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Analyse

Weizenexport ist wichtigste Preisstütze der Europäer

von , am
09.02.2015

In Europa haben die außergewöhnlich guten Exportzahlen auch die Weizenpreise am Binnenmarkt gestützt.

© landpixel
 
In Europa haben die außergewöhnlich guten Exportzahlen die Weizenpreise am Binnenmarkt gestützt. In der letzten Woche erreichten die europäischen Exportverkäufe bei Weizen sogar einen neuen Wochenrekord. Allerdings sind die zum Monatswechsel kräftig gefallenen Weizenpreise am Kassamarkt den Terminmarktpreisen bislang nicht in vollem Umfang nach oben gefolgt. Dennoch werden an den deutschen Exporthäfen weiterhin hohe Prämien für Qualitätsweizen gezahlt. Gleichzeitig bremst der jüngste Preisanstieg sowie der feste Dollar die Exportverkäufe der USA. In den USA waren die Weizenpreise wegen der nochmals deutlich schwächeren Wachstumskonditionen beim Winterweizen (Trockenheit) in der letzten Woche ebenfalls kräftig gestiegen.
 
Weizenpreise am Terminmarkt gestiegen
Die Weizenpreise sind in im Verlauf der ersten Februarwocheam europäischen Terminmarkt um etwa 5 Euro oder 2,2 % gestiegen. Der Märzkontrakt für den Weizen ging am Freitag (06.02) mit 188,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (187,0 Euro) haben die Preise damit um 0,7 % oder 1,25 Euro zugelegt. Der Maikontrakt notierte bei 189,50 Euro und damit 1,50 Euro höher als am Vortag (188,0 Euro) und die neue Ernte (September) kostete 186,0 Euro und damit 0,75 Euro mehr als am Vortag (185,25 Euro). Gleichzeitig kostete die neue Weizenernte (September) 2,25 Euro weniger als der aktuelle März-Weizen. Im Vergleich zum Vorjahr (186,0 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 2,25 Euro höher. Am Montag Mittag (12:30 Uhr) liegt der Weizen am europäischen Terminmarkt 0,5 Euro im Minus bei 187,50 Euro/t.
 
Weizenpreise am Kassamarkt mit Nachholbedarf
Am Kassamarkt haben sich die Weizenpreise letzte Woche ebenfalls etwas erholt, jedoch nicht in gleichem Umfang wie die Terminmarkpreise. Am Freitag (06.02) handelte man den Brotweizen mit 12 % Protein am Exporthafen in Hamburg für den Februartermin mit 194 Euro/t und damit 2 Euro niedriger wie am Freitag zuvor (196 Euro). A-Weizen mit 13 % Protein kostete in Hamburg für die Anlieferung im Februar 208 Euro/t und damit 2 Euro weniger als vor einer Woche (210 Euro). Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise bei 224 Euro und damit 2 Euro niedriger als vor einer Woche (226 Euro). Gleichzeitig wurde der Futterweizen in Hamburg mit 187 Euro gehandelt und damit 1 Euro höher als letzte Woche (186 Euro). Im Großhandel in Frankreich kostet der Brotweizen mit 11 % Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Montag (09.02) 181 Euro/t.
 
Europäischer Weizenexport auf Rekordkurs
Der außergewöhnlich starke europäische Weizenexport (in Verbindung mit dem schwachen Euro) bleibt die wesentliche Stütze für die Weizenpreise am europäischen Binnenmarkt. Die Exportverkäufe der Europäer erreichten bei Weizen in der letzten Abrechnungswoche einen neuen Wochenrekord. Rund 1.673.000 t (Vw: 661.000 t) Weizen wurden in der Woche bis 03. Februar in Drittländer verkauft. Davon kamen 366.000 t aus Frankreich und 332.000 t aus Deutschland. Aktuell ist die aus der Europäischen Union in Drittländer verkaufte Weizenmenge mit 18,39 Mio. t rund 1,0 % größer als die Rekordausfuhrmenge aus dem vorigen Jahr (18,2 Mio. t). Aus Deutschland wurde bisher 4,6 Mio. t Weizen in Drittländer verkauft, aus Frankreich 5,5 Mio. t, aus Rumänien 1,79 Mio. t und aus Litauen 1,5 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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