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Analyse

Weizen/Auktion: Russland gewinnt, Preise gefallen

von , am
28.02.2014

Wie beim letzten Tender Ende Januar orderten die Ägypter den größten Teil des Weizens in Russland.

© Mühlhausen/landpixel
 
Der weltweit größte Weizenimporteur Ägypten kaufte am Donnerstag (28.02) insgesamt 295.000 t Weizen. Wie beim letzten Tender Ende Januar orderten die Ägypter den größten Teil des Weizens in Russland. Einen Zuschlag erhielt außerdem Rumänien und bleibt damit im laufenden Wirtschaftsjahr der wichtigste Lieferant. Der von den Ägyptern gezahlte Preis, ist der niedrigste Preis seit September 2013. Der Hauptgrund für den Preisrückgang sind die deutlich gefallenen Frachtkosten. Hinzu kommt der seit Januar gegenüber dem Dollar (und Euro) um etwa 10 % billigere Rubel. Gekauft wurden von der ägyptischen Importbehörde GASC insgesamt 235.000 t russischer Weizen sowie 60.000 t Weizen aus Rumänien.
 
Exportpreise deutlich niedriger
Gekauft hat Ägypten diesmal drei Partien russischen Weizens zu jeweils 60.000 t und eine Partie zu 55.000 t. Die Preise für die russischen Lieferungen lagen einschließlich Fracht (C&F) zwischen 289,25 USD/t (211 Euro) und 293,1 USD/t (214 Euro). Ende Januar zahlten die Ägypter für den russischen Weizen noch 298,95 USD/t bis 299,85 USD/t und damit knapp 10 USD/t mehr. Die fob-Preise für den gekauften russischen Weizen lagen an den Verladehäfen am Schwarzen Meer zwischen 276 USD/t (201 Euro) und 280,55 USD/t (205 Euro).
 
Frachtkosten drastisch gefallen
Die russischen Frachtkosten lagen nur zwischen 10,00 USD/t bis 12,60 USD/t. Ende Januar waren die Frachtkosten mit 15,45 USD/t bis 16,60 USD/t noch über  50 % höher. Die deutlich niedrigeren Frachtkosten spiegeln sich auch in der Entwicklung der wichtigsten internationalen Frachtkostenindizes wider. So ist der für den Handel mit Schüttgütern und Agrarrohstoffen maßgebliche Baltic Dry Index (BDI) von Dezember bis Ende Februar um 50 % zurückgegangen. Der speziell auf den Handel mit Getreide ausgerichtete Grain Freight Index des IGC ist im gleichen Zeitraum um 12 % gefallen.
 
Rumänien wieder mit dabei
Gekauft hat Ägypten außerdem 60.000 t US-Weizen in Rumänien. Einschließlich der Frachtkosten lag der rumänische Preis bei 292,54 USD/t (213,50 Euro)und damit in etwa auf dem russischen Niveau. Gleichzeitig kostete der Weizen am rumänischen Verladehafen Constanta am Schwarzen Meer (ohne Frachtkosten) 282,54 USD/t (206 Euro). Die Frachtkosten wurden mit 10,00 USD/t ähnlich hoch angegeben wie für Russlands. Im gesamten aktuellen Wirtschaftsjahr ist Rumänien mit einem Lieferumfang von 1,31 Mio. t damit der größte Weizenlieferant Ägyptens.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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