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Analyse

Weizenexport: Frankreich unterbietet Russland

von , am
04.09.2015

Die internationalen Weizenpreise (Exportpreise) befinden sich auf dem niedrigsten Stand seit dem Juni 2010.

© B. Schweiger
 
Die internationalen Weizenpreise (Exportpreise) befinden sich auf dem niedrigsten Stand seit dem Juni 2010. Diese Woche haben die Kurse neue Tiefstände erreicht. Dabei haben die beiden Schwarzmeerländer Russland und Ukraine bisher die Preisführerschaft am Weltmarkt und drücken mit immer niedrigeren Preisen das weltweite Niveau nach unten und sichern sich auf diese Weisen unter anderem den Absatz nach Ägypten.
 
Ein entscheidender Grund für die sehr niedrigeren Exportpreise Russlands sind die sehr großen und noch über den ursprünglichen Erwartungen liegenden Weizenernten in Verbindung mit den gegenüber dem Dollar und dem Euro stark abgewerteten russischen und ukrainischen Währungen. Das verschafft den beiden Schwarzmeerländern zusätzliche Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz aus Frankreich, Deutschland, den USA, Kanada und Australien. Hinzu kommen noch die niedrigeren Transportkosten von großen Schwarzmeerhäfen bis nach Ägypten, Nordafrika und in den nahen Osten.
 
Frankreich unterbietet Russland (fob)
Am Donnerstag (03.09) hat der weltweit größte Weizenimporteur Ägypten 170.000 t russischen Weizen zur Lieferung Anfang Oktober gekauft. Erstmals in diesem Jahr waren jedoch die fob-Preise des stark gefallenen französischen Weizens niedriger als die fob-Preise für russische Ware und auch für den ebenfalls angebotenen ukrainischen und rumänischen Weizen.
 
Wegen der niedrigeren russischen Transportkosten und des demzufolge geringeren Gesamtpreises (cif), erhielten die russischen Lieferanten dennoch den Zuschlag. Allerings sind auch die fob-Preise für den russischen Weizen im Vergleich zur vorigen Auktion (28.08) zurückgegangen. Jedoch sind die Preise für den französischen Weizen in den letzten Tagen noch weitaus stärker gefallen.
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Russische Exportpreise noch niedriger
Die fob-Preise für den russischen Weizen lagen für die drei gekauften Partien zwischen 178,9 USD (159,7 Euro) und 178,94 USD (159,8 Euro) und waren damit nochmals etwas niedriger wie die russischen Preise bei der letzten Auktion vor einer Woche mit 180,47 USD/t (161 Euro). Einschließlich Frachtkosten (9,10) lagen die Einkaufpreise der Ägypter damit bei 188,0 USD/t (167,8 Euro) und damit so niedrig wie noch in diesem Jahr.
 
Französische Preise am stärksten  gefallen
Der günstigste Weizen aus Frankreich wurde zu einem fob-Preis von nur 174,74 USD/t angeboten und damit mehr als 10 USD billiger als bei der vorigen Auktion mit 185,57 (165,8 Euro). Allerdings waren die französischen Transportkosten (13,60) zu hoch, so dass der russische Weizen eine n niedrigeren Gesamtpreis hat. Insgesamt wurden bei der Auktion 8 Partien russischer Weizen und 7 Partien Weizen aus Frankreich angeboten. Die fob-Preise für den russischen Weizen lagen zwischen 178,9 USD und 186,0 USD. Die Preisforderungen für den französischen Weizen bewegten sich zwischen 174,7 USD und 186,9 USD.
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Ukraine und Rumänien waren zu teuer
Ebenfalls angeboten wurde eine Partie ukrainischer Weizen und 2 Partien Weizen aus Rumänien. Der Angebotspreis (fob) für den ukrainischen Weizen lag bei 178,99 USD/T (159,8 Euro) und damit etwas höher als bei der letzten Auktion mit 177,95 USD/t (158,9 Euro). Die Frachtkosten lagen bei 9,6 USD. Der Angebotspreise (fob) für die beiden Partien rumänischen Weizen lagen bei 185,88 USD/t (165,96 Euro) und bei 185,92 USD (166 Euro) waren damit deutlich höher als für den Weizen der übrigen Wettbewerber und auch ebenfalls etway höher als bei der vorigen Auktion mit 187,73 USD/t (167,0 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
 

 
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