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Analyse

Weizen/EU: Europäer steigern Exporte, Preis fällt aber weiter

von , am
17.01.2014

Mit den zuletzt deutlich gefallenen Weizenpreisen hat sich der ohnehin schon starke Export der Europäer noch einmal beschleunigt.

© Nightman1965/Fotolia
 
Mit den zuletzt deutlich gefallenen Weizenpreisen hat sich der ohnehin schon starke Export der Europäer noch einmal beschleunigt. In der Abrechnungswoche bis zum 14. Januar verkauften die EU-Länder insgesamt 810.000 t (Lizenzen) Weizen in Drittländer. Das sind nochmals 91.000 t mehr als in Vorwoche und eine der höchsten Ausfuhrmengen des Wirtschaftsjahres. Insgesamt wurden in den ersten 29 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 15,98 Mio. t Weichweizen (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das sind rund 52 % bzw. 5,4 Mio. t Weizen mehr als im bereits recht guten Exportjahr 2012/13 zu diesem Zeitpunkt (10,4 Mio. t).
 
Frankreich und Deutschland auf sehr hohem Niveau
Der größte Einzelexporteur in der Woche bis zum 14. Januar war wiederum Frankreich mit einer Ausfuhrmenge von 354.000 t (Vorwoche: 290.000 t). Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 280.000 t (Vw.: 269.000 t) erneut aus Deutschland. Auf Position drei der größten Exporteure lag diesmal Polen mit Exporten von 23.000 t (Vw: 28.000), gefolgt Bulgarien mit 23.000 t Weizen (Vw: 27.000) sowie Ungarn mit 16.000 t (Vw.1.000). Aus Rumänien gab es in dieser Abrechnungswoche erneut keine Weizenverkäufe in Drittländer. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 106.000 t Weizen t (Vw: 50.000 t) verschifft. Kleinere Mengen wurden zudem aus Österreich verkauft.
 

Frankreich setzt sich langsam ab
Größter Einzelexporteur der Europäischen Union in den ersten 29 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres ist Frankreich, vor Deutschland und Rumänien. Die französischen Weizen-Verkäufe in Drittländer erreichten bis zum 14. Januar einen Umfang von 4,849 Mio. t. Die deutschen Exporte erhöhten sich auf 4,709 Mio. t. Damit setzt sich Frankreich allmählich von Deutschland als größten Weizen-Exporteur ab. Rumänien liegt mit einer Gesamtausfuhr von bislang 1,788 Mio. t unverändert auf Position drei. Rund 1,597 Mio. t Weizen wurden zudem über die niederländischen Exporthäfen vermarktet. Rund 1,01 Mio. t Weizen verkaufte Litauen in Drittländer, 531.000 Lettland, 482.000 t Bulgarien, 384.000 t Polen, 212.000 Ungarn, und 101.000 t Österreich.
 
Europäische Weizenpreise unter Druck
Die Weizenpreise sind diese Woche in Europa im Sog der fallenden US-Preise weiter kräftig gefallen. An den norddeutschen Exporthäfen lagen die Großhandelspreise für Brotweizen am Donnerstag (16.01.) bei 194 Euro (Vw: 202 Euro). Gleichzeitig lagen die Exportpreise für Brotweizen an den deutschen Ostseehäfen (fob) zwischen 200 und 205 Euro/t (Vw.: 207 und 212 Euro/t). Die Exportpreise für deutschen A-Weizen (fob Ostseehafen) wurden zwischen 202 bis 207 Euro (Vw.: 209 und 214 Euro) notiert. In Frankreich kostete der Weizen im Großhandel (Rouen) am Donnerstag 190 Euro/t (Vw: 197 Euro/t).
 
US-Weizen-Exporte wieder etwas besser
Die US-Exporte haben mit den fallenden Preisen etwas zugelegt blieben aber dennoch am unteren Ende der Erwartungen. Das setzte die US-Weizen-Preise weiter unter Druck. Vom USDA wurden in der letzten Abrechnungswoche Export-Verkäufe von nur 320.000 t Weizen gemeldet. Erwartet wurden von den Analysten im Vorfeld Verkäufe von 200.000 t bis 600.000 t. Damit liegt die Exportmenge rund 20 % unter dem Mittel der letzten vier Wochen. Hauptabnehmer waren diese Woche die Venezuela, Mexiko, Südkorea, Thailand und Brasilien. Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr allerdings schon 24,88 Mio. t Weizen ins Ausland verkauft und damit 5,04 Mio. t bzw. 25 % mehr wie im letzten Jahr zu diesem Zeitpunkt (19,84 Mio. t).
 
US-Weizen fällt weiter und drückt Weltmarktpreise
Am Terminmarkt in Chicago kostete der Märzkontrakt am Donnerstag (16.01) umgerechnet nur noch knapp 155 Euro (572 Ct/bu). Der in Kansas gehandelte US-Brotweizen (HRW) beendete den Handel am Donnerstag (16.01) für den Märzkontrakt mit umgerechnet knapp 170,6 Euro/t (629,4 Ct/bu). An den US-Exporthäfen kostete der in Chicago gehandelte Weizen der Sorte Soft Red Winter am gleichen Tag umgerechnet 268 USD/t (197 Euro) und der in Kansas gehandelte Brotweizen der Sorte Hard Red Winter kostetet 292 USD/t (215 Euro). Am Freitag (17.01) Nachmittag standen die Weizenpreise in den USA und auch in Europa erneut unter Druck und gaben weiter nach.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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