Login
Analyse

Weizen/EU: Starker Export zum Jahresbeginn

von , am
10.01.2014

Anders als in den USA, wo der Weizenexport auf den niedrigsten Stand des Wirtschaftsjahres einbrach, starten Europäer mit überraschend hohen Exportmengen ins Neue Jahr.

© Mühlhausen/landpixel
 
Anders als in den USA, wo der Weizenexport trotz der gefallenen Preise auf den niedrigsten Stand des Wirtschaftsjahres einbrach, starten die Europäer mit überraschend hohen Exportmengen ins Neue Jahr. Zwar kann sich auch der europäische Weizen dem Abwärtssog aus Übersee nicht entziehen und rutschte unter die 200-Euro-Marke, jedoch wird der Preisrückgang durch die starken Exporte begrenzt. In der Abrechnungswoche bis zum 07. Januar verkauften die EU-Länder insgesamt 719.000 t (Lizenzen) Weizen in Drittländer. Das ist doppelt so viel wie in der Woche unmittelbar vor dem Jahreswechsel sowie 30.000 t mehr als der Woche davor. Insgesamt wurden in den ersten 28 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres bereits 15,08 Mio. t Weichweizen (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das sind rund 50 % bzw. knapp 5,0 Mio. t Weizen mehr als im bereits recht guten Exportjahr 2012/13 zu diesem Zeitpunkt (10,1 Mio. t).
 
Frankreich und Deutschland starten durch
Der größte Einzelexporteur in der Woche bis zum 7. Januar war erneut Frankreich mit einer Ausfuhrmenge von 290.000 t (Vorwoche: 185.000 t). Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 269.000 t (Vw.: 123.000 t) aus Deutschland. Auf Position drei der größten Exporteure lag diesmal Litauen mit Exporten von 50.000 t (Vw: 0), gefolgt Polen mit 28.000 t Weizen (Vw: 0) sowie Bulgarien mit 27.000 t (Vw.0). Aus Rumänien gab es in dieser Abrechnungswoche keine Weizenverkäufe in Drittländer. Über die niederländischen Exporthäfen wurden 50.000 t Weizen t (Vw: 0 t) verschifft. Kleinere Mengen wurden zudem aus Schweden, Österreich und Ungarn verkauft.
 
Frankreich hat Deutschland jetzt überholt
Größter Einzelexporteur der Europäischen Union in den ersten 28 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres ist jetzt Frankreich nur sehr knapp vor Deutschland und deutlich vor Rumänien. Die französischen Weizen-Verkäufe in Drittländer erreichten bis zum 07. Januar einen Umfang von 4,495 Mio. t. Die deutschen Exporte erhöhten sich auf 4,429 Mio. t. Damit hat Frankreich Deutschland jetzt als größten Weizen-Exporteur abgelöst. Rumänien liegt mit einer Gesamtausfuhr von 1,788 Mio. t auf Position drei. Rund 1,491 Mio. t Weizen verließen zudem über die niederländischen Exporthäfen die EU. Rund 1,01 Mio. t Weizen verkaufte Litauen in Drittländer, 531.000 Lettland, 459.000 t Bulgarien, 357.000 t Polen, 196.000 Ungarn, und 98.000 t Österreich.
 
Deutsche Weizenpreise geben nach
Die Weizenpreise haben diese Woche in Europa im Sog der fallenden US-Preise kräftig nachgegeben. An den norddeutschen Exporthäfen lagen die Großhandelspreise für Brotweizen am Donnerstag (09.01.) bei 202 Euro (Vw: 208 Euro). Gleichzeitig lagen die Exportpreise für Brotweizen an den deutschen Ostseehäfen (fob) zwischen 207 und 212 Euro/t (Vw.: 213 und 218 Euro/t). Die Exportpreise für deutschen A-Weizen (fob Ostseehafen) wurden zwischen 209 bis 214 Euro (Vw.: 215 und 220 Euro) notiert. In Frankreich kostete der Weizen im Großhandel (Rouen) am Donnerstag nur noch 197 Euro/t (Vw: 202 Euro/t).
 
US-Exporte brechen ein
Die US-Exporte sind trotz der rückläufigen Preise auf den niedrigsten Stand des Wirtschaftsjahrs gefallen. Das setzte die Preise zusätzlich unter Druck. Vom USDA wurden in der letzten Abrechnungswoche nur Export-Verkäufe von nur 110.800 t Weizen gemeldet. Erwartet wurden von den Analysten im Vorfeld Verkäufe von 200.000 t bis 450.000 t. Damit liegt die Exportmenge rund 76 % unter dem Mittel der letzten vier Wochen. Hauptabnehmer waren diese Woche die Philippinen, Italien, Brasilien, China und Japan. Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr allerdings schon 24,6 Mio. t Weizen ins Ausland verkauft und damit 5,3 Mio. t bzw. 27 % mehr wie im letzten Jahr zu diesem Zeitpunkt (19,3 Mio. t).
 
US-Weizen stark unter Druck
Am Terminmarkt in Chicago kostete der Märzkontrakt am Donnerstag (09.01) umgerechnet nur noch knapp 158 Euro/t (584,4 Ct/bu). Der in Kansas gehandelte US-Brotweizen (HRW) beendete den Handel am Donnerstag (09.01) für den Märzkontrakt mit umgerechnet knapp 173 Euro/t (639 Ct/bu). An den US-Exporthäfen wurde der in Chicago gehandelte Weizen der Sorte Soft Red Winter am gleichen Tag für umgerechnet 268 USD/t (197 Euro) verladen und der in Kansas gehandelte Brotweizen der Sorte Hard Red Winter kostetet im Export 294 USD/t (216 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant