa unter Druck setzten. Der europäische Terminmarkt reagierte auf die Nachricht jedenfalls mit einem Preisabschlag von knapp 2 Euro auf 192,50 Euro für den Märzkontrakt und auf 189,50 Euro für den Mai. In den USA legten die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago nach der erfolgreichen Exportauktion hingegen zu.
 
Russland macht (diesmal) das Rennen
Gekauft hat Ägypten drei Partien russischen Weizens mit jeweils 60.000 t. Die Preise für die russischen Lieferungen lagen einschließlich Fracht (C&F), zwischen 298,95 USD/t (219 Euro) und 299,85 USD/t (219,50 Euro). Die fob-Preise für den russischen Weizen lagen an den Verladehäfen zwischen 283,25 USD/t (207,50 Euro) und 283,50 USD/t. Die russischen Frachtkosten wurden mit 15,45 USD/t bis 16,60 USD/t angegeben. Außerdem  lagen noch drei weitere Angebote aus Russland mit nur geringfügig höheren fob-Preisen zwischen 285 USD/t und 287,90 USD/t vor.
 
US-Weizen weiter am billigsten, Frachtkosten am höchsten
Gekauft hat Ägypten außerdem 60.000 t US-Weizen der Sorte Soft Red Winter. Einschließlich der  Frachtkosten (C&F) lag der Preis bei 299,85 USD/t (219,50 Euro)  und damit in etwa auf dem russischen Niveau. Allerdings kostete der US-Weizen an den Verladehäfen am fob-Golf nur 259,78 USD/t (190 Euro). Die Frachtkosten waren mit 40,07 USD/t (29 Euro) hingegen mehr als doppelt so hoch wie für den Weizen vom Schwarzen Meer. Die fob-Preise für zwei weitere US-Angebote waren mit 266,50 USD/t (195 Euro) und 269,90 USD/t (197,6 Euro) einschließlich der Frachtkosten zu hoch. Für diese beiden Angebote wurden allerings "nur" Frachtkosten von  33,25 USD/t (24 Euro) sowie von 37,30 USD/t  genannt und damit recht weniger als 40 USD.
 
Frankreich scheidet aus Qualitätsgründen aus
Aus Frankreich lagen insgesamt zwei Angebote zu fob-Preisen von 277,90 USD/t (203 Euro) und 282,87 USD/t (207 Euro) vor. Allerdings lag der Feuchtigkeitsgehalt dieses Weizens bei 13,5 % und überstieg damit den von der GASAC geforderten Höchstgehalt von 13 %. Die französischen Frachtkosten wurden mit 20,50 USD/t und 22,92 USD/t angegeben, so dass sich ein Gesamtpreis (einschließlich Fracht) für das günstigste französische Angebot von etwa 298,40 USD/t (218 Euro) ergeben hätte. Das wäre auch das günstigste Gesamtangebot gewesen und hätte noch unter den russischen Preisen gelegen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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