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Analyse

Weizenexport läuft besser als 2014, Preise ähnlich hoch

von , am
18.08.2015

Das Tempo der europäischen Weizenexporte (Lizenzen) übertrifft in den ersten sechs Wochen des neuen Wirtschaftsjahres die rekordhohen Ausfuhrmengen aus dem Vorjahr.

© Mühlhausen/landpixel
 
Das Tempo der europäischen Weizenexporte (Lizenzen) übertrifft in den ersten sechs Wochen des neuen Wirtschaftsjahres die rekordhohen Ausfuhrmengen aus dem Vorjahr. Dabei läuft die Ausfuhr wegen der sehr großen Ernte und der vergleichsweise guten Qualitäten (Protein, Feuchtigkeit), offenbar aus Frankreich besonders flott. Aber auch aus Deutschland und Rumänien wurden zum Beginn des neuen Wirtschaftsjahres schon beträchtliche Mengen Weizen auf den Weltmarkt verkauft.
 
Dabei liegen die Ausfuhrmengen vor allem aus Frankreich und auch aus Deutschland (auch wegen der früheren Ernte) über den vergleichbaren Vorjahreswerten und aus Rumänien deutlich darunter. In den ersten sechs Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres 2015/16 wurden nach den Angaben der EU-Kommission etwa 2,3 Mio. t Weichweizen ins Ausland verkauft. Das eine rund 25 % größere Exportmenge als im bisherigen Rekordjahr 2014/15 als zu diesem Termin 1,84 Mio. t exportiert wurden.
 
Frankreich und Deutschland exportieren mehr als 2014
Größter Einzelexporteur in den ersten sechs Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres ist Frankreich, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von insgesamt 1.006.840 t. Das sind rund 106.000 t mehr als zum gleichen Termin im vorigen Jahr als 900.214 t  Weizen über die französischen Exporthäfen verkauft wurden. Die zweitgrößte Liefermenge kommt mit 590.973 t Weizen aus Deutschland. Im vorigen Jahr wurden (bei relativ später Ernte) als 453.886 t verkauft aus Deutschland und damit 137.000 t weniger als 2015.
 
Rumänien mit relativ schwachem Start
Auf Position drei der größten Exporteure lag in den ersten sechs Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres liegt Rumänien mit Ausfuhren von 326.373 t Weizen. Im vorigen Jahr war die rumänische Ausfuhrmenge mit 656.850 t zu deisem Termin allerings etwa doppelt so hoch. Über die niederländischen Exporthäfen wurden bislang 189.447 t Weizen vermarket, aus  Schweden gingen bisher 78.400 t Weizen auf den internationalen Markt und aus Polen 50.000 t. Kleinere Menge wurden zudem aus Bulgarien, Ungarn, Österreich, Dänemark und Lettland verkauft.
 
Weizenpreise an den Exporthäfen so hoch wie 2014
In der Europäischen Union haben die Weizenpreise zum Beginn der Woche nachgegeben. Am wichtigsten deutschen Exporthafen in Hamburg handelte man den Brotweizen (12 % Protein) für den Septembertermin am Montag (17.08) mit 181 Euro/t und damit 3 Euro niedriger als zum Ende der letzten Woche (184 Euro) und etwa so teuer wie vor einem Jahr (180 Euro).
 
Die Preise für A-Weizen (13 % Protein) lagen in Hamburg bei 186 Euro je t und damit ebenfalls etwas so hoch wie vor Jahresfrist (185 Euro). Für E-Weizen (14 % Protein) wurden am wichtigsten deutschen Exporthafen 196 Euro geboten und damit ebenfalls ähnliche Preise wie 204 (195 Euro). Am Großmarkt in Mannheim lagen die Preisangebote diese Woche für Brotweizen mit 11,5 % Protein franko südwestd. Mühle zwischen 167 und 170 Euro und damit ebenfalls so hoch wie im vorigen Jahr.
 
Dr. Olaf Zinke
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